19. September 2012

Fahrbericht Zweite Generation Kia Ceed SW: Sanfter Angriff auf VW Golf

Die Preise für den Kia Ceed SW beginnen bei 15.690 Euro. Fotos ▶
Die Preise für den Kia Ceed SW beginnen bei 15.690 Euro. © AG/Flehmer

Kia schickt den Ceed Sportswagon in die zweite Generation. Die Kombiversion soll dem Klassiker im C-Segment noch mehr Druck machen.




Von Thomas Flehmer

Die Schonzeit ist vorbei. Mit dem Ende der ersten Generation erhöhen sich die Erwartungen auf den neuen Kia Ceed Sportswagon. Das Kompaktmodell der Koreaner wird auch weiterhin ausschließlich in und für Europa produziert und soll hier dem VW Golf ein paar Marktanteile abluchsen. Doch der Angriff auf den Klassiker aus Wolfsburg benötigt einen langen Atem, aber das gilt für das gesamte Unternehmen von Hyundai und Kia, die derzeit den fünften Platz der Weltrangliste einnehmen – Tendenz aber stark steigend. So sind lediglich 13.000 Verkäufe von Limousine und Kombi sind zum Beispiel für den deutschen Markt in diesem Jahr geplant. Diese Zahl schafft der Golf in rund drei Wochen.


Kia Ceed Sportswagon im scharfem Design

Doch der Kia Ceed Sportswagon setzt erneut Zeichen. Im Vergleich zum VW Golf hat die zweite Generation schon ein geradezu aufregendes Design, das bereits einen Designpreis sich sichern konnte. Chef-Designer Peter Schreyer hat dabei die Front völlig neu konzipiert. Sofort fällt der so genannte große "Tigernase"-Kühlergrill mit dem Kia-Logo auf der Motorhaube ins Blickfeld, der bereits die Designlinie vom Sportage und Optima bestimmt.

Auch die Scheinwerfer wurden neu gestaltet und geben der Front einen sportlicheren Anstrich. Aufsteigende Linien zum Heck hin – bis zur B-Säule sind SW und Limousine baugleich – sowie eine dahinter nur leicht abfallende Linie lassen keine trendischen Vergleiche zum Coupé zu, sehen aber trotzdem dynamisch aus und kommen natürlich der Kopffreiheit der Insassen im Fond zugute. Auch die Heckklappe wurde neu dimensioniert und kann nun enger geöffnet werden.

Solider Innenraum des Kia Ceed Sportswagon

Der Innenraum des Kia Ceed SW ist wohl geordnet
Der Innenraum des Kia Ceed SW ist wohl geordnet © AG/Flehmer

Das Interieur wirkt solide, aber nicht hochtrabend. Instrumente sind gut ablesbar, Knöpfe und Schalter intuitiv bedienbar. Nur das Lenkrad ist etwas überfrachtet und benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit des Fahrers. Die Sitze vorn sind gut konturiert, hinten etwas schwammiger ausgefallen. Bequem kann die Reise aber von jedem der fünf Sitze angegangen werden. Denn keinem Passagier wird es an der nötigen Kopf- und Beinfreiheit fehlen. Der im Vergleich zur Limousine bei einer Länge von 4,50 Metern knapp 20 Zentimeter längere Kombi bietet bei einem guten Radstand über 2,65 Meter genügend Platz.

Der ist auch im Kofferraum vorhanden. Zwischen 528 und 1642 Liter stehen für das Verstauen von Gepäck zur Verfügung. Ein 43 Liter großes Ablagefach im Kofferraumboden nimmt weitere Utensilien auf.

Optionale Sicherheitsassistenten für den Kia Ceed Sportswagon

Der Kia Ceed SW verfügt über eine schicke Seitenlinie
Der Kia Ceed SW verfügt über eine schicke Seitenlinie © AG/Flehmer

Wie mittlerweile in der Kompaktklasse fast schon üblich, haben Sicherheitsassistenten auch beim Ceed Einzug gehalten. Doch Spurhalteassistent, Parkassistent, Xenon-Scheinwerfer und Konsorten sind nur in den höheren Ausstattungen oder Paketen erhältlich. Hier gibt es keine Unterschiede zum großen Vorbild aus Wolfsburg.

Unterschiede werden bei den Aggregaten deutlich. Die beiden Volumenmotoren, der 1.4 CVVT-Benziner mit 73 kW/100 PS und der 1.6 CRDi mit 94 kW/128 PS, arbeiten zwar solide, ziehen aber nicht gerade die Wurst vom Teller. Der Selbstzünder benötigt 11,2 Sekunden für den Sprint und wirkt gerade in den unteren Drehzahlbereichen etwas schmallippig. Die 260 Newtonmeter Drehmoment liegen zwischen 1900 und 2750 Umdrehungen an, hier punktet VW mit dem Golf besser. Zudem sind die Motorengeräusche gerade in niedrigeren Drehzahlen recht vernehmbar.

Lockangebot für den Kia Ceed Sportswagon

Noch weniger kräftig wirkt der Benziner, der auch über zwei Sekunden mehr für den Sprint zur 100 km/h-Marke benötigt. Auf der Landstraße sollten Überholvorgänge deshalb sehr sorgfältig geplant werden. Ansonsten arbeiten beide Aggregate solide und werden die Anforderungen der meisten Kunden voll erfüllen, da auch die jeweils sechs Gänge gut eingelegt werden können und das Fahrwerk gut gebaut wurde. Und 4,5 Liter beim Diesel beziehungsweise 6,2 Liter Verbrauch beim Ottomotor können sich sehen lassen.

Zudem die Preise auch weiterhin attraktiv bleiben. Das Basisangebot von 15.690 Euro wird dabei - wie bei anderen Herstellern auch - wohl nur selten oder gar nicht geordert werden, sodass 17.490 Euro für den 1.4 CVVT in der Ausstattungsvariante Edition 7 als Maßstab gelten sollten. Dann ist der Wagen, der bereits mit fünf Sternen beim EuroNCAP-Crashtest gekürt wurde, gut ausgestattet. Die Preise für den Topdiesel in der höchsten Version Spirit beginnen bei 23.590 Euro. Hinzu kommen die unschlagbaren sieben Jahre Garantie. Preise, mit denen der Golf nicht mithalten kann, um seinen Status aber nicht fürchten muss, auch wenn der Kia Ceed der zweiten Generation wohl mehr Marktanteile als der Vorgänger erobern kann und muss. Denn auch wenn der Angriff auf VW langsam vonstatten geht, liegen die Erwartungen auf den Ceed höher – die Schonzeit ist vorbei.






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