5. Dezember 2012

Fahrbericht Facelift für den Offroader Suzuki Jimny: Kleiner Kraxler mit vielen Stärken

Der Suzuki Jimny zeigt im Gelände seine Stärken.
Der Suzuki Jimny zeigt im Gelände seine Stärken. © Suzuki

Der Suzuki Jimny hat ein Facelift bekommen. Am Charakter des kleinen Offroaders hat das nichts geändert. Seine Stärken zeigt der Kleine dabei im Gelände.




Die Japaner haben ihrem kleinen Offroader eine Verjüngungskur spendiert, die so dezent ist, das sie kaum jemand bemerken wird. Leichte Modifikationen an der Front verändern das traditionelle Gesicht des Suzuki Jimny nicht. Und das ist auch gut so, denn so wie er ist, mögen seine Fans den Nachfolger des LJ80.

Gegen den Trend zu fahren, kann eben auch schick sein. Und anderswo bekommt man kaum für 15.190 Euro einen echten Offroader inklusive manuell zuschaltbarem Allradantrieb und Geländereduzierung. Doch nicht nur der Preis ist heiß. Bei Testfahrten auf den Schotterpisten Kroatiens offenbarte der kleine Kraxler grundehrliche Werte, die das Komfort-Defizit kurzzeitig fast vergessen lassen.


Jimny mit 86 PS

Der 1,3-Liter-Benziner-Vierzylinder im Jimny leistet 63 kW/86 PS und verfügt über eine variable Ventilsteuerung. Gekoppelt ist er an ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Dass bei maximal 4.100 U/min lediglich 110 Nm anliegen, macht das geringe Gewicht von rund 1.150 Kilogramm wieder wett. So fließt der Jimny im städtischen Straßenverkehr flott mit dem Strom und lässt sich wendig manövrieren. Auf Landstraße und Autobahn empfiehlt es sich, das nächste Überholmanöver vorausschauend zu planen, denn über Sprinterqualitäten verfügt der Jimny wahrlich nicht. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h beträgt gemütliche 14,1 Sekunden und die bei 140 km/h ist Schluss mit lustig.

Spartanisch, der Innenraum im Suzuki Jimny
Spartanisch, der Innenraum im Suzuki Jimny © Suzuki

Seine wahren Tugenden spielt der Jimny im Gelände aus. Hier mutiert er zum echten Spaßmobil. Wo kompromissloser Antrieb gefordert ist, wächst der kleine Suzuki über sich hinaus und entmündigt dabei seinen Fahrer nicht: Je nach Bodenbeschaffenheit darf während der Fahrt per Knopfdruck noch selbst entschieden werden, ob Heck- oder Allradantrieb die richtige Wahl ist. Eine Option, die das Gespür für das Terrain ungleich mehr anregt, als eine vergleichbare vollautomatische Allradtechnologie, von denen Suzuki bei SX4 oder Grand Vitara noch einige Alternativen zur Auswahl stellt. Beim Jimny ist mitdenken und mitarbeiten gefragt. Echte Hand- und Fußarbeit also: etwas oldfashioned zwar, aber auch sehr spaßig.

Angenehm hohe Sitzposition

Der kleine, nur 3,65 Meter lange Jimny kommt auch da noch gut voran, wo andere längst aufgeben. Die hohe Sitzposition und die geradlinige Architektur ermöglichen eine gute Sicht auf tiefe Pfützen, die der letzte starke Regen auf den Geröllpisten des kroatischen Hinterlandes hinterlassen hat. Auch größere Steigungen von bis zu 30 Prozent absolviert der kleine Offroader mühelos. Hier macht sich die Geländereduzierung bezahlt, mit deren Hilfe die Antriebskräfte an den Rädern im 4x4-Modus zusätzlich erhöht werden.

In Sachen Bequemlichkeit kann der Jimny keinen Blumentopf gewinnen. Im normalen Straßenverkehr können die harte Federung und die nicht sehr direkt ausgelegte Lenkung mit einem Kleinwagen der modernen Generation nicht mithalten. Auch der kurze Radstand trägt nicht dazu bei, dass die Fahrt ruhiger wird. Dafür punktet der kleine Jimny auch hier mit Wendigkeit und guter Übersichtlichkeit.

Das Heck des Suzuki Jimny
Das Heck des Suzuki Jimny © Suzuki

Das Platzangebot ist eher knapp bemessen. Die hinteren beiden Mitfahrer sollten nicht zu den besonders groß gewachsenen Exemplaren gehören. Das Interieur ist einfach und verzichtet auf jeglichen Schnickschnack. Dies passt wiederum zum Allradcharakter des Fahrtzeugs und macht ihn eher sympathisch: mehr erwartet man eben nicht im Freizeitmobil mit Outdoor-Genen.

Suzuki bietet die „Club“, „Comfort“ und „Style“-Variante an. Wahlweise steht ab der Comfort-Ausstattung ein Viergang-Automatikgetriebe zur Wahl. Der Preis beträgt dann 17.390 Euro. Ab der Basisausstattung „Club“ sind Servolenkung und elektrische Fensterheber Serie. In der Ausstattungslinie „Comfort“ gibt es eine Sitzheizung vorn. Zudem verfügt sie über CD-Radio, Klimaanlage sowie beheizbare Außenspiegel. Viel mehr Komfort wird der „echte“ Jimny-Kunde für seinen Geländegänger auch gar nicht wollen. (SP-X)






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