20. Januar 2014

Fahrbericht Ohne Allrad Honda CR-V: SUV im Trend

Mit 120 PS ist der Honda CR-V ausreichend ausgestattet.
Mit 120 PS ist der Honda CR-V ausreichend ausgestattet. © Honda

Schon in früheren Zeiten wurden die SUV nur selten in die eigentlichen Bestimmungsgebiete gesteuert. Auch beim Honda CR-V mit dem neuen 120 PS starken Diesel reicht der Frontantrieb aus.




Wer sich heute ein SUV zulegt, dem steht der Sinn weniger nach Ausfahrten durch Matsch und Geröll als nach Platz und Effizienz. Und so werden SUV heute vor allen Dingen wegen ihres guten Platzangebots und – nicht zu vergessen – wegen der erhöhten Sitzposition und der damit einhergehenden guten Übersicht über das Straßengeschehen gekauft. Ach ja, und sparsam sollten die Fahrzeuge natürlich auch noch sein. Die Hersteller haben längst reagiert: Kommen die kleinen SUV schon meistens ohne Allradantrieb auf den Markt, geht der Trend auch bei den volumenstarken Kompaktmodellen ebenfalls zum Frontantrieb. So gesehen, war also unser Testauto, der Honda CR-V mit dem neuen Diesel, ganz und gar trendy.


Honda CR-V in vierter Generation

Der mittlerweile in der vierten Generation erhältliche Japaner ist erst seit kurzem (Dezember 2013) auch mit dem 88 kW/120 PS starken, bislang nur aus dem Civic bekannten 1,6-Liter-Diesel verfügbar. Anders als beim 2,2-Liter Diesel (110 kW/150 PS) und 2,0-Liter-Benziner (114 kW/155 PS) verzichtet Honda beim kleinen, für Europa entwickelten Selbstzünder auf die teure Allradtechnik. Ihn gibt es ausschließlich mit Frontantrieb. Weitere Restriktion: Eine Automatik ist ebenfalls für das neue Aggregat nicht vorgesehen, die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt über ein Sechsgang-Getriebe.

Die Verzichtsübungen sollen dazu beitragen, den Verbrauch zu reduzieren, schließlich sind SUV keine Leichtgewichte. Unser Testauto bringt trotz fehlender 4x4-Technik sowie diversen Gewichtseinsparungen immer noch 1,6 Tonnen Leergewicht auf die Waage. Und die wollen ins Rollen gebracht werden. Der 1,6-Liter-Diesel macht dabei seine Sache gar nicht schlecht. Er mobilisiert 300 Nm, die bei 2000 Umdrehungen ihre volle Durchzugskraft entfalten. Das ist für einen Motor dieses Hubraums kein schlechter Wert. Unterhalb von 1.500 Umdrehungen tut sich das Aggregat allerdings etwas schwer, hier gilt: Schalten, Schalten, Schalten.

Mit Econ-Taste ist der Honda CR-V besonders sparsam

Da das Sechsgang-Getriebe aber ordentlich durch die Schaltgassen flutscht, ist das kein Problem. Einmal in Drehmomentlaune versetzt, zeigt sich das Triebwerk von seiner agilen Seite. Der Kompakte ist jedoch bei weitem kein Sportler. Seine sportiven Ambitionen enden bei den schick gezeichneten Blechkanten. Der Standardspurt gelingt in 11,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 182 erreicht. Man kann also flott unterwegs sein, aber Rasen gehört - nicht ganz überraschend bei einer Leistung von 120 PS - nicht zu seinen Bestimmungsgenen.

Der Honda CR-V ist kein Kandidat für die linke Spur
Der Honda CR-V ist kein Kandidat für die linke Spur © Honda

Auf Autobahnen ist er kein Dauergast auf der linken Spur. Wohl fühlt sich der CR-V dagegen bei angemessenen Tempi auf Landstraßen. Wer es besonders sparsam mag, kann zudem in den Blümchenmodus, pardon Econmodus wechseln. Sobald man die Econ-Taste gedrückt hat, variiert das Motormanagement den Drehmomentverlauf und drosselt die Leistung der Nebenaggregate wie beispielsweise der Klimaanlage. Im Instrumentendisplay leuchtet derweil ein grünes Blümchen auf. Ist man ökologisch korrekt unterwegs, zeigt das Display zusätzlich ein grünes Leuchtband. Gibt man ungeduldig zu viel Gas, wechselt die Farbe nach weiß. Wir fuhren aber meistens ohne Blümchen-Zierrat.

Das Ansprechverhalten wird doch sehr träge, Beschleunigungsversuche sollte man dann unterlassen und sich aufs gelassene Dahingleiten beschränken. Auch ohne grüne Ermunterung: Durchschnittlich flossen bei unseren Testfahrten 6,3 Liter Diesel durch die Leitungen, 1,6 Liter mehr als die Werksangaben vorgeben und damit auch im Trend.

Honda CR-V mit 120 PS ab 25.990 Euro

Das Interieur des Honda CR-V ist sachlich-kühl.
Das Interieur des Honda CR-V ist sachlich-kühl. © Honda

Richtig knauserig darf man auch beim Kauf nicht sein. Mindestens 25.990 Euro müssen Interessenten für den 120-PS-Diesel in der Comfort-Ausstattung anlegen. Wer Wert auf Allrad legt, muss für dieses Komfortniveau beim Benziner ab 26.775 Euro sowie beim großen Selbstzünder ab 29.325 Euro bezahlen. Unser Testauto in der Version "Lifestyle" kostet ab 31.395 Euro, hat aber bis auf einige Sicherheits-Assistenten (Safety-Paket, 2650 Euro) sowie das Festplatten-Navigationssystem (2200 Euro) fast alles an Bord, was die Honda-Ausstattungsliste hergibt. Dazu zählen unter anderem 18-Zoll-Felgen, Alcantara-Sitze, Zweizonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Xenon-Scheinwerfer sowie Digitalradio. Die Verarbeitung ist Honda-typisch tadellos, man sollte jedoch ein Faible für sachlich-kühle Interieurgestaltung haben.

Serienmäßig an Bord gibt es immer den großzügigen Kofferraum. Der fasst in der Grundstellung schon fast 600 Liter, das reicht für Einkaufsfahrten zum Getränkehändler. Steht eine Party an, kann man das Gepäckvolumen durch Umlegen- und Klappen der Rücksitze auf bis zu 1669 Liter erweitern. Damit wird der CR-V zu einem kleinen Transporter – ob mit oder ohne Allrad. (SP-X)






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