25. Oktober 2016

Fahrbericht Vierzlyinder mit 367 PS Volvo V60 Polestar: Schwedens Hochleistungssportler

Der Volvo V60 Polestar Fotos ▶
Der Volvo V60 Polestar © Volvo

Volvo setzt bei seinen Modellen auf Sportlichkeit. Dafür bieten die Schweden nun für den S60 und V60 Polestar-Modelle an. Was sie zu bieten haben, haben wir mit dem Kombi getestet. Soviel sei schon mal verraten: Fahrspaß ist garantiert.




Von Frank Mertens

Sie haben eine Familie, brauchen also viel Platz? Entsprechend läuft bei der Wahl eines neues Autos alles auf einen Kombi hinaus. Dennoch soll der Fahrspaß nicht zu kurz kommen. Schließlich spielen die Emotionen beim Autokauf eine gewichtige Rolle. Denn, seien wir ehrlich: Manchmal mag man auch mal so richtig aufs Gaspedal drücken und die Kraft spüren, die da unter der Motorhaube schlummert.

Für alle diejenigen, die bei einem Kombi auf ein gehöriges Maß an Sportlichkeit setzen, bietet Volvo neben der Limousine S60 auch den V60 als Polestar-Modell an. Natürlich kommen dabei, wie bereits beim XC 90, keine Sechszylinder-Motoren zum Einsatz. Unter der Motorhaube unseres Polestar-Modells sorgt ein Vierzylinder für Vortrieb. Sportlichkeit und Vierzylinder? Geht das überhaupt? Es geht - und wie.


Vierzylinder mit 367 PS

Denn die Motorenspezialisten der Sportwagentochter der Schweden haben aus dem Zweiliter-Benzin-Direkteinspritzer satte 367 PS herausgeholt. Das sind im Vergleich zum Serientriebwerk T6 immerhin 61 PS mehr Leistung. Doch nicht nur die PS-Zahl des Vierzylinders ist gestiegen, sondern auch das maximale Drehmoment. Nun stehen 470 Nm statt 400 Nm zur Verfügung. Das sind Zuwächse, die nicht nur auf dem Papier gut ausschauen, sondern sich vor allem im Alltag bemerkbar machen. Wer mal etwas abrupt aufs Gaspedal tritt, der wird ausgesprochen druckvoll in die gut konturierten Sitze gedrückt.

Dabei erlebt man nicht nur, dass 470 Nm eine Ansage sind, sondern dass es auch gut ist, dass dieses Auto serienmäßig mit einem Allradantrieb unterwegs ist. In Kombination mit der tadellos arbeitenden Achtgang-Automatik setzt der V60 souverän den Vortrieb um. Das heißt in Zahlen ausgedrückt was? Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 4,8 Sekunden bis Tempo 100. Der rund 1800 Kilogramm schwere V60 erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei elektronisch abgeregelten 250 km/h.

Hecklastiges Allrad-System

Blick in den Innenraum des V60
Blick in den Innenraum des V60 © Volvo

Doch Topspeed und Sprintfähigkeiten sind das eine, die Fahrdynamik das andere. Und gibt der V60 Polestar auch hier eine gute Figur ab? Absolut! Dafür sorgt zum einen der hecklastig ausgelegte Allradantrieb von BorgWarner. Daneben sind die Polestar-Modelle unter anderem noch mit einer elektrischen Servolenkung, einem Sportfahrwerk und Stoßdämpfern von Öhlins und härteren Federn unterwegs. Das alles sorgt dafür, dass dieser V60 auf der Autobahn wie ein Brett auf der Straße liegt.

Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn die Federung des V60 ist so hart abgestimmt, dass man schlechte Straßenverhältnisse durchaus vernehmlich wahrnimmt; sie werden recht ungefiltert ins Fahrzeuginnere weitergeleitet. Doch wer Sportlichkeit wünscht, muss halt auch Zugeständnisse an den Komfort machen, dem Fahrspaß tut dies keinem Abbruch, wie Testfahrten von Berlin nach Nürnberg und zurück zeigten. Dieser V60 enttäuscht seinen Fahrer nicht. Die Kraftentfaltung erfolgt ausgesprochen harmonisch und das auch bei Zwischensprints. Entsprechend hat man bei Überholvorgängen nie das Gefühl, dass dem Motor jetzt doch bald die Luft ausgeht. Und wie schaut es mit dem Verbrauch aus? Den stellt Volvo nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) mit 8,1 Litern auf 100 Kilometern (CO2-Wert: 186 g/km) in Aussicht. Doch vergessen Sie diesen Wert: bei den Testfahrten mit hohem Autobahnanteil lag er bei 10,1 Litern.

Natürlich kann man den V60 auch locker unter die zehn Liter bringen. Doch wer so mit ihm unterwegs ist, der braucht auch kein Polestar-Modell. Am Ende der Testfahrten hinterlässt der Polarstern der Schweden einen bleibenden Eindruck und das Gefühl des "Den-will-ich-haben". Doch der Preis auf die Preisliste lässt dieses Gefühl doch schnell schwinden: Volvo ruft für ihn selbstbewusste 69.600 Euro auf. Dafür ist man immerhin mit allen Sicherheitssystemen unterwegs, die für den Kombi im Angebot sind. Dazu zählen unter anderem das City Safety-System, das Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem mit Stauassistenten und Distanzwarner. Zudem sind auch ein Müdigkeits- und Totwinkelassistent in diesem Premiumpreis inkludiert, immerhin.






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