14. September 2006

Fahrbericht Mazda MX-5 Roadster Coupe: Mit dem Trend

Mazda MX-5 Roadster Coupe
Mazda MX-5 Roadster Coupe © Foto: AN24/Flehmer

Mazda hat ein knappes Jahr nach der Einführung der dritten Generation des MX-5 eine Klappdach-Variante folgen lassen. Das System macht einen ausgereiften Eindruck.




Von Thomas Flehmer

Letztendlich entschied der Trend. Während die Verantwortlichen bei der Vorstellung der dritten Generation des MX-5 im November letzten Jahres noch eine Klappdach-Variante mehr oder weniger ausgeschlossen, hat Mazda nun doch innerhalb eines dreiviertel Jahres gehandelt. Die steigenden Marktanteile im so genannten C+C-Segment machten auch vor dem japanischen Autohersteller nicht halt. «Der Markt mit elektronischen Klappdächern boomt. Das MX-5 Roadster Coupe ist die Antwort auf eine wachsende Nachfrage», sagte Mazda-Produktmanager Manuel Bortone bei der Präsentation des kleinen Sportwagens in Sölden.


Intelligentes Verpacksystem

Die neue Alternative war auch schnell geschaffen. Die Veränderungen an der Aerodynamik wurden analysiert und ausgewertet und Platz für das Verdeck gelassen. Für dieses Ziel wurde die Heckklappe um 40 Millimeter angehoben. Damit eine Linie das sportliche Aussehen des Roadsters nicht gefährde, wurde zudem der Kofferraumdeckel um 20 Millimeter angehoben.

Zudem ließen sich die Ingenieure ein tolles Verpacksystem für das Stahldach einfallen. Das Dach faltet sich direkt hinter den beiden Sitzen zusammen und lässt so dem Kofferraum die 150 Liter Volumen, die auch die Stoffdachvariante bietet. Viel Platz ist das nicht. Bei geschlossenem Dach stellt selbst der Daihatsu Copen mit 200 Liter Volumen mehr Platz zur Verfügung. Allerdings wird auf diese Weise ein «dickes Hinterteil», mit dem zum Teil die Mitbewerber sich herumschleppen müssen, vermieden.

Zwölf Sekunden bis zur Sonne

Mazda MX-5 Roadster Coupe
Mazda MX-5 Roadster Coupe © Foto: AN24/Flehmer

Stolz ist Mazda auf die schnelle Ein- oder Auspackzeit von lediglich zwölf Sekunden. Allerdings besitzt das Dach selbst auch nicht so eine große Fläche wie andere Konkurrenten im Segment. Zudem kann die Konstruktion nur im Stillstand und bei ausgekuppeltem Gang bedient werden. Hier ist die Konkurrenz schon einen oder mehrere Schritte weiter.

Sonst hat sich nicht viel Essentielles am rassigen Sportwagen verändert. Zwei neue Farben sind erhältlich, ein neues Bose-Sound-System kann optional geordert werden. Ganz neu im Programm kann ein iPod im Handschuhfach platziert werden. Ein Seitenairbag und das elektrische Stabilisationsprogramm DSC, das bei den Testfahrten zum Timmelsjoch besonders in den Kehren sehr schnell eingriff, vergrößern den Sicherheitsaspekt. Der Gewichtszuwachs hält sich deshalb mit insgesamt 37 Kilogramm Mehrgewicht im Rahmen.

Straffes Fahrwerk

Ein Blick in den Innenraum
Ein Blick in den Innenraum © Foto: Werk

Auch die Auswahl der Motoren blieb bestehen. Neben dem 1,8 Liter-Basismodell mit 93 kW/126 PS steht das von uns gefahrene Topmodell mit 118 kW/160 PS zur Verfügung. Besonders beim bereits erwähnten Anstieg zum 2509 hohen Timmelsjoch machte der 2,0 Liter-Motor eine gute Figur, musste bei den Anstiegen aber auch schon kräftig arbeiten. Wer also mit dem MX-5 häufig in die Berge möchte, der sollte auf den leistungsstärkeren Motor zurückgreifen.

Ebenso zuverlässig agierte das Fahrwerk. Gerade in den Serpentinen verschaffte die straffe Lenkung eine Menge Fahrspaß. Die 215 km/h Höchstgeschwindigkeit, die man mit dem 1117 Kilogramm schweren Sportler erreichen kann, ist beim MX-5 überhaupt nicht wichtig. Hier bereitet das Gleiten über kurvige Landstraßen viel mehr Freude als die stupide Autobahnfahrt. Denn gerade für die Autobahn sind spätestens bei offenem Verdeck sechs Gänge Pflicht. Bei der teuren Ausstattungsvariante «Expression» sind die sechs Gänge serienmäßig eingebaut, bei den anderen Varianten muss man sich mit fünf Gängen begnügen.

Interessante Preisgestaltung

Mazda MX-5 Roadster Coupe
Mazda MX-5 Roadster Coupe © Foto: AN24/Flehmer

Interessant gestaltet sich die Preisgestaltung für das neue Roadster Coupe. Für die Klappdachvariante muss der Kunde 1700 Euro mehr berappen als für das Stoffverdeck. Stahldachfreunde frohjubeln: Ein Hardtop für die Stoffdachvariante kostet im Zubehör schon stolze 2000 Euro. Allerdings überwiegen noch die Freunde der «Badekappe». Mazda rechnet, dass sich von den angepeilten 6800 MX-5-Käufern im Jahr 2007 rund 70 Prozent für das Stoffverdeck entscheiden, 30 Prozent für die neue Version.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Markteinführung Ende November, Anfang Dezember. Bis dahin sollte sich jeder Interessent entscheiden haben und den Kaufvertrag innerhalb eines Monats nach der Markteinführung unterschrieben haben. Denn ab dem 1. Januar 2007 kommen wegen der Mehrwertsteuererhöhung noch einmal drei Prozent zu den 25.5000 Euro für das Einstiegsmodell mit 1,8 Liter-Motor zu. Beim Topmodell mit sechs Gängen wird dann die 30.000er Marke passiert. Bisher liegt der Einstiegspreis zum Luxusmodell noch bei 29.100 Euro.






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