24. März 2014

Fahrbericht Facelift für SUV Kia Sportage: Leistungsshow der Kunststoffindustrie

Kia hat den Sportage einem Facelift unterzogen.
Kia hat den Sportage einem Facelift unterzogen. © Kia

Kia hat seinen Bestseller Sportage leicht überarbeitet. Beim Design hat sich indes nicht viel getan, dafür gibt es einen neuen Motor. Doch der verfügt nur über die Euro5-Abgasnorm.




Dezent ist eigentlich maßlos untertrieben für die Überarbeitung, die Kia seinem Bestseller Sportage spendiert hat. Erst beim zweiten oder dritten Blick lassen sich die minimalen äußeren Unterschiede gegenüber dem Vorgänger erkennen. Der Kühlergrill besitzt nun einen Chromrahmen und die serienmäßigen Leichtmetallräder bekamen ein neues Design. Außerdem strahlen die Rückleuchten nun in LED-Technik, und die Dachantenne hat ein Haiflossen-Design.

Nicht gerade viel, doch warum eine erfolgreiche Form ändern, dachten sich die Kia-Kreativen und verpassten dem Kompakt-SUV einen überarbeiteten Innenraum mit Soft-Touch-Oberflächen, einem neuen Layout der Instrumenten-Sammlung einschließlich einer 4,2 Zoll großen TFT-LCD-Anzeige samt Rückfahrkamera (ab Ausstattungsniveau Spirit). Bei Nachtfahrten sorgt zudem indirekte Beleuchtung für angenehme Atmosphäre.


Viel Hartplastik im Innenraum

Dazu tragen auch die sechs Lautsprecher der Audioanlage sowie das neue Infinity-Premiumsoundsystem bei, das in der Ausstattungsstufe Spirit serienmäßig montiert wird. Im Winter werden sich die Kia-Fahrer über ein beheizbares Lenkrad (Serie ab Spirit) und eine gegen Aufpreis lieferbare Standheizung mit Fernbedienung freuen. Allerdings wirkt die Gestaltung des Interieurs wie eine Leistungsschau der Kunststoffindustrie – die Materialien reichen von solidem Hartplastik bis zu haptisch angenehmen Variationen.

Das Cockpit des Kia Sportage
Das Cockpit des Kia Sportage © Kia

Unter der Haube ergänzt ein neuer Zweiliter-Benziner mit Direkteinspritzung die ansonsten unverändert gebliebene Antriebspalette. Die Leistung des Motors liegt bei 122 kW/166 PS, das Drehmoment kommt auf 205 Nm bei 4000 Umdrehungen. Genug, um den Sportage angenehm auf Touren zu bringen, zumal sich auch die Geräuschentwicklung in Grenzen hält. Je nach Ausführung erreicht der Sportage maximal 196 km/h. Wie die anderen Motorisierungen muss sich auch der neue Zweiliter mit einem 58 Liter fassenden Tank begnügen, sodass sich die Reichweite bei einem Normverbrauch von 7,8 Litern überschaubare Dimensionen einnimmt. Der entsprechende CO2-Ausstoß liegt bei 182 Gramm je Kilometer.

Motoren nur Euro 5

Das Heck des Sportage
Das Heck des Sportage © Kia

Außerdem erfüllen die Antriebe lediglich die Abgasnorm Euro 5. In diesem Bereich erwartet Kia noch einiges an Entwicklungsarbeit, um die von September an geltende Euro 6 zu erfüllen. Dank einer neuen Frontscheibe einschließlich verbesserter Verbundfolie konnte der Geräuschpegel im Innenraum markant verringert werden. Zum neuen akustischen Auftritt tragen auch die Modifikationen am Antriebsstrang bei. Die Kia-Ingenieure fanden für den Sportage eine neue Anordnung der Antriebswellen und eine Getriebehalterung mit einer gesteigerten Steifigkeit. Von Tempo 130 km/h an muss sich auch der Sportage den Windgeräusche wieder beugen, die aber nicht übermäßig lästig werden.

Das Fahrwerk zeigt sich mitunter zu stark von seiner komfortablen Seite. Kein Wunder schließlich ist der Sportage vor allem auf dem US-Markt erfolgreich, und amerikanische Chauffeure mögen es kommod. Das kompakte SUV ist aber weit davon entfernt, zu einer Sänfte zu mutieren. Der Fahrer erhält durchaus Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit und kann entsprechend reagieren. Auch von gemeinen Querrillen lässt sich der Sportage nicht aus der Ruhe bringen.

In das elektronische Stabilitätsprogramm ESC haben die Techniker einen Schleuderschutz für den Gespannbetrieb integriert. Die elektronische Unterstützung greift immer dann ein, wenn der Hänger droht, seine eigenen Wege zu fahren und bringt das Gespann wieder auf Kurs. (SP-X)






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