27. Oktober 2014

Fahrbericht Neue Motorenfamilie Volvo V40 D4: Beherzt unterwegs mit vier Pötten

Der Volvo V40 ist mit modernem Vierzylinder unterwegs. Fotos ▶
Der Volvo V40 ist mit modernem Vierzylinder unterwegs. © Volvo

Volvo verabschiedet sich nach und nach von den Fünfzylindern. Nun kommen bei den Schweden effiziente Vierzylinder-Motoren zum Einsatz. Was sie zu bieten haben, zeigt unser Test mit dem 190 PS starken Diesel.




Volvo stärkt sich noch einmal, ehe mit dem XC90 im nächsten Jahr eine neue Design-Ära eingeläutet wird. Wichtigste Neuheit aktuell sind die Drive-E-Motoren mit vier Zylindern. Weil die Schweden lange mit den fremden Herzen von Ford unter der Haube gefahren sind, wird die Motorenpalette nach und nach auf eine eigene Vierzylinder-Familie umgestellt und alle Aggregate, die mehr als vier Töpfe haben, werden verabschiedet.

Beim kompakten V40 bildet der bereits erhältliche Benziner T5 mit 180 kW/245 PS die Spitze. Neustes Herzstück bei den Selbstzündern ist der 140 kW/190 PS starke D4, der zugleich das Leistungsende bei den Dieselmotoren markiert. Die beiden Triebwerke der Drive-E-Familie verfügen jeweils über vier Zylinder sowie zwei Liter Hubraum und erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Ist der Benziner nur mit dem neuen Achtgang-Automatikgetriebe zu haben, steht beim D4 die Automatik als Alternative zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe.


Beschleunigung ohne Turboloch

Die neuen Motoren basieren auf einem gemeinsamen Block, egal ob es sich um Ottomotor oder einen Selbstzünder handelt. Identisch sind auch der Zylinderabstand, Bohrung und Hub. Diese Gemeinsamkeiten, Gleichteile wie beispielsweise bei Kurbelwelle, Ölwanne und Lichtmaschine sowie der kompakte Aufbau der Vierzylinder erlaubt unter anderem eine einheitliche Gestaltung des Motorraums.

Das Cockpit des Volvo V40
Das Cockpit des Volvo V40 © Volvo

Wer sanft anfahren will, muss seinen Gasfuß kontrollieren. Das neue Aggregat beschleunigt den 4,37 Meter langen Fünfsitzer ohne erkennbares Turboloch. Es bildet mit der präzise schaltenden Achtgang-Automatik ein harmonisches Duo, mit dem selbst hektische Überholmanöver gelingen. Die Automatik hat jederzeit den passenden Gang parat und vollzieht die Wechsel sanft. Für die harmonische Kraftentfaltung sorgen zwei Turbolader. Ein kleiner ist für spontanes Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich zuständig, während ein zweiter, größerer Lader den nötigen Druck bei höheren Drehzahlen zur Verfügung stellt. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern steht in einem Bereich von 1.750 bis 2.500 U/min bereit.

Durchschnittlich sechs Liter Verbrauch

Seitenlinie des V40 von Volvo
Seitenlinie des V40 von Volvo © Volvo

Wer viel Leistung vom V40 fordert und sportlich unterwegs ist, darf sich selbstverständlich nicht über höheren Durst wundern. Im Durchschnitt errechnete der Bordcomputer bei der Testfahrt sechs Liter, Volvo gibt mit der sogenannten Geartronic einen Verbrauch von vier Litern an. Während die Motoren überzeugen, hapert es ein wenig an der assistierenden Elektronik. So fiel uns die Verkehrszeichenerkennung eher negativ auf. Fährt man aus der Ortschaft raus und düst bereits längst über Schnellstraßen oder die Autobahn, leuchtet im Display teilweise noch länger eine rot-umrundete 50 und irritiert den Fahrer. Eher belustigend ist die weibliche Stimme des Navigationssystems, die partout nicht „Köln“ oder „Maastricht“ korrekt aussprechen will und nach „Küln“ oder „Mast-Tricht“ lotst.

Von diesen Kleinigkeiten abgesehen, fühlt sich der Fahrer im V40 gut behütet. Die Basisvariante des Schweden rollt vollgepackt mit Sicherheitsassistenten über die Straßen. Neben einer Rundum-Versorgung mit Luftkissen ist unter anderem immer ein Fußgänger-Airbag an Bord. Klimaanlage, Start-Stopp-System, Bremsenergie-Rückgewinnung und ein Audiopaket sind ebenfalls Standard.

Wer sich noch ein Komfort-Paket (1.300 Euro), Panorama-Glasdach (1.150 Euro), Rückfahrkamera (450 Euro), Schaltwippen am Lenkrad (170 Euro) und andere Annehmlichkeiten gönnt, treibt den Preis des V40 schnell über 45.000 Euro. Die günstigste Möglichkeit, das Top-Aggregat der Selbstzünder im kompakten Schweden zu fahren, beginnt bei 29.880 Euro. Damit befindet er sich preislich fast schon auf Niveau der deutschen Premium-Konkurrenten. Auch der im SUV-Stil eingekleidete V40 Cross Country ist mit dem D4 erhältlich. Dann werden mindestens 31.380 Euro fällig. (SP-X)






Mehr zur Marke Volvo

Neues Kompakt-SUV der SchwedenVolvo XC40: Bescheidenheit als neues Premium

Das SUV-Segment wächst und wächst. Davon will auch Volvo präsentieren und wird in Kürze den neuen XC40 an den Start schicken. Der Neue schickt sich an, dem XC60 mächtig Konkurrenz zu machen.


Fragen an den Autopapst im August 2017

Sie haben Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Er ruckelt? Er ölt. Sie wissen nicht weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute geht es um einen Volvo.


Neues TechnologieunternehmenVolvo und Geely erweitern Partnerschaft

Volvo und Geely vertiefen die Partnerschaft. Mit dem neu gegründeten Technologieunternehmen sollen aber nicht nur Synergien und Skaleneffekte generiert werden.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.