10. Januar 2014

Fahrbericht Dreizylinder mit 90 PS Renault Clio Grandtour: Kleiner Kombi mit viel Platz

Der Renault Clio Grandtour beginnt bei 13.800 Euro. Fotos ▶
Der Renault Clio Grandtour beginnt bei 13.800 Euro. © Renault

Der Renault Clio Grandtour ist das richtige Auto für Familien, die auf den Cent achten müssen. Er bietet mit einem Ladevolumen von 435 Litern nicht nur ausreichend Platz, sondern auch einen günstigen Einstiegspreis.




Von Frank Mertens

Die Konkurrenz, der sich der Renault Clio Grandtour zu stellen hat, hat es in sich. In der Klasse der kleinen Kombis sieht sich sich der Franzose so gewichtigen Mitbewerbern wie dem Fabia Combi oder dem Seat Ibiza ST gegenüber. Wer da mithalten will, muss dem Kunden schon einiges bieten. Neben einem guten Aussehen und ansprechenden Fahrleistungen gehört im Wettlauf um die Gunst der Käufer dazu insbesondere viel, viel Platz. Deshalb legt man sich ein solches Auto ja auch schließlich zu, sonst könnte man gleich bei der Limousine bleiben.


Renault Clio mit ansprechendem Design

Fangen wir beim Aussehen an: Passt es zu dem verlockend klingenden Zusatz Grandtour in der Modellbezeichnung? Ja, es passt. Der Clio ist optisch gelungen. Mit seinem Design sticht er aus der Masse der teils doch arg trist gezeichneten Kleinwagen heraus. Mit ihm können auch solche Kunden auf große Reise gehen, die gern mit ihrem Auto aus der großen Masse hervorstechen wollen. Doch schick zu sein allein reicht nicht. Auch die Fahrleistungen müssen stimmen. Und stimmen sie? Von uns getestet wurde dazu der Clio Grandtour TCe 90. Start & Stopp, der mit attraktiven 15.100 Euro in der Preisliste steht.

Das Cockpit im Clio Grandtour
Das Cockpit im Clio Grandtour © Renault

Mit seinen 90 PS präsentierte sich der laufruhige Dreizylindermotor bei den Testfahrten zwar nicht als ein Ausbund an Sportlichkeit, aber als ein solider Begleiter, mit dem man unproblematisch und unaufgeregt von A nach B kommen kann. Sein maximales Drehmoment von 135 Nm liegt bei 2500 Umdrehungen an. Wer also auch einmal einen Hauch flotter vorankommen will, muss schalten, schalten, schalten. Das ist nicht weiter schlimm, weil sich der Schaltknauf des manuellen Fünfganggetriebes unproblematisch durch die Gassen führen lässt. Ist man indes auf der Autobahn unterwegs, dann vermisst man aufgrund bei höheren Geschwindigkeiten jedoch einen sechsten Gang. Während unser Clio in 12,2 Sekunden Tempo 100 erreicht, liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 182 km/h an.

6,5 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern

Der würde sich auch kraftstoffschonend auswirken. Denn nach den Testfahrten standen statt der in Aussicht gestellten 4,5 Liter auf 100 Kilometer zwei Liter mehr auf dem Bordcomputer. Doch wer es gemächlicher angehen lässt, kann in dem fast 1,1 Tonnen schweren Clio auch dank eines gut funktionierenden Start-Stopp-Systems unter sechs Liter kommen. Für einen Kleinwagen ist dies dennoch etwas zu viel.

Kommen wir zum Innenraum, der sich nicht von dem der Limousine unterscheidet. Hier wirkt das Cockpit aufgeräumt und bietet klare Strukturen. Die chromumrandeten Rundinstrumente sind gut ablesbar. Wenn es hier etwas zu meckern gibt, dann sind es die Sitze: sie sind nicht nur recht weich, sondern für Großgewachsene könnte die Beinauflage auch länger sein. Im Fond des Grandtour wird es für Menschen ab 1,80 Meter doch arg eng – bereits beim Einsteigen muss man den Kopf einziehen, will man ihn sich nicht anstoßen.

20 Zentimer länger als Limousine

Die Seitenansicht des Clio
Die Seitenansicht des Clio © Renault

Versöhnlich stimmt einen dafür der Kofferraum: kein Wunder, ist der Clio Grandtour doch mit 4,27 Meter über 20 Zentimeter länger als die Limousine. So finden in ihm 443 Liter Gepäck ihren Platz, das sind 143 Liter mehr als bei der Limousine. Bei umgelegter Rückbank steht ein Ladevolumen von 1380 Litern zur Verfügung. Damit steht selbst einer Fahrt in den Baumarkt nichts entgegen.

Erfreulich ist auch die niedrige Ladekanntenhöhe mit einer ausladenden Heckklappe, die das Einladen von Koffern erleichtert. Unterm Strich bietet der Clio Grandtour ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit einem Einstiegspreis von 13.800 Euro für die 74 PS-Variante ist er zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber ein Auto, das man durchaus in die engere Wahl einbeziehen kann, wenn man nach einem Kombi in diesem Segment Ausschau hält.






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