26. Juni 2006

Fahrbericht Nur smarte Modellpflege beim Honda Accord

Der Honda Accord Tourer
Der Honda Accord Tourer © Foto: Werk

Viel Neues hat sich beim Honda Accord des Modelljahres 2006 nicht getan. Ein paar kleine Überarbeitungen am Blechkleid und ein intelligenter Tempomat - damit hat es sich.




Von Stefan Grundhoff

Frisch gestärkt will Honda gegen die scheinbar übermächtige Mittelklasse-Konkurrenz aus dem In- und Ausland bestehen. In den letzten zwei Jahren hat Honda insbesondere mit seinem 140 PS starken Dieseltriebwerk auf sich aufmerksam machen können. Der steht kraftvoll im Futter und konnte einige Preise bunkern. Doch echte Honda-Fans lassen nichts auf die hoch drehenden Benzintriebwerke kommen - die Kernkompetenz der Rennsport erfahrenen Japaner. Drehzahl statt Zylinder heißt das Motto, das nicht nur in Deutschland viele auf den Plan ruft.


Zurückhaltende Auffrischung

Für eine Modellpflege des Accord hätte Honda jedoch ein bisschen tiefer in die Trickkiste greifen können. Denn auf den ersten und zweiten Blick hat sich beim neuen Honda Accord Tourer kaum etwas getan. Die Änderungen an Front- und Heckpartie des 4,75 Meter langen Japaners sind vorsichtig ausgedrückt überaus zurückhaltend. Der chromumrandete Kühlergrill und der größere Dachkantenspoiler fallen kaum auf.

Auch im Innenraum wurden die Modifikationen eher in homöopathischen Dosen verabreicht. So bleibt vieles wie es schon vorher war: Gut verarbeitet und übersichtlich präsentieren sich die Bedienelemente rund um die neuen Instrumente. Doch noch immer kann die Bedienung von Klimaautomatik und Multifunktionsbildschirms nicht vollends überzeugen. Dafür lassen sich die Sitze ordentlich einstellen und das griffige Steuer liegt sehr gut in der Hand.

Intelligenter Abstandstempomat

Alles gut platziert
Alles gut platziert © Foto: Werk

Zu den gut platzierten Bedieneinheiten in den Speichen des Lenkrades gesellen sich ab sofort zwei wenig ansehnliche Bediensatelliten für Telefon und den neuen Abstandstempomaten. Nachdem einige Premiumhersteller bereits vorgelegt haben, ist das ACC (Adaptive Cruise Control) nunmehr auch im Accord 2.4i Executive zu bekommen. Die Funktionsweise des Systems ist denkbar einfach und sorgt gerade im mäßigen Autobahntempo für ein deutliches Plus an Entspannung.

Der Fahrer stellt neben der Geschwindigkeit den gewünschten Abstand zum Vordermann ein und muss sich nur noch um das Lenken kümmern. Der Sicherheitsabstand wird über den Sensor, der im selbstbewussten Honda-Logo im Kühlergrill versteckt ist, eingehalten. Wird die Distanz zu vorausfahrenden Autos zu klein und steht eine Notbremsung an, meldet sich die adaptive Abstandsregelung akustisch und optisch eindringlich beim Fahrer, der weitere Schritte einleiten kann.

Angenehme Motorisierung

Angenehme Motorisierung
Angenehme Motorisierung © Foto: Werk

Mit dem 2,4 Liter großen Vierzylinder ist der Honda überaus angenehm motorisiert. 140 kW / 190 PS und 223 Nm Drehmoment sorgen in Verbindung mit der fünfstufigen Automatik für einen souveränen Vortrieb. Wer nicht ständig cruisen will, kommt auf seine Kosten, sollte es jedoch bei der deutlich dynamischeren Handschaltung belassen.

Hondatypisch ist der langhubige Vierzylinder drehfreudig und macht ab 4.500 Touren so richtig Spaß. Erst bei knapp 7.000 Umdrehungen pro Minute geht dem Vierventiler die Luft aus. Unter dem Strich stehen knapp 220 km/h und ein Spurtpotenzial 0 auf 100 km/h in knapp zehn Sekunden. Hier spürt man, dass die Automatik einiges der Agilität schluckt und für einen erhöhten Verbrauch von gut zehn Litern Super auf 100 Kilometern sorgt.

Das Fahrwerk bietet einen guten Kompromiss aus straff und komfortabel; die Lenkung ist überaus präzise. So macht es Spaß, mit dem knapp 1,6 Tonnen schweren Japaner auf kurvigen Landstraßen unterwegs zu sein. Im Grenzbereich ist der Accord Tourer lammfromm; schiebt sanft und kalkulierbar über die Vorderräder.

Komfortables Platzangebot

Viel Platz vorhanden
Viel Platz vorhanden © Foto: Werk

Das Platzangebot ist ebenfalls komfortabel. Auch im Fond lassen sich längere Fahrten entspannt genießen. Makel: Die Gurtpunkte sind für groß gewachsene Passagiere zu niedrig und die Kopfstützen lassen sich nicht justieren. Der Kofferraum glänzt nicht nur mit der niedrigen Ladekante, sondern einem elektrischen Öffnungs- und Schließmechanismus, der sich über den Schlüssel sowie Schalter an Armaturenbrett und Klappe bedienen lässt.

Hinter der weit aufschwingenden Hecktür gibt es einen der größten Kofferräume seiner Klasse. 576 Liter sind es im Normalzustand - wer die geteilte Rückbank umklappt, kann sich über 1.657 Liter freuen. Das Umklappen geschieht Dank «Quick-Flat-System» ohne großen Aufwand. Kurz den Hebel an der Rückenlehne gezogen und die Sitzpolster klappen senkrecht hinter die Vordersitze. Die entstandene Fläche ist rund 1,80 Meter lang und 1,30 Meter breit.

Knapp an die 40.000 Euro

Edel auch von hinten
Edel auch von hinten © Foto: Werk

Der Basispreis für den gut ausgestatteten Honda Accord 2.4i Tourer Executive startet bei 31.550 Euro. Die gut abgestimmte Fünfgang-Automatik kostet 1.750 Euro Aufpreis, muss gerade für fahraktive Piloten jedoch nicht sein. Sinnvolle Komfortextras wie beheizte Ledersitze (1.650 Euro), DVD-Navigationssystem (teure 2.550 Euro) und die adaptive Geschwindigkeitsregelung (1.700 Euro) treiben den Preis des Kombis nah an die 40.000er-Marke. Immerhin serienmäßig: Diverse Airbags, elektrische Sitze, Xenonlicht, ESP, dunkle Fondscheiben und 17-Zoll-Alufelgen.






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