KBA: Zahl der Neuzulassungen bricht im April ein

KBA: Zahl der Neuzulassungen bricht im April ein
Ein Lkw transportiert Fahrzeuge von VW. © dpa

Die Krise auf dem deutschen Automarkt hält an. So gingen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) die Neuzulassungen im April um mehr als ein Fünftel zurück.

Wie das KBA am Mittwoch mitteilte, wurden im Vormonat 180.264 Pkw neu zugelassen. Das sind 21,5 Prozent weniger als noch im Vorjahresmonat. Besonders rückläufig waren die Zahlen bei den gewerblichen Haltern: hier wurden 23,4 Prozent weniger Neuzulassungen registriert als noch im April 2021. Die privaten Neuzulassungen weisen ein Minus von 17,9 Prozent auf.


Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Deutschland angesichts der anhaltenden Chipkrise und der Teileprobleme vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges nur 806.000 Fahrzeuge neu zugelassen, das ist ein Rückgang von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nur Porsche bei deutschen Marken im Plus

Schaut man auf die deutschen Marken, dann konnte nur Porsche ein leichtes Zulassungsplus verzeichnen: es lag mit 2093 Neuzulassungen bei 3,9 Prozent.
Für alle anderen deutschen Marken wies die Zulassungsstatistik im April Zulassungsrückgänge im zweistelligen Bereich aus: Bei Mini war es ein Minus von 46,7 Prozent. Smart büßte mit 42,1 Prozent ein, bei Opel lag der Rückgang bei 32,4 Prozent und bei VW lag das Minus bei 30,9 Prozent.

Weniger stark betroffen waren Mercedes (-25,1 Prozent), BMW (-19,1 Prozent), Ford (-15,9 Prozent) und Audi (-15,0 Prozent). Starke prozentuale Zuwächse konnten im Vormonat bei den Importmarken Polestar (467 Neuzulassungen/+203,2 Prozent), Tesla (650/+34,3 %), Mitsubishi (3592/+29,5 %) und Kia (6882/+26,5 %) erzielen. Nach wie vor den größten Neuzulassungsanteil hat Skoda mit einem Marktanteil von fünf Prozent. Die VW-Tochter kam im April auf 9047 Neuzulassungen, ein Minus von 33,6 Prozent. Dahinter folgen Hyundai (4,1 Prozent) und Kia (3,8 Prozent).

Auch E-Autos mit Rückgängen

Die Lieferschwierigkeiten zeigen ihre Auswirkungen auch bei den Elektroautos, die auf einen Anteil von 12,3 Prozent kommen. Mit 22.175 Neuwagen Neuzulassungen musste diese Antriebsart einen Rückgang von 6,9 Prozent hinnehmen.

„Die Hoffnung auf eine Erholung des deutschen Pkw-Marktes im Jahr 2022 wird von Monat zu Monat blasser. Der Ernst der Lage wird dadurch unterstrichen, dass nun selbst bei Elektroautos die Neuzulassungen zurückgehen“, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel. „Die verschiedenen externen Beeinträchtigungen der Produktion machen der Automobilindustrie weiterhin schwer zu schaffen. Potenzielle Kunden von E-Fahrzeugen sind außerdem über die künftigen Förderbedingungen verunsichert. Die Bundesregierung sollte daher rasch Klarheit schaffen und sowohl reine Stromer als auch Plug-In-Hybride weiter ambitioniert fördern“, fügte der VDIK-Chef hinzu.

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