28. November 2012

Fahrbericht 2.0 TDI mit 140 PS Audi Q3: Kleiner Q mit großen Stärken

Der Audi Q3 bietet überzeugende Fahrleistungen.
Der Audi Q3 bietet überzeugende Fahrleistungen. © Audi

Mit dem Audi Q3 hat die VW-Tochter einen überzeugenden Geländewagen auf den Markt gebracht. Was das kleinste Modell der Q-Baureihe zu bieten hat, zeigt unser Test mit dem 2.0 TDI.




Von Frank Mertens

Kein Wunder, dass der kleine Geländewagen Q3 bei Audi kräftig den Absatz ankurbelt. Wer sich in den im spanischen Martorell gebauten Kompakt-SUV der VW-Tochter setzt, fühlt sich auf Anhieb wohl.

Dafür sorgt nicht nur die erhöhte Sitzposition, die maßgeblich zur Beliebtheit dieses Fahrzeugsegments beiträgt, sondern vor allem die Wertigkeit des Innenraums. Hier setzt die VW-Tochter seit Jahren Benchmarks. Nur wenige Hersteller – wenn überhaupt noch Mercedes und BMW – bieten ihren Kunden eine vergleichbare Qualität. Entsprechend positiv fällt der erste Kontakt mit dem Audi Q3 aus, den wir als 2.0 TDI mit 140 PS getestet haben. Da stört kein falscher Farbton, keine raue Oberfläche oder ein gar schlecht verarbeitetes Material das ästhetische Empfinden: es passt einfach alles, auch die Instrumente lassen sich intuitiv bedienen. So muss es sein.


Guter Sitzkomfort der Sportsitze des Audi Q3

Selbst Großgewachsene brauchen sich in diesem Geländewagen nicht beklagen. Die Vordersitze bieten nicht nur eine ausreichende Beinauflage für Sitzriesen, sondern auch trotz der straffen Polsterung der in unserem Testwagen verbauten Sportsitze einen guten Sitzkomfort. Wer im Fond Platz nimmt, braucht sich ebenfalls nicht beklagen – auch hier steht ausreichend Platz für zwei erwachsene Mitreisende zur Verfügung.

Das Cockpit des Audi Q3
Das Cockpit des Audi Q3 © Audi

Die Kopf- und Kniefreiheit ist selbst für Passagiere jenseits von 1,80 Meter Körpergröße als angenehm zu bezeichnen. Damit erweist sich der Audi Q3 als geeignetes Familienfahrzeug – das belegt auch das Kofferraumvolumen von 460 Liter. Das reicht für die Fahrt in den Urlaub allemal.

Doch ein wertiger und mit ausgiebigem Platz versehener Innenraum ist das eine, das Fahrverhalten das andere. Aber auch hier verdient sich der Q3 Bestnoten. Gut, der Zweiliter-Commonrail-Diesel ist im kalten Zustand zwar durchaus vernehmlich, doch das legt sich, sobald der Vierzylinder seine Betriebstemperatur erreicht hat. Dann zeigt sich der 2.0 TDI als zuverlässiger Begleiter für alle Alltagssituationen.

Audi Q3 in 9,9 Sekunden auf Tempo 100

Mit seinem Drehmoment von 320 Nm – es liegt zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen an - sorgt das Kompakt-SUV für einen kraftvollen Antritt und ein schaltfaules Vorankommen. Eigentlich schade, denn das manuelle Sechsganggetriebe ist prima abgestimmt, lässt sich knackig schalten. Zwar ist der Q3 mit 1520 Kilogramm kein Leichtgewicht, dennoch lässt es sich recht sportlich beschleunigen. So vergehen gerade einmal 9,9 Sekunden bis Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 202 km/h erreicht.

Das Heck des Audi Q3
Das Heck des Audi Q3 © Audi

Wer es im Q3 auch gern mal etwas sportlicher mag und auf flotte Kurvenfahrten aus ist, kann dies getrost tun, denn das derzeit kleinste Modell in der Q-Baureihe (es besteht noch aus dem Q5 und dem Q7) neigt so gut wie kaum zu Wankbewegungen. Zu den sportlichen Fahreigenschaften passt dann auch die direkt ansprechende Lenkung, die dem Fahrer eine gute Rückmeldung vermittelt. Und der Verbrauch? In Aussicht gestellt werden seitens des Herstellers gerade einmal 5,2 Liter auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 137 g/km entsprechen würde. Doch dieser Wert wurde in der Realität verfehlt – hier standen trotz eines gut funktionierenden Start-Stopp-Systems am Ende 6,7 Liter auf dem Bordcomputer. Für ein Auto mit diesem Gewicht und Karosserieform ein dennoch noch akzeptabler Wert.

Wer Lust hat, einen Audi Q3 2.0 TDI zu fahren, muss dafür mindestens 30.250 Euro auf den Tisch des Händlers legen. Wer dann noch ein paar Nettigkeiten wie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine unbedingt zu empfehlende Einparkhilfe, Sportsitze oder ein Navigationssystem bestellt, kommt locker auf über 35.000 Euro. Das ist viel Geld, dafür bekommt man dann aber auch ein sehr überzeugendes Auto. Wohl dem, der es sich leisten kann.






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