4. Februar 2008

Fahrbericht Unscheinbarer Stufen-Spießer

Suzuki SX4 Limousine
Suzuki SX4 Limousine © Foto: Suzuki

Da werden Erinnerungen an den ersten Jetta wach: Suzuki stellt den SX4 als Stufenheck vor. Der will so gar nicht zur Marke passen, denn er ist eher langweilig, ziemlich teuer und nicht einmal besonders praktisch.




Von Sebastian Viehmann

«Männlich, konservativ, 40 plus, praktisch orientiert, wohnhaft am Stadtrandgebiet oder in ländlichen Regionen» - so beschreibt Suzuki die Zielgruppe der SX4 Limousine. Ein Blick auf das neue Auto zeigt: Das passt. Solch ein unscheinbares Gefährt hat die Marke Suzuki, die ihr Image erfolgreich Richtung Pfiff und Sportlichkeit gepusht hat, lange nicht gesehen. Das mag freilich auch daran liegen, dass ein Stufenheck im Dickicht der SUV-Crossover-Coupé-Übermacht sofort als Anachronismus ins Auge fällt.


Unförmig

Die knapp viereinhalb Meter lange SX4-Limo wirkt mit ihren gewaltigen A-Säulen und dem wulstigen Stoßfänger am Heck ein wenig gestaucht und unförmig. Die zweigeteilte A-Säule behindert zudem bei Kurvenfahrten die Sicht. Ansonsten ist die Übersicht durch die hohe Sitzposition gut. Die Ladekante des Kofferraums ist ziemlich hoch. Dafür schluckt das Gepäckabteil 515 Liter - ein Spitzenwert und sogar fünf Liter mehr als beim Dacia Logan.

Ohne Wackel-Dackel

Wahnsinnig viel Platz im Kofferraum
Wahnsinnig viel Platz im Kofferraum © Foto: Suzuki

Innen gibt es ein Interieur in gewohnter Suzuki-Qualität: Passgenau, solide und angenehm anzufassen. Die Bedienung ist kinderleicht, die Armaturen sind optimal abzulesen. Knapp ausgefallen ist das Angebot an Ablagen und Staufächern. Neben dem Handschuhfach und ein paar Mulden gibt es immerhin ein kleines Ausziehfach unter dem Beifahrersitz.

Das Platzangebot ist vorne großzügig, auf der Rückbank bescheiden. Für größere Passagiere reichen weder Kopf- noch Kniefreiheit aus. Der Raum hinter den Kopfstützen ist mit einem Plastikboden ausgekleidet und eignet sich nicht als Ablage. So muss man immerhin nicht befürchten, ein Suzuki-Stufenheck mit Klorolle, Hut oder Wackel-Dackel zu sehen.

Pluspunkte beim Fahreindruck

Guter Fahreindruck
Guter Fahreindruck © Foto: Suzuki

Beim Fahreindruck sammelt der japanische Kleinwagen Pluspunkte. Der 1,6-Liter Benziner mit 107 PS bringt den nur 1,2 Tonnen schweren Suzuki problemlos auf Touren, das Fünfganggetriebe schaltet sich leicht und präzise. Beschleunigungswerte liefert Suzuki bei den technischen Daten nicht mit. Der Wagen schafft den Spurt auf 100 aber in rund elf Sekunden, was ebenso locker ausreicht wie die Höchstgeschwindigkeit von 180 Km/h.

Der durchschnittliche Spritverbrauch entspricht mit 6,8 Litern pro 100 Kilometer dem des Fünftürers. Das Fahrverhalten ist durchweg unproblematisch und gutmütig. Negativ fällt auf Unebenheiten die etwas polternde Federung auf.

Happiger Einstieg

Passgenaues Cockpit
Passgenaues Cockpit © Foto: Suzuki

Beim Preis für die Mini-Limo fällt einem zunächst einmal die Kinnlade herunter: 16.900 Euro will Suzuki für den Stufenheck-SX4 sehen, das sind 1100 Euro mehr als beim Fünftürer mit gleichem Motor. Die happige Summe für solch ein kleines Auto erklärt sich beim Blick auf die Ausstattungsliste.

Das Stufenheck gibt es nur «fully loaded» - vom CD-Radio mit Lenkradfernbedienung über Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber, ESP und Sitzheizung bis hin zu Keyless Go (schlüsselloses Einsteigen und Starten) ist fast alles an Bord, was Suzuki für seine Autos zu bieten hat. Für 1300 Euro Aufpreis gibt es noch eine Automatik.

Wo ist die Zielgruppe?

Wohin führt die Reise?
Wohin führt die Reise? © Foto: Suzuki

Fragt sich nur, ob Suzukis Preiskonzept zur Zielgruppe passt. Denn die gehört nicht unbedingt zu den Vielfahrern, braucht das Auto vor allem für gelegentliche Reisen zu den mittlerweile erwachsenen Kindern und schaut gerne aufs Geld.

Auch als Familienkutsche für Kleinfamilien macht die Limousine nicht viel her: Sie ist doppelt so teuer wie ein Dacia Logan, bietet aber weniger Platz. Allerdings ist der deutsche Markt für Stufenhecklimousinen ohnehin nur ein Nebenkriegsschauplatz. Beliebt sind die kantigen Vertreter vor allem in Osteuropa und südlichen Ländern.






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