4. Mai 2011

Fahrbericht Mit Bluemotion Technology VW Caddy 1.6 TDI: Schöne Werte unter der Haube

Der VW Caddy besitzt als Bluemotion-Modell besonders schöne innere Werte
Der VW Caddy besitzt als Bluemotion-Modell besonders schöne innere Werte © AG/Flehmer

VW hat dem Caddy das neue Design übergestülpt. Eine Schönheit ist der Hochdachkombi damit auch noch nicht, aber die erhalten gebliebene Alltagstauglichkeit wird durch die Sparmaßnahmen optimiert.




Von Thomas Flehmer

Nicht immer verwandelt sich eine Raupe in einen schönen Schmetterling. Der VW Caddy wird wohl auf ewig darunter leiden müssen, dass er nicht mit dem den schönsten Design ausgestattet wurde. Daran kann auch das umfangreiche Facelift nichts ändern. Die mit dem Golf VI vor knapp drei Jahren gelegte Designlinie wurde nun auch auf den 4,41 Meter Hochdachkombi übertragen. So wurde die Linie mit dem Kühlergrill ebenso schmaler wie die Scheinwerfer.


Einfache Bedienung

Im Innenraum hat die neue Instrumententafel den letzten Lieferwagengeruch vertrieben. Dabei ist die einfache Bedienung der Instrumente erhalten geblieben. Das Handschuhfach wird dabei unter Zuhilfenahme der Klimaanlage zur Kühlkammer für Wasser- oder andere Flaschen. Neue Sitze und Stoffe erinnern eher an einen normalen Kombi als an einen Transporter. Allerdings sind die Sitzflächen etwas zu knapp geraten, sodass die ein oder andere Pause auf einer längeren Tour schon Abhilfe gegen einschlafende Beine schaffen kann.

Dafür sind Platzprobleme ein Fremdwort. Vorne sowieso, doch auch hinten kann gleich durch zwei praktische Schiebetüren die Rücksitzbank gekapert werden. Die beiden Notsitze in der dritten Reihe sollten aber der 47 Zentimeter längeren Caddy-Variante Maxi vorbehalten bleiben. Ohne dritte Reihe avanciert aber selbst die knapp einen halben Meter kürzere Version zum Lademeister. Gepäck für fünf Personen passt locker hinein. Sollte die erstmals auch ausbaubare Rückbank entfernt werden, verwandelt sich der Personentransporter bei 3200 Litern Stauraum zum modernen Lastesel.

Keine Nutzfahrzeugatmosphäre

In den Innenraum des VW Caddy dringen kaum Motorengeräusche
In den Innenraum des VW Caddy dringen kaum Motorengeräusche © VW Nutzfahrzeuge

Egal, ob mit Waren oder Personen, die Insassen sind recht komfortabel untergebracht – keine Spur von Nutzfahrzeugatmosphäre. Zum einen verleiht die höhere Sitzposition eine gewisse Sicherheit. Zum anderen dringen kaum die Geräusche des 1,6 Liter großen Dieselmotors, der erstmals auch mit Commonrail- anstatt Pumpe-Düse-Technik unterwegs ist, in den Innenraum und verringern so das Stresspotential.

Die Anfahrt mit dem 77 kW/102 PS starken Selbstzünder ist zwar etwas beschwerlich, aber danach reiht sich der mindestens 1,6 Tonnen schwere Caddy dank einem zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen anliegenden maximalem Drehmoment von 250 Newtonmetern nahtlos in den Verkehr ein. Einen Ampelstart gewinnt er bei einer Beschleunigung von 12,6 Sekunden nicht, aber die hier eingesetzte Bluemotion-Technologie punktet an anderen, angesichts des kontinuierlich steigenden Kraftstoffpreises auch wichtigeren Aspekten.

Gute Verbrauchswerte

Der VW Caddy verfügt über ein gut funktionierendes Stopp-Start-System
Der VW Caddy verfügt über ein gut funktionierendes Stopp-Start-System © AG/Flehmer

In der Stadt verhilft das gut funktionierende Start-Stopp-System zu einem Verbrauch über 6,2 Liter, auf hundert Kilometern Autobahn sind es bei zügigerer Fahrtweise mit Herantasten an die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h rund 7,4 Liter. Die einhundert Kilometer Landstraße werden in guten sechs Litern absolviert.

Natürlich motivieren die spritsparenden Bluemotion-Anlagen wie Stopp-Start-System oder rolloptimierte Reifen zu einer gewissen Zurückhaltung beim Gasgeben oder beim vorausschauenden Fahren. Zum anderen freut sich der Fahrer, dass dann die von VW angegebenen Werte sogar fast erreicht werden.

Innere Werte

750 Liter stehen bereits beim Fünfsitzer des VW Caddy von Beginn an zur Verfügung
750 Liter stehen bereits beim Fünfsitzer des VW Caddy von Beginn an zur Verfügung © VW Nutzfahrzeuge

Ein wenig geschmälert wird die Vorfreude auf den etwas anderen Fahrspaß bei der Anschaffung. Mindestens 20.807 Euro werden für den Caddy 1.6 TDI CR Bluemotion Technolgy in der Basisversion Startline benötigt. Knapp 2000 Euro mehr kostet die Variante Trendline, 25.537 Euro Comfortline. Dafür steht dann kein schönes Fahrzeug vor der Tür, aber der Caddy trägt seine schönen Werte vor allem unter der Haube.






Mehr zur Marke VW

Trotz Kosten für AbgasskandalVW setzt sich ehrgeizigere Ziele

Der VW-Konzern hat seine Umsatzziele trotz der Kosten für den Abgasskandal erhöht. So soll der Umsatz bis 2020um 25 Prozent steigen.


Von 2018 bis 2022VW investiert 34 Milliarden Euro in Elektromobilität

Der VW-Konzern investiert massiv in die Elektromobilität und Mobilitätsdienste. Von 2018 bis 2022 werden es 34 Milliarden Euro sein.


Synergieeffekte über 1,9 Milliarden EuroVW erreicht Ziele des Zukunftspaktes früher

Die Marke Volkswagen hat ein Jahr nach dem Unterzeichnen des Zukunftpaktes ein positives Zwischenfazit gezogen. Dabei wurden die gesetzten Ziele knapp verfehlt oder sehr viel früher erreicht.



Mehr aus dem Ressort

Porsche hat auch den Panamera Kombi hybridisiert
Turbo S E-Hybrid Sport Turismo mit 680 PSHybrider Porsche Panamera Kombi: Teilzeit-Stromer der Superlative

Porsche hat die Kombivariante des Panamera an den Stecker gepackt. Die hybride Zufuhr dient dem Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dabei sowohl der Leistungssteigerung als auch der emissionsfreien Fahrt durch urbane Umweltzonen.


Japaner polarisiertHonda Civic Type R: Fast and Furios

Dieses Auto polarisiert: Die einen fahren auf das Design des Honda Civic Type R ab, für die anderen wirkt es schlicht prollig. Dabei hat der Japaner abseits seines Aussehen viele Stärken.


Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.