28. November 2006

Fahrbericht BT-50: Mini-Truck für Großstadtcowboys

Der Mazda BT-50
Der Mazda BT-50 © Foto: Werk

Pickups werden immer beliebter. Nach Mitsubishi, Toyota und Nissan hat auch Mazda diesen Trend erkannt und schickt den BT-50 ins Rennen um Marktanteile.




Von Thomas Flehmer

Pick-Ups liegen in Europa im Trend. Die kleinen Lastwagen, die in Amerika das Straßenbild prägen, fristen auf dem «alten Kontinent» trotzdem nur ein Nischendasein. Mit einem neuen Konzept sollen die offenen Lastesel aber nun auch in Europa neue Zielgruppen ansprechen. Nachdem bereits Nissan, Mitsubishi und Toyota ihre Modellserien auf den aktuellen Stand gebracht haben, zieht Mazda mit seiner traditionellen B-Serie nach. «Pick-Ups sind nicht mehr nur eine rein rationale Wahl, sondern auch das Design spielt mittlerweile eine Rolle», sagte Mazda-Pressesprecher Nicolas Valeano bei der Präsentation des neuen BT-50.


Voll trendy

So ist die Zahl der gewerblichen Nutzungen der «Little Trucks» um zehn Prozent auf insgesamt 61 gefallen, während die Zahl der Freizeit-Nutzer weiter kontinuierlich ansteigt. «Pick-Ups gelten als trendy», sagt Valeano. Um sich von den Konkurrenten dabei abzusetzen, fällt das Außendesign nicht so bullig aus wie zum Beispiel beim L200 von Mitsubishi.

Der BT-50 ist zwar immer noch von einem Kombi oder SUV deutlich zu unterscheiden, doch haben die Japaner einen guten Kompromiss zwischen LKW und PKW gefunden. So ist die Frontpartie des fünf Meter langen und 1,80 Meter breiten Riesen etwas schmaler als bei den Konkurrenten ausgefallen.

34 PS mehr

Ausreichend Platz auf der Ladefläche
Ausreichend Platz auf der Ladefläche © Foto: Werk

Besonders die L-Cab-Version soll dabei die Surfer und Biker ansprechen. Hierbei werden die Türen gegenläufig geöffnet und vermitteln einen Hauch vom konzerneignen Sportwagen RX-8. Ganz so weit und schnell kommt es mit dem baugleichen Bruder des Ford Ranger aber nicht.

Der einzig und allein und vor allem ausreichend angebotene 2,5 Liter Commonrail-Diesel mit 105 kW /143 PS, 34 PS mehr als der Vorgänger, ist weit entfernt von Spitzengeschwindigkeiten. Bei 158 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht, der Spurt zur 100 km/h-Marke dauert 12,5 Sekunden und vermittelt so auch das für den 1,75 Meter hohen 1,8-Tonner eher passende Country-Gefühl.

Haklige Schaltung

Das Cockpit ist übersichtlich
Das Cockpit ist übersichtlich © Foto: Werk

Auch die Schaltung und die Akustik passt sich dem in Thailand hergestellten Pickup an. Die Gänge lassen sich gut, aber Truck-mäßig haklig einlegen, der Diesel vermittelt das Gefühl von der grenzenlosen Freiheit der öde geradeaus verlaufenden Landstraße - wenn da nicht der Innenraum wäre. Hier prallen nämlich die Welten zwischen LKW und PKW aufeinander.

Der Lastesel mit der Ladefläche von 1,73 Metern präsentiert sich in der Kabine sehr wohlig und bequem. Die Sitze geben genügend Seitenhalt, die komplett neu verarbeitete Armaturentafel und höherwertige Materialien sorgen für den nötigen Luxus, der auf längeren Reisen benötigt wird. Leider kann das Rückfenster nicht wie beim L200 eingefahren werden, um damit längere Sachen zu transportieren.

Heck schert aus

Gemacht fürs Gelände
Gemacht fürs Gelände © Foto: Werk

Ablageflächen, Cupholder, funkgesteuerte Zentralverriegelung sowie diverse Audioformate wie Anschlussmöglichkeiten für MP3-Player wollen den Road-Trip aber so angenehm wie möglich halten. Gestört wird die Reise des Fronttrieblers dann, wenn die Ladefläche leer ist und der mit einem maximalen Drehmoment von 330 Nm, die bei 1800 U/min anliegen, auf einem nicht sauberen Untergrund anfahren möchte. Das Heck schert aus und ist nicht so leicht einzufangen. Ein ESP gibt es nicht, da noch keine technische Lösung gefunden wurde, die das Problem löst. Mazda hofft aber, in mittelbarer Zukunft ein Stabilitätsprogramm ebenso anbieten zu können wie einen Rußpartikelfilter.

Kurze Aufpreisliste

Steile Stücke sind für den Allradler kein Problem
Steile Stücke sind für den Allradler kein Problem © Foto: Werk

Dann steht den 800 Cowboys, die im kommenden Jahr den BT-50 erwerben sollen, nichts mehr auf dem Weg in die Freiheit im Wege. Ab Anfang Dezember ist die neue B-Serie erhältlich. Zum attraktiven Preis von 23.800 Euro in der Ausstattungsversion »Midlands« geht es mit der L-Cab los, der konventionell öffnende Viertürer XL-Cab beginnt bei 25.500 Euro. Die höherwertige Ausstattungsvariante »Toplands« beginnt bei 26.600 Euro. Klimaanlage für 1250 Euro, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer (210), sowie ein Audiosystem (320) erhöhen den Genuss.






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