Skoda Octavia Scout 4×4: Auch Offroad gut unterwegs

Skoda Octavia Scout 4×4: Auch Offroad gut unterwegs
Der Skoda Octavia Combi Scout kann auch schlechte Wege. © Skoda

Der Octavia ist nach wie vor das wichtigste Modell von Skoda. Das Kompaktmodell wird von den Tschechen auch als kernige Scout-Variante angeboten.

In Deutschland verkauft Skoda sein Mittelklassemodell Octavia aktuell wie geschnitten Brot. Unterwegs mit der kernig auftretenden Scout-Version kann man einige der Gründe für diese Erfolg erleben. In einem für viele Kunden wohl nicht ganz unwichtigen Aspekt leistet sich jedoch speziell dieses Modell eine konzeptbedingte Schwäche.

Wie bei vorherigen Octavia-Generationen hebt sich der Scout mit Karosserie-Beplankung aus unlackiertem Kunststoff und Plastikzierrat in Mattsilber sowie großformatigen Felgen und einer Höherlegung um 1,5 Zentimeter von seinen Octavia-Brüdern ab. Mit einem Robust-Styling der dezenteren Art ist der 4,70 Meter lange Fünftürer weniger Möchtegern-SUV als progressiv gestylter Familienkombi. Ob Stadtvilla, Landhaus oder Jagdhütte – der Scout macht in jedem Fall eine gute Figur. Den Trip zum Häuschen im Wald steckt er zudem locker weg.

Auf Mittelklasse-Niveau

Innen geht es im Skoda Octavia Scout elegant zu. Foto: Skoda

4,70 Meter?! Der einst im Kompaktsegment verortete Octavia hat sich längentechnisch endgültig in die Mittelklasse vorgearbeitet. Entsprechend ist auch das Platzangebot vorne, im Fond und vor allem im Kofferraum üppig. Hinter der weit nach oben und elektrisch öffnenden Heckklappe gibt es ein 640 Liter großes Gepäckabteil, das sich auf 1.700 Liter erweitern lässt.

Zudem sind eine Reihe von teilweise aufpreispflichtigen Clever-Lösungen für unterschiedlichste Transportanlässe an Bord. Doppelter Ladeboden, Trennnetze, Taschenhaken, Verzurrösen, eine verstellbare Teilungsschiene, seitliche Ablagemulden und Fernentriegelung für die Rückbanklehne erleichtern das Gepäckmanagement in vielseitiger Weise. Alles ist zudem praktisch durchdacht und solide ausgeführt – unter Familienkombis muss der Octavia keinen Vergleich scheuen.

Diesel mit 200 PS

Das trifft auch auf den Dieselantrieb zu, der mit 200 PS in Kombination mit siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb großes Vortriebskino bietet. Anders als seine dezente Akustik vermuten lässt, schiebt der Vierzylinder in eigentlich jeder Situation auf Wunsch mächtig an. Trotz der bereits bei 1.750 Touren anliegenden 400 Newtonmeter Drehmoment verhindert das blitzschnell und geschmeidig die Kräfte jonglierende Allradsystem ein Durchdrehen der Räder. Auch das performante DSG trägt seinen Teil dazu bei, dass der 1,6-Tonner aus dem Stand in beeindruckend sportlichen 6,8 Sekunden Tempo 100 erreicht. Damit kommt der Allradler im Vergleich zur gleichstarken Frontantriebsversionen sogar deutlich flotter vom Fleck.

Und auch in so ziemlich jeder anderen Fahrsituation beeindruckt der Allrad-Tscheche mit Spritzigkeit und Durchzug. Nahezu mühelos und erstaunlich kurzweilig nimmt der starke Scout selbst die 200er-Hürde. Und auch dann liegt der Wagen noch verbindlich satt auf der Straße und hält sich mit Geräuschen im Innenraum angenehm zurück. Wer allerdings Topspeed fahren will – 234 km/h sind in diesem Fall möglich – könnte die Nachteile der Karosseriehöherlegung zu spüren bekommen.

Klassischer Octavia etwas schneller

Zwar kommt im Scout auch jetzt keine Unsicherheit auf, doch nach oben raus ist die klassische Kombiversion der Baureihe die spürbar bessere Wahl, denn diese liegt verbindlicher auf der Straße und ist zudem noch schneller. Zum Vergleich: Im Fall des gleichstarken Octavia RS 2.0 TDI 4×4 sind 238 und mit der Frontantriebsvariante sogar 245 km/h drin. Man kann Vergleiche auf diesem Niveau als nicht mehr zeitgemäß ansehen, doch für nicht wenige Kunden dürften genau diese Werte einen dennoch entscheidenden Unterschied ausmachen.

Im Fall des Octavia Scout bleibt festzuhalten: Man kann, aber man muss nicht. Richtgeschwindigkeitsniveau reicht natürlich, um flott und zugleich entspannt voranzukommen. Auf Autobahntouren halten Abstandstempomat und Spurhalter auf Wunsch den korrekten Abstand zu Vordermann und den Seiten, dank einer zuverlässig arbeitenden Verkehrszeichenerkennung wird zudem automatisch die Geschwindigkeit auf das jeweils geltende Limit angepasst.

Moderater Verbrauch

Der Skoda Octavia Scout sieht elegant aus. Foto: Skoda

Für Entspannung sorgt auch meist der Blick auf die Tankuhr, denn bei dem von uns ermittelten Praxisverbrauch von 6,0 Liter sind gut 800 Kilometer Reichweite drin. Wer auf Allradantrieb und Höherlegung verzichtet, kann mit der gleichstarken Diesel-Variante des Octavia RS und einem um 0,6 Liter niedrigeren Verbrauch nochmals 100 Kilometer weiterkommen.

Einen sogar deftigen Aufschlag muss man als Käufer eines Octavia Scout mit Starkdiesel-Allradkombination beim Kaufpreis hinnehmen. Während der normale Combi schon für rund 23.600 Euro zu haben ist, muss man für die Einstiegsversion des Scout rund 10.000 Euro mehr investieren. Fast 42.000 Euro sind es sogar für den 2.0l TDI DSG 4×4, dessen Preis sich trotz einer bereits umfangreichen Ausstattung problemlos noch auf deutlich über 50.000 Euro treiben lässt. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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