28. August 2013

Fahrbericht Kein günstiges Vergnügen VW Beetle Cabrio: Quietschgelb der Sonne entgegen

Das VW Beetle Cabrio ist kein günstiges Vergnügen.
Das VW Beetle Cabrio ist kein günstiges Vergnügen. © VW

Der VW Beetle weckt Erinnerungen an den Ur-Käfer. Doch was hat das Modell der Wolfsburger zu bieten? Wir haben das Cabrio mit dem 105 PS starken Vierzylinder-Diesel getestet.




Ach der VW Käfer! Welcher Autofahrer – mit zumindest der 4 im Alters-Zehnerblock - gerät nicht in Schwärmen? Kindheitserinnerungen, Retro-Sehnsucht oder einfach nur so: Das Wirtschaftswunderauto bewegt auch heute noch die Gemüter. Ein wenig von dieser Begeisterung soll auch auf den neuen Beetle (englisch für Käfer) und besonders auf die seit Frühjahr dieses Jahres erhältliche Cabrio-Variante abfallen. Diesen offenen Ableger baten wir zum Alltagstest. Er trat in Quietschgelb, der Ausstattungsvariante Design und mit dem kleinen, 77 kW/105 PS starken Diesel seinen Dienst an.


Der Enkel des Klassikers

Damals Käfer, heute Beetle und dazwischen der „New Beetle“ (Neuer Käfer, 1998 bis 2010), das aktuelle Modell ist sozusagen der Enkel des Klassikers. Was alle drei Fahrzeuggenerationen verbindet, ist das Stoffdach, wenn sie denn als Cabrio das krabbeln lernten. Damals noch von Hand nach hinten gefaltet, um auf dem Heck aufgelegt auf schlechtes Wetter zu warten, geschieht das Öffnen und Schließen des Verdecks heute per Knopfdruck.

Der Sonnenschein hinein gelangt auch während der Fahrt bis Tempo 50 innerhalb 9,5 Sekunden, ihn auszuschließen dauert bis der Dachverriegelungsmechanismus in der Windschutzscheibe eingerastet ist knapp zwei Sekunden länger. Die Stoffbahnen liegen immer noch auf dem Heck auf, mit einer serienmäßigen Persenning können sie formvollendet abgedeckt werden, was allerdings etwas dauert und von daher nicht immer gemacht wird. Im geschlossenen Zustand hält das mehrlagige Stoffkonstrukt Außengeräusche und Regen ordentlich draußen.

Klimaanlage gibt es nicht allein

Das Cockpit im Beetle
Das Cockpit im Beetle © SP-X

Ähnlich wie beim Großvater steht auch beim Enkel die Windschutzscheibe recht gerade, Luftzug ist so garantiert, Haare werden beim Offenfahren kräftig durchgewirbelt und echtes Cabriogefühl gibt es serienmäßig. Immerhin, ansonsten bietet dieser VW Beetle ebenfalls viele Möglichkeiten, Zusatzoptionen zu bestellen. Zwar kostet das Beetle Cabrio in der Design-Ausstattung mit dem von uns gefahrenen kleinen Diesel ab 25.050 Euro, eine Klimaanlage ist aber nicht an Bord.

Diese berechnet Volkswagen in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsregelanlage sowie einer Mittelarmlehne (interessante Kombination) mit 920 Euro, als Klimaautomatik wie in unserem Testauto werden für diesen Dreierverbund 1250 Euro fällig. Dazu kamen weitere Extras, unter anderem Leder, Navi, ein besseres Soundsystem, die Außensonderfarbe „Saturn Yellow“ sowie Parksensoren. Die 30.000 Euro-Marke ist so schnell geknackt.

Schön bei der Design-Linie: Das Armaturenbrett, die Gehäuse der Außenspiegel sowie die Seitenschutzleisten sind in Wagenfarbe lackiert, in unserem Fall leuchtet alles fröhlich gelb. Das schwarze Stoffverdeck ist ein schöner Kontrast dazu. Ebenfalls ab Werk gehören bei Design die kleine zusätzliche Käferfach genannte Verstaubox (tatsächlich ein „Handschuh“-Fach, aber nur für kleinformatige Handschützlinge) sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Serienumfang. Ohne Aufpreis werden übrigens die schönen Formen des Beetle Cabrio geliefert. Enkel- und Großvater-Käfer harmonieren optisch gut und sind der blechgewordene Beweis, dass gutes Aussehen manchmal eine Generation überspringt.

Ausreichend Platz im Fond

Das Heck des Beetle von VW
Das Heck des Beetle von VW © VW

Wie im richtigen Leben überragt das jüngste Familienmitglied seine Ahnen deutlich. Die Länge von 4,28 Metern und Breite von 1,81 Metern machen es möglich, dass im Fond zwei Erwachsene nicht nur Platz nehmen, sondern auch halbwegs kommod auf längeren Strecken mitfahren können. Für Urlaubsfahrten zu viert taugt das Beetle Cabrio allerdings nicht. Der Kofferraum ist mit 225 Litern Fassungsvermögen knapp bemessen. Durch die enge Öffnung passen am besten Taschen oder lose Teile. Getränkekisten sollte man seinen Fingern zu liebe (Achtung Quetschgefahr) besser im Fußraum verstauen oder auf einem Sitz angeschnallt transportieren.

Dass die Getränke oder Passagiere zu stark durchgeschüttelt werden könnten, muss man mit dem kleinen 1,6-Liter-Selbstzünder unter der Fronthaube nicht befürchten. Das 105 PS-Basistriebwerk mobilisiert 250 Nm Drehmoment und ist ungestümen Temperaments völlig unverdächtig. Für den Standardspurt muss man zwölf Sekunden einplanen. Reisen statt Rasen lautet hier die Devise und passt damit gut zu einem Cabrio. Flanieren bei Sonnenschein entspannt und macht Freude. Freude macht auch ein Blick auf den Bordcomputer. Mit einem Testverbrauch von 5,7 Litern überboten wir den Durchschnittsverbrauch nur um einen Liter und drehten daher gern noch einige Extrarunden mit dem Cabrio. (SP-X)






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