BMW 130i: Neuer Maßstab in Kompaktklasse

BMW 130i: Neuer Maßstab in Kompaktklasse
Sportlich: Der BMW 130i © Foto: Werk

BMW hat den Einser mit einem Sechszylinder-Motor bestückt. Der 130i verfügt damit über 265 PS und bietet Fahrleistungen, die man sonst nur von weitaus größeren Fahrzeugen kennt.

Von Frank Mertens

Wenn ein Autohersteller wie BMW eine Topmotorisierung für eines seiner Modelle ankündigt, dann steht in der Regel eines schon im Vorfeld fest: Das Auto setzt mit Blick auf die Sportlichkeit Maßstäbe in seinem Segment.

Diesmal haben die Münchner ihren bereits vor zwölf Monaten auf den Markt gebrachten Einser mit einem Topaggregat ausgestattet: Der neue 130i trägt unter seiner Haube einen Sechszylinder-Motor mit 195 kW/265 PS. Das Triebwerk verfügt neben einem Hubraum von drei Litern über die stufenlose Nockenwellenverstellung Vanos und die Valvetronic-Technologie: Sie regelt die Steuerzeit und Öffnungsdauer der Einlassventile abhängig von der jeweiligen Gaspedalstellung.

Motor wiegt 161 kg

Dank der Verwendung eines Magnesium-Aluminium-Verbundkurbelgehäuses und einer Magnesium-Zylinderkopfhaube wiegt der längs eingebaute Motor gerade einmal 161 Kilogramm. «Damit ist er der leichteste Motor in seiner Leistungsklasse», sagte Wilhelm Becker, Leiter der Einser-Produktlinie.

Und das, was in dem BMW 130i steckt, kann man bereits beim Anlassen erahnen: Nach einem Druck auf den Start-Stop-Knopf ertönt ein sonores Röhren. Dieses akustische Erlebnis setzt sich dann auch beim Anfahren fort: Dieses Auto ist ein Kraftpaket, jeder Tritt aufs Gaspedal drückt den Fahrer in die exzellent geformten Sportsitze. Kein Wunder: 265 PS und ein Drehmoment von 315 Nm, das zwischen 2500 und 4000 U/min. anliegt, sprechen ihre eigene Sprache. «In diesem Einser hat man einfach das Gefühl, man sitzt in einem großen BMW», sagt Becker.

In 6,1 Sekunden auf 100 km/h

Der Sechszylinder-Motor im 130i Foto: Werk

Dieses Gefühl trügt nicht: Das man in einem Auto der Kompaktklasse unterwegs ist, vergisst man in diesem Einser schnell - dafür entfaltet er einfach zu viel Power. Wer es möchte, der kann den 130i in 6,1 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen, den Weg auf der Tachonadel von 80 bis 120 km/h legt der Sechszylinder in 5,8 Sekunden zurück. Und diejenigen, die es wollen, können Fahrer weitaus größerer Autos ärgern, in dem sie ihnen partout nicht aus dem Rückspiegel verschwinden wollen. Denn die Höchstgeschwindigkeit im neuen Einser liegt bei 250 km/h, abgeregelt, versteht sich.

Hätte man ihn nicht abgeregelt, wären Geschwindigkeiten von 270 bis 275 km/h möglich, berichtet Becker. Doch den Fahrspaß, den dieses Auto bietet, den erlebt man ganz woanders: Nämlich auf kurvigen Landstraßen. Hier fühlt sich der Einser besonders wohl, hier kann er zeigen, was an Fahrdynamik in ihm steckt. Mit seiner idealen Gewichtsverteilung von 50:50 auf Vorder- und Hinterachse uns seinem Heckantrieb bringt den 130i nichts aus der Ruhe, der Wagen klebt selbst bei schnellen Kurvendurchfahrten auf der Straße. Diese gleichmäßig verteilte Achslast vermittelt dem Fahrer ein enormes Gefühl an Sicherheit. Ihr übriges trägt die souverän arbeitende Lenkung dazu bei, die eine exzellente Rückmeldung von der Straße vermittelt.

Fahrer im Mittelpunkt

Das Cockpit im 130i Foto: Werk

Einen großen Anteil an diesem Fahrspaß hat der Innenraum des 130i, der sich übrigens nicht von den Vierzylinder-Benzinmotoren unterscheidet. Hier ist alles auf den Fahrer abgestimmt. Die Instrumente sind dort, wo man sie intuitiv erwartet. Fahrer allerdings, die zu Übergewicht leiden, dürften einige Mühe haben, sich in den Sportsitzen wohl zu fühlen. Für alle anderen indes ist der 130i ein Fahrzeug mit einem hohen Spaßfaktor.

Das Heck des 130i Foto: Werk

Angesichts der nicht enden wollenden Benzin-Preissteigerungen wird der Spaß allerdings beim Tankstopp getrübt. Denn der 130i schluckt durchschnittlich 9,2 Liter SuperPlus - keineswegs wenig, für ein Fahrzeug in dieser Leistungsklasse aber auch nicht zuviel. «Wer ökologisch mit dem 130i fährt, der kann auch einen Verbrauch von acht Litern hinbekommen», berichtet Becker.

Doch diejenigen, die beim Autokauf auf den Verbrauch achten, dürften sich ohnehin nicht für einen Sportwagen wie den 130i entscheiden. Sein Preis von 32.500 Euro liegt ohnehin in einem Bereich, in dem beim Autokauf bereits mehr die Emotionen als der Verstand eine tragende Rolle spielen. Mit Blick auf den Absatz erwartet BMW übrigens, dass sich jeder 20. Einser-Kunde für den 130i entscheiden wird, also fünf Prozent. Am besten setzt sich derzeit der 116i mit einem Anteil von 29 Prozent, gefolgt vom 118d (27 Prozent) und dem 120d (25 Prozent) ab.

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