5. April 2006

Fahrbericht Polo GTI: Kleiner Bruder muckt auf

Polo GTI
Polo GTI © Foto: Werk

Volkswagen bringt am Freitag den neuen Polo GTI auf den Markt. Unter der Motorhaube hat der Kleine 150 PS - sie reichen mehr als aus, um dem Anspruch nach Sportlichkeit gerecht zu werden.




Von Frank Mertens

Das ist er nun, der neue Kleine aus Wolfsburg. So wie der Polo GTI vor einem steht, verspricht er einiges. Schließlich prangt auf dem Kühlergrill das GTI-Logo. Und wenn die Wolfsburger eines ihrer Autos mit diesen drei Buchstaben versehen, dann kann man einiges erwarten. Insbesondere Sportlichkeit.


Satter Sound

Und diesem Anspruch wird der Polo gerecht. Das geht bereits beim Anlassen los: Der 1.8 Liter große Vierzylinder Turbomotor röhrt tief vor sich hin - fast wie ein Großer. Doch der an diesem Freitag auf den Markt kommende Polo GTI ist kein Hochstapler - er hält, was er verspricht. Schließlich versieht wie im großen Bruder Golf GTI auch im Polo ein Turbomotor mit Ladeluftkühler seine Dienste - und sorgt damit für mächtig Vorwärtsdrang aus dem Drehzahlkeller.

Das 110 kW/150 PS starke Aggregat stellt bereits knapp unter 2000 Umdrehungen in der Minute sein maximales Drehmoment von 220 Nm zur Verfügung. Genauer ausgedrückt: es liegt zwischen 1950 bis 4500 Umdrehungen in der Minute an. Auch seine Spurteigenschaften lassen sich für ein Auto im so genannten A/0-Segement sehen. Der Polo sprintet in 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Tachonadel endet erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h.

Volle Alltagstauglichkeit

Das Heck des GTI
Das Heck des GTI © Foto: Werk

Auch wenn der Polo GTI mit diesen Leistungsdaten seinem Hang zur Sportlichkeit unterstreicht, kann man mit ihm genauso gut im Alltag unterwegs sein. Schließlich lässt er sich ausgesprochen schaltfaul bewegen. Doch wer sich einen GTI kauft, sei es nun einen Golf oder einen Polo, der will vor allem eines: Flott unterwegs sein. Und das kann man in diesem gerade einmal 1164 Kilogramm leichten und auf Sportlichkeit getrimmten Fahrzeug durchaus souverän tun: Das Fahrwerk des 3,92 Meter langen Polo ist um 15 Millimeter tiefer gelegt, die Federn straffer abgestimmt.

Vorwärtsdrängend - die Seitenlinie des Neuen
Vorwärtsdrängend - die Seitenlinie des Neuen © Foto: Werk

Entsprechend satt liegt der Polo auf der Straße, lässt sich in Kombination mit der ausgesprochen direkt reagierenden Lenkung beherzt durch enge Kurven zirkeln. Der kleine Wolfsburger verrichtet seine Aufgaben ohne Beanstandungen. Die gut konturierten Sportsitze (Bestandteil der Serienausstattung) mit GTI-Signet bieten einen guten Seitenhalt. Die Fünfgangschaltung macht ebenfalls auf sportlich, muss durchaus kraftvoll bedient werden. Doch das passt zur Charakteristik dieses Autos. Dazu passen würde auch eine Sechsgangschaltung, die aber leider nicht angeboten wird.

Vorbild Golf

Der Motor im Polo GTI
Der Motor im Polo GTI © Foto: Werk

Dass der Polo seinem großen Bruder in nichts nachstehen will, erkennt man auch an den roten Bremssätteln, die durch die 16 Zoll-Leichtmetallfelgen zu sehen sind. Dieses Rot findet sich auch an fast jeder Stelle im - typisch VW - hochwertig verarbeiteten Innenraum wieder: Die Sicherheitsgurte haben an den Außenseiten ebenso eine rote Naht wie das Sportlenkrad, der Handbremshebel oder der Schaltknauf.

Kleinigkeiten stören

Schaut man im Innenraum genauer hin, gibt es indes zwei Kleinigkeiten, die alles andere als optimal gelöst wurden. Da ist zum einen der Cupholder. Er springt nach einem Druck auf die Entriegelung nicht nur scheppernd heraus, sondern wirkt auch alles andere als stabil.

Zum anderen ist da das Handschuhfach: Es bietet nicht nur kaum Platz für Kleinkrams, sondern lässt sich auch nicht perfekt öffnen. Darüber hinaus ist der Abstand zu der direkt darunter liegenden Ablage so gering, dass man seine Finger schnell in Sicherheit bringen muss, will man sie nicht leicht einklemmen. Hier hat man nicht aufgepasst.

Kein Wort zum Absatz

Das Cockpit
Das Cockpit © Foto: Werk

Doch über derartige Dinge wird man bei VW locker hinwegsehen können. Denn die Vorbestellungen des in Pamplona gebauten Polo sollen so gut sein, dass das Werk an seine Kapazitätsgrenze stößt, wie Sven Kaspar aus dem Produktmarketing sagte. Zu den Absatzerwartungen des neuen Polo GTI wollte Kaspar indes nichts sagen.

Vom ersten Polo GTI - er brachte es auf 125 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 205 km/h - wurden von 1998 bis 2001 rund 4000 Stück abgesetzt. Diese Zahl soll der Neue, dessen Preis bei 18950 Euro beginnt, auf jeden Fall übersteigen.






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