Golf GTD: Effizienz trifft Sportlichkeit

Golf GTD

Golf GTD: Effizienz trifft Sportlichkeit
Der Golf GTD © VW

Wer ein sportliches, aber dennoch effizientes Fahrzeug sucht, der sollte sich den Golf GTD anschauen. Der Kompaktsportler bietet neben guten Fahrleistungen gleichsam gute Verbrauchswerte.

Von Frank Mertens

Es gibt Widersprüche, die lassen sich nur schlecht auflösen. Beispielsweise dem nach Sportlichkeit und geringem Verbrauch. Wer beim Autokauf nach Beidem verlangt, der muss in der Regel Abstriche machen. Denn ein sportliches Fahrzeug mit viel PS geht schlecht einher mit einem gesittetem Verbrauch. Eigentlich. Doch es geht auch anders: das beweist der Golf GTD.

Golf GTD überrascht mit niedrigem Verbrauch

Die Wolfsburger versprechen für ihren 170 PS starken Golf GTD innerorts einen Verbrauch von 6,5 Litern, außerorts von 4,3 Litern und im Mix von nur 5,1 Litern. Hört sich prima an, doch das ist die Papierform. Mit der Realität haben diese Herstellerangaben meist wenig gemein. Gut, auch der Golf GTD kann sie in der Praxis nicht einhalten, aber er verpasst sie nur minimal. Bei den Testfahrten von Berlin nach Berchtesgaden sorgte der Golf GTD beim Blick auf den Bordcomputer für eine positive Überraschung: im Durchschnitt genehmigt er sich gerade einmal 5,7 Liter.

Das Cockpit des Golf GTD
Das Sportlenkrad im Golf GTD liegt glänzend in der Hand VW

Wer glaubt, dieser Wert wurde ausschließlich bei Spaß mindernden 100 Stundenkilometern erreicht, irrt. Die Wegstrecke wurde – je nach Verkehrslage – auch deutlich flotter zurückgelegt. Wer es gemächlicher angehen lässt und den Golf GTD ökonomisch-ökologisch bewegt, bekommt ihn auch unter fünf Liter. Für ein Auto mit diesen Leistungsdaten ist das eine Ansage.

2.0 Liter TDI mit 350 Nm Drehmoment

Der Vierzylinder im Golf GTD leistet 170 PS
Der Vierzylinder im Golf GTD leistet 170 PS VW

Für alle, die nach Sportlichkeit und guten Verbrauchswerten verlangen, ist der Kompaktsportler aus Wolfsburg damit die richtige Wahl. Der Zweiliter Vierzylinder-Commonrail-Diesel stellt seine maximale Leistung von 170 PS bei 4200 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Das maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern steht zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung. Der Blick auf die Beschleunigungswerte untermauert die sportlichen Qualitäten des GTD: In 8,1 Sekunden beschleunigt er auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 220 km/h erreicht.

Die Leistungsentfaltung geschieht dabei so souverän, dass man beim Tritt aufs Gaspedal leicht in die Sportsitze gedrückt wird. Apropos Sportsitze: Sie bieten bei flotten Kurvenfahrten ohne Frage einen glänzenden Seitenhalt, doch für lange Touren sind sie dann doch einen Hauch zu hart. Doch das war es dann auch schon, was es an diesem Modell auszusetzen gibt.

Die Leichtmetallfelgen am Golf GTD
Die Leichtmetallfelgen am Golf GTD sehen ansprechend aus VW

Unser Testwagen war mit einem manuellen Sechsganggetriebe ausgestattet. Dessen Schaltwege sind knackig kurz gehalten; das Getriebe glänzend abgestimmt. Wer mag, der kann den GTD aber auch mit dem Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG ordern. Damit erhöht sich der Grundpreis von 28.100 Euro jedoch um 1875 Euro.

Elektronische Fahrwerksabstimmung DCC

Durchschnittlich 18 Prozent Nachlass für den Golf
Die Seitenansicht des Golf GTD VW

Von seiner sportlichen Charakteristik passt das manuelle Sechsganggetriebe jedoch besser zum GTD. Den Mehrpreis für das DSG sollte man stattdessen in das Adaptive Fahrwerkssystem DCC stecken (Aufpreis 955 Euro). Es bietet dem Fahrer eine permanente Anpassung des Fahrwerks an die verschiedenen Fahrsituationen. Per Tastendruck lassen sich die drei Fahrmodi Normal, Comfort und Sport wählen. Das System ist absolut zu empfehlen.

Wer im Sportmodus unterwegs ist und den GTD durch enge Kurven scheucht, hat so einfach nur Spaß. Der Golf liegt souverän auf der Straße, lässt sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen. Die direkt angestimmte Lenkung des GTD trägt ihr Übriges zum guten Gesamteindruck bei.

Die Verarbeitungsqualität ist so, wie man sie von Volkswagen kennt: Die Materialien sehen nicht nur wertig aus, sondern fühlen sich auch so an. Der 4,21 Meter lange Golf behält trotz seiner Sportlichkeit seinen Alltagsnutzen. Auf den Rücksitzen können auch zwei Erwachsene bequem sitzen – und im Kofferraum findet sich Platz für 350 Liter Gepäck. Das reicht gut und gern für drei Personen.

Kein günstiger Spaß

Das Heck des Golf GTD VW

Wer noch etwas Geld übrig hat, dem seien die Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht (1310 Euro) empfohlen. Und wer seinen GTD noch etwas aufmotzen will, den stehen statt den serienmäßigen 17 Zoll-Leichtmetallrädern auch 18 Zöller (605 Euro) zur Verfügung. Ansonsten ist die Aufpreisliste lang – und so kommt man schnell auf einen Preis von locker über 33.000 Euro. Das ist viel Geld für einen Kompaktsportler, auch wenn er Sportlichkeit und gute Verbrauchswerte so hervorragend verbindet wie der Golf GTD.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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