Brixton Crossfire 500 XC: Scrambler für Klassik-Fans

Brixton Crossfire 500 XC: Scrambler für Klassik-Fans
Die Crossfire 500 XC ist der jüngste Neuzugang von Brixton. © RKM/SP-X

Der Motorradhersteller Brixton ist mittlerweile seit fünf Jahren auf dem Markt. Nun bringen die Österreicher die Crossfire 500 XC.

Sie ist der jüngste Neuzugang der Marke und ergänzt das Portfolio um einen scramblerartigen Roadster mit verfeinerter Ausstattung und markantem Auftritt. Das Bike schlägt gleich zwei Brücken: optisch diejenige zwischen klassischem Motorradbau und modernem Design, funktional die zwischen reinem Asphaltbetrieb und gelegentlichen Offroadeinsätzen.


Für die Klassik im Design sind die formschönen Kreuzspeichenräder, eine durchgehende Sitzbank und der aufsteigende Schalldämpfer zuständig, wie die gesamte Silhouette dem typischen Bild eines traditionellen Scramblers nachempfunden ist.

Scheinwerfer hinter Lampengitter

Für den aktuellen Touch sorgen X-förmige Kanten am Kraftstofftank, das überm Hinterrad schwebende Kennzeichen sowie eine fleischige Upside-Down-Gabel. Bestes Beispiel für die Melange aus Klassik und Moderne dürfte der Rundscheinwerfer sein, der hinter einem robusten Lampengitter mit LED-Leuchtelementen einprägsam tagfahrlichtert.

Ihren Piloten empfängt die Crossfire XC mit einem geräumigen Plätzchen auf der geraden Sitzbank und aufrechter Haltung beim Griff an die breite, konische Lenkstange. Tief angebrachte Fußrasten bescheren langstreckentaugliche Kniewinkel, doch auf dem dünnen Polster dürften Mammutetappen eher die Ausnahme sein. Dafür macht die Crossfire 500 XC spontane Abstecher in das unbefestigte Geläuf rechts und links asphaltierter Pfade möglich, das verdankt sie einerseits den neuen Speichenrädern mit geländegeeignetem 19-Zoll-Vorderrad und grob profilierten Reifen, andererseits gewachsenen Federwegen von vorne 15, hinten 13 Zentimetern.

Sturzbügel sind Serie

Das verschafft der XC eine athletischere Figur, die gut mit anderen Offroadbeigaben harmoniert: Schwarze Gummipads an den Tankflanken sorgen für eine griffigere Verbindung zum Motorrad beim Stehendfahren, die serienmäßig verwendeten schwarzen Sturzbügel und die Motorschutzplatte aus Edelstahl mildern die Folgen kleinerer Unachtsamkeiten im Gelände ab.

Die historische Offroad-Anmutung komplettieren der hohe Kotflügel vorne samt kleinem Windschild über dem Scheinwerfer sowie ein Kühlerschutzgitter mit eingestanztem Crossfire-X, eine angedeutete Startnummerntafel und die hochgezogene Edelstahlschalldämpferanlage.

Leistung liegt bei 48 PS

Aus dieser pufft die Kraftquelle aus, ein Reihenzweizylinder mit 486 Kubikzentimeter Hubraum. Dieser ist maßgeschneidert für den A2-Führerschein mit seiner Maximalleistung von 48 PS und einem Drehmoment von 43 Newtonmetern. Ein Druck aufs Knöpfchen bringt Leben in die Kraftquelle, die sich sofort mit einer sonoren, kräftigen Auspuffnote ins Gehör spielt. Einmal in Fahrt, ändert sich die Akustik hin zu einem blubbernden Sound, eindrücklich aber dezent.

Die leichtgängige Kupplung hilft über das nicht immer geschmeidig agierende Sechsganggetriebe hinweg, so dass die Brixton mühelos auf ihre Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h kommt. Doch der flüssigkeitsgekühlte Antrieb zeigt sich weiterentwickelt und verfeinert, nimmt auch unterhalb 2.000 Touren ohne unwillig zu werden das Gas an und zieht sauber durchs breite Drehzahlband nach oben. Seine Kraft liefert der Twin entsprechend des am Gasgriff verlangten Vortriebs ab, exakt dosierbar beschleunigt die Crossfire, wie man es von einem 48-PS-Motorrad erwarten kann.

Gewicht von 195 Kilogramm

Und bietet dabei einen Fahrgenuss, der demjenigen deutlich größerer und teurerer Motorräder durchaus ebenbürtig ist. Ungeachtet der längeren Federwege braust das 195 Kilo leichte Gefährt flink durchs Kurvenrevier, lässt sich ohne größere Mühe von einer Schräglage in die nächste bitten und bleibt dabei stets hinreichend stabil.

Die schluckfreudigen KYB-Federelemente besorgen Komfort und Präzision gleichermaßen, während die grobstolligen Pirelli Scorpion Rally STR einen famosen Auftritt hinlegen mit erstaunlichem Grip und hoher Neutralität.

Up-Side-Down-Gabel voll einstellbar

Die Brixton Crossfire 500 XC ist mit Kreuzspeichenrädern unterwegs. Foto: RKM/SP-X

Wer’s engagierter treiben möchte, kann zudem Justierungen an der voll einstellbaren Upside-Down-Gabel vornehmen, das Zentralfederbein lässt sich in Vorspannung und Zugstufe anpassen. Dazu passen die einsteigergerechten Verzögerungsorgane eher weniger – die Vierkolben-Radialzange im Vorderrad wie der Schwimmsattel hinten verlangen viel Handkraft bei zaghaftem erstem Zupacken. So bekommt das ABS nur in besonderen Extremfällen etwas zu tun.

Die Crossfire XC kommt ohne elektronische Spielereien aus, was jedoch kein Nachteil ist: Sie bietet Motorradfahren pur in einer sehr ansehnlichen Verpackung, die bis in kleine Details hinein tadellos verarbeitet ist. So zeigt das moderne LCD-Rundinstrument alle wichtigen Fahrinfos an und außerdem den eingelegten Gang. Dank kostengünstiger Fertigung in China kommt die Brixton für 7.000 Euro und damit mit einem außergewöhnlichen Preis-Leistungsverhältnis unters fahrende Volk. (SP-X)

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