12. März 2014

Fahrbericht Auf Basis der Alfa Romeo Giulietta Jeep Cherokee: Trotz Rundungen kein Weichei

Der Jeep Cherokee kennt kaum Hindernisse im Gelände.
Der Jeep Cherokee kennt kaum Hindernisse im Gelände. © Jeep

Jeep-Anhänger stigmatisieren den neuen Cherokee aufgrund seines Designs. Dabei hat auch die neue Auflage des Kompakt-SUV seine typischen Gene beibehalten.




Über das Design des neuen, Anfang April debütierenden Jeep Cherokee ist schon viel geschrieben worden. Jeep-Puristen bemängeln besonders die Front, die die klare, traditionelle Formensprache aufweiche. Zwar gibt es noch die sieben Lüftungsschlitze, diese dominieren aber nicht mehr den Kühlergrill wie bisher, sondern gehen in die Motorhaube über. Schmale, längliche Scheinwerfer flankieren das Ganze. Das ehemals kantige Auftreten gehört der Vergangenheit an. Das Design lehnt sich eher an den Vorgaben eines Range Rover Evoque an. Ein schick gezeichneter Cherokee?


Jeep Cherokee basiert auf Alfa Romeo Giulietta

Manche Jeep-Fans stehen kurz vor der Schnappatmung. Aber nicht nur das Design stellt sie vor Herausforderungen. Der Cherokee basiert auf der Pkw-Plattform des Alfa Romeo Giulietta, die Zugehörigkeit von Jeep zum Fiat-Konzern lässt grüßen. Somit gibt es auch keine Starrachse mehr, wie bei normalen Pkw ist nun die komfortablere Einzelradaufhängung Standard.

Mit Debatten über die Optik oder Plattformstrategien können die Jeep-Verantwortlichen leben, wichtig ist ihnen - wie Mike Manley, CEO der Offroad-Kultmarke, betont - keine Zweifel über die Geländegängigkeit des Modells trotz der Neuerungen aufkommen zu lassen: "Der Cherokee ist ein echter Jeep." Zumindest dann, wenn er nicht mit Frontantrieb vorfährt, sondern mit Allrad. Manley rechnet übrigens damit, dass sich 65 bis 70 Prozent der Kunden für die 4x4-Versionen entscheiden werden.

Drei Allradsysteme für Jeep Cherokee zur Auswahl

Zur Wahl stehen die drei Allradsysteme Active Drive I, Active Drive II mit Geländeuntersetzung sowie Active Drive Lock mit Geländeuntersetzung und Hinterachs-Sperrdifferenzial. Letzteres kommt bei den Trailhawk genannten Modellen zum Einsatz. Hier ist ein zweistufiges Transfergetriebe mit Drehmomentmanagement, Geländeuntersetzung und Hinterachsdifferenzialsperre aktiv und für Fahrten durch unwegsames sowie steilansteigendes Gelände und/oder über schlechte holprige Pisten oder Baumstämme gedacht.

Alle neuen Cherokee-Modelle mit 4x4 verfügen zudem über die bekannte Selec-Terrain-Traktionskontrolle mit den vier Fahrmodi Auto, Snow, Sport und Sand/Mud. Beim der Cherokee-Version Trailhawk ergänzt die Funktion Rock die Fahroptionen.

Jeep Cherokee ohne Probleme im Gelände

Die Elektronik des Cherokee entlastet den Fahrer.
Die Elektronik des Cherokee entlastet den Fahrer. © Jeep

Da im Alltag echte Offroad-Fahrbahnbedingungen eher selten anzutreffen sind, konnten wir den Jeep auf einem künstlichen Offroad-Gelände die Kletterkünste des Cherokee Trailhawk ausprobieren. Kurz: Er ist kein Weichei und muss keine schwierigen Bedingungen fürchten. Es ging über Baumstammpassagen, holprige Steinwege, steile Anstiege hoch und wieder runter und auf der Hindernis-Strecke zeigen sich die Robustheit und der guten Unterbodenschutz des Offroaders.

Der Vorteil für ungeübte Geländegänger: Die Elektronik übernimmt die Hauptarbeit. Der Fahrer kann sich aufs Gelände konzentrieren und lenken. Im Hintergrund übernimmt das System elektronisch bis zu zwölf verschiedene Aufgaben, darunter Antrieb und Bremsen sowie Bergan- und Bergabfahrhilfe. So muss der Fahrer auf steilen Passagen weder Gas geben noch bremsen. Nur sollte man sich nicht hetzen, unter schwierigen Bedingungen ist Langsamkeit Trumpf, die Neungang-Automatik arbeitet so meistens im ersten Gang.

Zwei Motoren für den Jeep Cherokee

Systeme erhöhen den Komfort an Bord des Jeep Cherokee
Systeme erhöhen den Komfort an Bord des Jeep Cherokee © Jeep

In Deutschland stehen für den Vortrieb zwei Motoren zur Wahl. Der 2,0-Liter-Diesel ist in den beiden Leistungsstufen mit 103 kW/140 PS beziehungsweise 125 kW/170 PS zu haben, für die Kraftübertragung sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe, gegen Aufpreis gibt es die Neungang-Automatik. Volumenmotor wird wohl der stärkere Selbstzünder. Eher weniger nachgefragt werden dürfte hier zu Lande der immer mit Automatik ausgestattete V6-Benziner mit 200 kW/272 PS aus 3,2 Litern Hubraum. Genaue Motordaten wie auch die Preise sind noch nicht veröffentlicht. Mindestens 35.000 Euro werden aber sicherlich fällig.

Übrigens: Die Jeep-Fans müssen sich mit weiteren Neuheiten abfinden. Das Interieur der europäischen Modelle ist gut verarbeitet. Außerdem sind nun moderne Infotainment- sowie Assistenzsysteme erhältlich. Diese Änderungen dürften aber kaum zum Verdruss führen. (SP-X)






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