Kia: Wachstum mit weiteren Elektromodellen

Kia: Wachstum mit weiteren Elektromodellen
Vermutlich gibt Kia mit dem EV9 Ausblick auf ein größeres Elektro-SUV. © Kia

Der koreanische Autobauer Kia hat sich neu ausgerichtet. Das sieht man nicht nur am neuen Markenlogo.

Selten gestaltete sich die Neuausrichtung einer Automarke so offensichtlich wie bei Kia. Manche würden vielleicht auch sagen, rätselhaft.


Wer den vor einem Jahr vorgestellten, neuen Schriftzug am Heck sieht, weiß zunächst nicht, was er bedeuten soll. Nicht wenige lesen ihn als K mit einem auf den Kopf gestellten N. Aus dem Konzernnamen strich Kia das „Motors“. Nicht nur mit dem vollelektrischen Crossover EV6 – hier hatte der Schriftzug sein Debüt – sowie der neuen Generation des Sportage zeigen die Koreaner sehr selbstbewusst, in welche Richtung das Design in Zukunft läuft, sondern auch mit einer Studie.

Fullsize-SUV in L.A. präsentiert

Das Concept EV9 wurde vorigen Herbst auf der Los Angeles Auto Show präsentiert. Es handelt sich um ein Fullsize-SUV mit einem sehr bullig-kantigen Look, gezeichnet vom ehemaligen BMW-Designer Karim Habib. Selbst wenn es die für ein Concept Car typischen Portaltüren und das eckige Lenkrad nicht in die Serie schaffen werden, auch so wäre das knapp fünf Meter lange SUV ein mutiges Statement, das die Innovationskraft der Marke unterstreichen soll.

Der EV9 basiert wie der EV6 auf der neu entwickelten 800-Volt-Konzernplattform E-GMP und könnte noch 2023 in den Markt gehen. Positioniert ist er eine halbe Klasse über dem Sorento. Dieser erhält im selben Jahr sein erstes Facelift. Beide Modelle laufen somit etwa zwei Jahre parallel weiter. Ob der Sorento danach ohne Nachfolger ausläuft, lässt Kia noch offen. Möglich wäre aber auch, dass der Sorento von einem EV8 beerbt wird.

Neun E-Modelle bis 2026

Beim Thema Elektroantrieb drückt die koreanische Marke auf die Tube. Bis 2026 soll die Produktpalette in Europa immerhin neun vollelektrische Modelle umfassen, wovon sieben auf der E-GMP stehen und zwei auf der Multi-Traktions-Plattform (MTP) werden.

Die MTP lässt auch die Integration von Verbrennern und Plug-in-Hybriden zu. Auf ihr stehen der E-Soul und auch der nächste Niro, der im Sommer in zweiter Auflage zu den Händlern rollt. Erneut wird es das Modell als Full-Hybrid, als Plug-in-Hybrid und batterieelektrisch geben.

Eine elektrische Limousine auf E-GMP-Basis, wie bei der Schwestermarke Hyundai, steht bei Kia vorerst nicht auf dem Plan. Die Strategie besteht zunächst darin, E-Crossover und E-SUVs zwischen die Verbrenner-Segmente zu schieben. Der EV6 parkt größenmäßig zwischen Sportage und Sorento. Nach ganz oben rundet der EV9 die Elektrofamilie ab. Unterhalb des EV6 käme ein EV5 infrage. Das Kompakt-SUV würde die Lücke zwischen Sportage und Niro belegen. Ob und wann da etwas kommt, verrät Kia nicht. Angeblich aber will man hierzu aber Ende 2022 ein weiteres Concept Car auf E-GMP-Architektur präsentieren.

Sportage kommt auf den Markt

Kia bietet den neuen Sportage auch als PHEV an. Der Preis liegt bei über 44.000 Euro. Foto: Kia

Klarer sind die Aussichten für dieses Jahr. Derzeit hat der neue Sportage seinen Marktstart. Für Kia ist das Modell eine Volumensäule, jeder fünfte Neuwagen im C-Segment ist ein SUV. Den Sportage bietet Kia wie zuvor als Diesel und Benziner, erstmals aber auch als Plug-in-Hybrid (Markteinführung April) an. Fertig entwickelt ist zudem ein Full-Hybrid. „Hier ist jedoch noch nicht entschieden, ob wir diese Version in Deutschland verkaufen, solange es für den Plug-in-Hybrid noch eine Förderprämie gibt“, sagt Kia Deutschland Geschäftsführer Thomas Djuren.

Eine Modellauffrischung erhält im Sommer der XCeed. Neben einigen kosmetischen Retuschen werden bei dem kompakten Crossover Motoren und Elektronik (Konnektivität) modernisiert. Im Herbst hat dann der EV6 als GT sein Debüt, die Markteinführung ist im November. Beide E-Motoren im GT werden über eine Leistung von 585 PS verfügen. Zu hören ist, dass der EV6 GT vermutlich den Kia Stinger in Rente schicken wird. (SP-X)

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