12. Februar 2008

Fahrbericht Kopfüber in die Erfolgswelle

Der Suzuki Splash
Der Suzuki Splash © Foto: Suzuki

Suzuki schwimmt auf einer Erfolgswelle - besonders in Deutschland. Der neue Kleinwagen namens Splash dürfte alles andere als ein Bauchplatscher werden.




Von Stefan Grundhoff

Der ebenso hochbeinige wie uncharismatische Wagon R ist Vergangenheit. Bis Suzukis neuer Billig-Einsteiger A-Star im kommenden Jahr auf den Markt kommt, ruhen die Hoffnungen auf dem Splash. Völlig neu entwickelt ist er ebenso wie sein Vorgänger Wagon R Zwillingsbruder eines baugleichen Opel Agila. Die Japaner haben gut lachen. Das Quartett aus Swift, Grand Vitara, SX4 und Jimny brachte Suzuki auf die Erfolgsspur der 80er Jahre zurück. Gegen den Trend ist man im vergangenen Jahr fast 13 Prozent gewachsen. Bis die größeren Modelle kommen, setzt man insbesondere auf neue Kleinwagen - wie den Splash.


Hochbeinig, aber praktisch

Der neue Splash macht sich mit seinem stimmigen Design schnell Freunde. Er lockt mit großen Augen und einem charmanten Äußeren. Der Innenraum ist eine Spur zu nüchtern. Gerade bei der Damenwelt werden die hohe Sitzposition und die gute Übersichtlichkeit auf viel Gegenliebe stoßen. Dabei ist es nur eine Legende, dass der Splash, als er in der Entwicklung zu sehr am Swift nagte, das Fallbeil zu spüren bekam, das ihm das senkrechte Heck und eine Gesamtlänge von gerade einmal 3,72 Metern bescherte.

Der neueste Suzuki ist vor allem eines: praktisch. Etwas hochbeinig ist er noch immer; durch das Plus an Breite präsentiert er sich deutlich erwachsener als sein Vorgänger Wagon R. Er bietet vier weit öffnende Türen, vier ordentliche Sitzplätze und einen überschaubaren Kofferraum von 178 Litern. Wer umklappt freut sich über mehr als 1.000 Liter Stauraum und der doppelte Boden im kleinen Kofferraum verschluckt mittelgroße Gegenstände spurlos.

Hart kalkuliert

Praktischer Innenraum
Praktischer Innenraum © Foto: Suzuki

Man würde sich über eine verschiebbare Rückbank oder elektrische Fensterheber in den hinteren Türen freuen. Doch auch die Kunststoffverkleidungen zeigen, dass hart kalkuliert wurde. Zumindest das Basismodell mit seinem 65 PS starken Dreizylinder hat man unter die magische 10.000-Euro-Marke drücken können.

Dafür fehlt die ausstattungsübergreifend avisierte Komfort- und Sicherheitsausstattung, die ihn eigentlich vom Zwilling Opel Agila abheben sollte. Beim Basismodell Splash 1.0 bleiben Seiten-Kopfairbags ebenso außen vor wie ESP. Das Fahrwerk präsentiert sich jedoch auch ohne ESP als sicher und souverän. Allein die spürbaren Wankbewegungen stören in engen Kurven und die Lenkung vermittelt einen leichtgängigen, aber allzu künstlichen Kontakt zur Fahrbahn.

Keine Drehzahlwunder zu erwarten

Mit kleinem Drehmoment recht flott unterwegs
Mit kleinem Drehmoment recht flott unterwegs © Foto: Suzuki

Der Wettbewerb ist hart und die Konkurrenz um Renault Modus, Renault Twingo, Fiat Panda, Mitsubishi Colt und nicht zuletzt Opel Agila schläft nicht und lockt ebenfalls mit Sonderangeboten und viel Variabilität auf kleinem Raum. Neben dem neu entwickelten Basismotor und einem 75 PS starken Commonrail-Diesel sind die Augen insbesondere auf den Splash 1.2 gerichtet. Mit satten 63 kW/86 PS bei kaum mehr als einer Tonne Leergewicht verspricht er eindrucksvolle Fahrleistungen.

Doch hinter dem Steuer wird schnell klar, dass mit 114 Nm aus dem Drehzahlkeller heraus keine Wunder zu erwarten sind. Wer das knochig-knorpelige Fünfgang-Getriebe jedoch engagiert einsetzt und die Gänge ausdreht, wird durchaus Fahrfreude verspüren können. 0 auf 100 km/h in 12,3 Sekunden und 175 km/h müssen nicht sein, lassen einem jedoch auch auf der Autobahn viele Möglichkeiten. Zumal sich der Durchschnittsverbrauch mit in Aussicht gestellten 5,5 Liter auf 100 Kilometern im Rahmen bewegt.

Sinnvolles Club-Paket

Die Kanten sind auch am Heck verschwunden
Die Kanten sind auch am Heck verschwunden © Foto: Suzuki

Abgesehen vom nackten Basismodell verfügen alle Splash-Version über sechs Airbags, ESP und elektrische Fensterheber vorn. Gerade der Splash 1.2 Club erscheint mit einem Basispreis von 12.700 Euro als sinnvolles Paket. Dass hierin das alles andere als überzeugende Soundsystem nicht enthalten ist, wird keinen Kunden ernsthaft stören. Außer beim Classic-Lockangebot verfügen jedoch alle Splash-Versionen über eine serienmäßige Klimaanlage. Den Metalliclack gibt es für günstige 325 Euro.






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