Mazda 2 Hybrid: Sparen kann recht teuer sein

Mazda 2 Hybrid: Sparen kann recht teuer sein
Der Mazda 2 Hybrid ist mit seiner Leistung eher der gemütliche Typ. © Mazda

Kleinwagen sind längst nicht mehr günstig. Vor allem dann nicht, wenn sie wie der Mazda 2 auch als Hybrid angeboten werden.

Warum muss es eigentlich immer das Original sein? Eine gut gemachte Kopie kann ja auch eine clevere Wahl sein. So wie beim Duo Toyota Yaris und Mazda 2 Hybrid – wobei der Toyota in diesem Fall das Original ist.

Die im Vergleich zum Branchenriesen deutlich kleinere Marke Mazda sichert sich mit dem Klonmodell einen Zugang zum ausgereiften Toyota-Hybridsystem. Und damit man nicht gleich zum Original greift, platziert Mazda seinen Hybriden preislich leicht günstiger. Das bleibt auch im neuen Modelljahr so, dass einige Verbesserungen und kleinere optische Veränderungen sowie eine Neuordnung der Ausstattungslinien mit sich bringt.

Innen wie ein Toyota

Mit dem normalen Mazda 2 hat der Hybrid also nichts zu tun. Außen wie innen ist er praktisch ganz Toyota, abgesehen von einigen Mazda-Spezifika, etwa am Kühlergrill und Stoßfänger. Das wird aber nur einen Mazda 2-Fahrer verwirren, der gerade vom Normalmodell auf den Hybriden umsteigt. Und dann wahrscheinlich erst mal schlucken muss, denn Mazda ruft einen Basispreis von 24.990 Euro auf. Immerhin noch 510 Euro weniger als der identische Yaris kostet.

Die Verarbeitungsqualität im Mazda 2 gibt keinen Anlass zur Kritik. Foto: Mazda

Einen Unterschied zwischen Mazda und Toyota gibt es aber: Der Branchenriese behält die die mit 130 PS Systemleistung etwas stärkere Version für sich. Den Mazda gibt es ausschließlich in der Variante mit 116 PS, die sich aus der Leistung eines 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziners mit 68 kW/92 PS und eines Elektromotors mit 59 kW/80 PS zusammensetzen.

Eher der gemütliche Typ

Der Mazda 2 ist mit seiner Leistung eher der gemütliche Typ, doch wenn man aus den drei verschiedenen Fahrmodi (Eco, Normal und Sport) die dynamische Variante wählt, kommt schon ein wenig Fahrspaß auf. Zumal sich der 2er recht exakt lenken lässt und das Fahrwerk selbst in schnell angefahrenen Kurven mit der überschaubaren Leistung überhaupt kein Problem hat.

Über 100 km/h wird es dann etwas zäher. Auch wenn Toyota seine Hybridmodelle immer weiter verbessert: Das stufenlose Automatikgetriebe ist alles andere als sportlich und den bekannten „Gummibandeffekt“ beim Beschleunigen haben die Japaner über einige Hybrid-Generationen zwar reduziert, aber technisch bedingt nie ganz eliminieren können.
Dafür kann der Vollhybrid sparen. Zumindest, wenn man das Fahrzeug angemessen bewegt. Je nach Ausstattung liegt der Normverbrauch um die 4 Liter auf 100 Kilometer. In der Stadt bzw. drumherum sollen sogar Werte um die 3 Liter möglich sein. Unserer Erfahrung nach kann man in der Praxis rund 4,5 Liter erreichen, wenn man nicht als Verkehrshindernis unterwegs ist, aber auch keine großen Autobahnanteile hat.

Überschaubares Platzangebot

Platz ist in einem Fahrzeug von 3,94 Metern Gesamtlänge naturgemäß nicht viel vorhanden. Vorne sitzt es sich gut, hinten wird es für Erwachsene arg eng und der Kofferraum fällt mit knapp 290 Litern erwartbar klein aus. Im Gegensatz zum „echten“ Mazda2 ist der Innenraum im Hybriden etwas weniger fein gestaltet. Doch die Verarbeitungsqualität stimmt.

Und man kann den Japaner ja noch aufrüsten. Nicht weniger als fünf Ausstattungslinien hält Mazda mit dem neuen Modelljahr vor. Von der Basis Prime-Line (24.990 Euro), über die wahrscheinlich im Preis-/Wert-Verhältnis vernünftigste Ausstattung Centre-Line (26.490 Euro) und die noch etwas besser ausstaffierte Exklusive-Variante (28.290 Euro), bis hin zu den Spitzenmodellen Homura (30.490 Euro) und Homura Plus (32.890 Euro). Wer hier etwa noch die Sonderfarbe Northern White oder Formal Red ordert, kommt dann auf knapp 34.000 Euro. Zwar sind da Dinge wie Head-up-Display, Panorama-Glasdach, Navi, Sportsitze und Klimaautomatik mit drin, doch für die meisten Käufer wird der Spar-Spaß wohl schon vorher aufhören.

Sicherheitsausstattung verbessert

Der Mazda 2 liegt gut auf der Straße – und sieht auch von hinten gut aus. Foto: Mazda

Für das neue Modelljahr wurde vor allem die umfangreiche Sicherheitsausstattung weiter verbessert. So gibt es jetzt einen proaktiven Fahrassistenten, der vor Kurven oder beim Auffahren automatisch Gas wegnimmt und auch abbremst, und ein sogenanntes Emergency Driving Stop System, welches das Auto im Notfall automatisch sicher zum Halt bringt.

Wer Spaß am Fahren mit einem Vollhybriden hat, gerne eher gemütlich unterwegs ist, kein Problem mit einem relativ hohen Preis für einen Kleinwagen hat, aber dafür beim Tanken knausern will – für den ist der schmucke Mazda 2 Hybrid eine echte Alternative. Immerhin 3500 Stück wollen die Japaner in diesem Jahr in Deutschland absetzen, was gegenüber 2023 fast eine Verdoppelung wäre. (SP-X)

Keine Beiträge vorhanden