9. Oktober 2007

Fahrbericht Kia Sorento V6: Koreanische Alternative

Kia Sorento V6
Kia Sorento V6 © Foto: Kia

Kia hat mit dem Sorento Erfolge im SUV-Segment gefeiert. Thomas Flehmer stellte fest, dass der Sechszylinder aus Korea den Vergleich mit den in Deutschland gängigen Premium-Geländewagen nicht zu scheuen braucht.




Fünf Jahre nach der Markteinführung hat der Kia Sorento sich im deutschen Geländewagenmarkt etabliert. Zwar mussten die Koreaner im ersten Halbjahr 2007 wie viele andere Mitbewerber Einbußen im Absatz hinnehmen, doch ist der SUV weiter unter den Top Ten vertreten. Sicher, den meisten Absatz erzielt der 2,5 Diesel mit 170 PS. Doch auch der 3,3 Liter Sechszylinder hat seine Reize.


Kräftige Leistungsauffrischung

Wie der kleine Selbstzünder-Bruder bekam auch der im Frühjahr 2007 eingeführte Benziner eine kräftige Leistungsauffrischung. Mit 248 PS und somit 56 mehr Pferdestärken avanciert das Topmodell eher zum Renner als zum Cruiser. Einen kurzen Ruck nach vorn vollziehen die gut 2,1 Tonnen, wenn das Gaspedal heruntergedrückt und zum Sprint angesetzt wird. Innerhalb von 9,2 Sekunden hat der Sorento die 100 km/h-Marke passiert. Doch es muss nicht der Sprint auf der Autobahn sein, auch im Stadtverkehr macht das Drehmoment von 307 Nm, die bei 4500 U/min anliegen, mächtig Eindruck.

Eindruck vor allem deshalb, weil auch das neue Modell von Kia mit einem erfrischenden Design aufwarten kann. Das ist im Vergleich mit dem Vorgängermodell kaum verändert worden, weil laut Kia die Kunden mit das alte Erscheinungsbild attraktiv genug fanden. Ein großes Eingreifen hätte wohl eher die Gefahr bedeutet, Kunden zu verlieren. So sollen lediglich neue Stoßfänger vorne und hinten sowie neue Projektionsscheinwerfer, Rückleuchten sowie Radhäuser und Räder helfen, den Abstand zu den Platzhirschen von BMW und Mercedes zu verringern.

Zurücklehnen und genießen

Edles Interieur
Edles Interieur © Foto: Kia

Auch im Innenraum setzte Kia auf Bewährtes. Natürlich ist alles ein bisschen größer. Da die Lehnen der Rücksitze neu gestaltet wurden, gibt es nun im Fond mehr Beinfreiheit. Trotzdem sollte man hinten eher zu zweit anstatt zu dritt sitzen, um den Komfort zu genießen. Während beim Diesel die Luxusmerkmale wie Leder-Teilausstattung, Sitzheizung und elektrisch verstellbarer Fahrersitz sowie die gut schaltende Fünfstufen-Automatik mit Tempomat oder das elektrische Glasschiebedach extra kosten, sind diese Gimmicks beim V6, den es nur in der Ausstattungsvariante EX gibt, bereits enthalten.

Man kann sich also zurücklehnen und die Kraft des Sechszylinders hören und spüren. Zum einen geben die Sitze den nötigen Halt, zum anderen dringen die Laute des Aggregats angenehm in den Innenraum. Es stören eigentlich nur die viel zu kleinen Knöpfe des Navigationssystems von Clarion, die ein benutzerfreundliche Bedienung verhindern. Das 2051 Euro Aufpreis kostende Gerät ist neben der Metallic-Lackierung (390), dem 250 Euro teuren Premium-Paket mit brauner Lederausstattung mit braunem Holzlook sowie dunkel getönten Scheiben hinten für 150 Euro aber auch der einzige Goodie, der extra bezahlt werden muss.

Der Tankwart freut sich

Der V6-Motor
Der V6-Motor © Foto: Kia

Wer allerdings viel im Gelände unterwegs ist, sollte dann trotzdem zugreifen. Das Clarion-Gerät ist zwar fummelig zu bedienen, dafür aber sehr zuverlässig. Ebenso zuverlässig verübt der Sorento abseits befestigter Straßen seine Arbeit. Zwar fehlt das Sperrdifferenzial, dafür wird die Kraft gut auf alle vier Räder verteilt, um das unwegsame Terrain auch dank der Böschungswinkel von 27,9 vorn und 26,4 Grad hinten gut zu durchqueren.

Allerdings kostet der Ritt durch das Gelände und auch die Hatz über den Asphalt seinen Preis. Einen Hundert-Euro-Schein oder die EC-Karte sollten immer griffbereit liegen. 80 Liter Superbenzin fordern ihren Preis. Kia gibt den Verbrauch im Mix mit 10,8 Litern an. Bei den Testfahrten aber waren es gut zwei Liter mehr, natürlich auch des Fahrvergnügens geschuldet. Aufs Gewissen schlagen die 258 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer, die aufgrund des bei den Tests gesteigerten Verbrauchs an die 300er-Grenze klopfen.

Kampfpreis für die Vorherrschaft

Auffälliges Heck
Auffälliges Heck © Foto: Kia

38.100 Euro muss der Käufer mindestens auf den Tisch, für gut 2850 Euro kommen die oben aufgezählten Annehmlichkeiten hinzu. Doch auch ohne sie ist der Sorento V6 bereits sehr gut ausgestattet, auch was die Sicherheit betrifft. Hier sind alle wichtigen Komponenten enthalten. Angesichts der Ausstattung und des dafür sehr fairen Preises sind die Voraussetzungen gegeben, zumindest den einen oder anderen Kunden von den Mitbewerbern abzuziehen. Ob das reicht, die Vorherrschaft von X3 und X5 sowie ML zu brechen, erscheint dagegen fragwürdig.






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