8. Juni 2010

Fahrbericht Renault Megane Praktiker im modernen Kleid

Der Renault Megane Grandtour
Der Renault Megane Grandtour © Foto: AG/Flehmer

Erfrischend aufpoliert hat der neue Mégane Grandtour die designerische Langeweile der Vorgänger-Generation abgelegt. Dank günstiger Verbrauchswerte und guter Platzverhältnisse empfiehlt sich die Kombiversion als passable Alternative zur Konkurrenz in der Golf-Klasse.




Von Thomas Flehmer

Alltagstauglich waren die ersten beiden Generationen des Renault Mégane auch. Dabei legten die Franzosen in der Vergangenheit höchsten Wert auf Praktikabilität. Nur das Design traf nicht gerade den Geschmack der Klientel. Mit der dritten Generation ist nun aus dem einst polarisierenden Kombi der Kompaktklasse ein sportlich-chices Gefährt geworden, dass sich an dem Design des größeren Laguna orientiert und nun sehr repräsentabel wirkt. Besonders das Heck hat mit seiner abfallenden Linie und den nach hinten spitz zulaufenden Seitenscheiben an Wertigkeit bei der Wahrnehmung gewonnen. Die Front wird dominiert durch die lang nach hinten gezogenen Scheinwerfer und die konturierte Motorhaube mit der charakteristischen Rhombe über dem schmalen Kühlergrill.


Wohlfühlcharakter im Innenraum

Dank eines Längenzuwachses von knapp sechs Zentimetern auf 4,56 Meter haben auch Passagiere und Gepäck ein wenig mehr Platz erhalten. 524 Liter Stauvolumen stehen von Beginn an zur Verfügung, die bis auf 1595 Liter ausgebaut werden können, um sperriges Material sicher und gut zu transportieren. Wie generell üblich lässt die Rückbank im Verhältnis 60:40 einfach umklappen. Die Ladelänge wächst dann von 1,67 auf 2,55 Meter, wenn auch noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umgeklappt wird, was allerdings erst ab der Ausstattungsvariante Expression möglich ist. Knapp 500 Kilogramm an Zuladung kann der Wagen dabei aufnehmen.

Dem Fahrer offenbart sich Wohlfühlcharakter. In der Breite kamen noch 3,1 Zentimeter hinzu, sodass es bei einer Gesamtbreite von 1,80 m keine Verwicklungen untereinander gibt. Der um 6,2 Zentimeter gewachsene Radstand ließ auch die Kniefreiheit auf 21,6 Zentimeter hochschnellen, sodass sich auch Erwachsene in der zweiten Reihe niederlassen können. Durch die abfallende Dachlinie müssen größere Personen ihren Körper ein wenig hinunterschieben, um genügend Abstand zum Dachhimmel herzustellen.

Eingeschränkte Sicht nach hinten

Die Sitze geben genügend Seitenhalt, sind dabei zugleich bequem, ohne an die alten französischen Sofazeiten anzuknüpfen. Gelungen ist die digitale Geschwindigkeitsanzeige, die dem Fahrer förmlich ins Auge sticht. Ansonsten sind Schalter und Knöpfe eher dezent angebracht. Etwas umständlich ist die Einstellung der Gewschwindigkeitsregelanlage, die per Knopfdruck auf der Mittelkonsole aktiviert wird, ehe die Einstellungen am Lenkrad vorgenommen werden kann. Und auch die Einstellung der Sitzheizung verlangt Fingerspitzengefühl. Traditionell sitzt am unteren linken Rand des Fahrersitzes eine kleine Rolle, mit der nach Gefühl die Temperatur eingestellt werden kann. Eingeschränkt und etwas gewöhnungsbedürftig ist die Sicht nach hinten.

Als Aggregat bietet sich der umfassend überarbeitete 1,9 Liter große Diesel mit 130 PS und Euro 5 an, der sehr laufruhig agiert, aber trotzdem zügig beschleunigt. 9,5 Sekunden benötigt der 1385 Kilogramm schwere Kombi für den Sprint bis zur 100 km/h-Marke, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 205 km/h erreicht. Die sechs Gänge lassen sich gut hoch- und herunterschalten. Eine Schaltpunktanzeige befindet sich im Instrumentendisplay. Den Verbrauch gibt Renault mit 5,1 Litern an. Auf der Verbrauchsfahrt über Land benötigte der Renault bei einem Tempo zwischen 120 und 130 km/h 6,7 l. In der Stadt war die Diskrepanz bei 6,7 anstatt angegebenen 6,2 Litern deutlich geringer.

Überzeugendes Crashtestergebnis

Bei guten 22.550 Euro startet der dCi 130 FAP eco2. Dann sind in dem Kombi, der den EuroNCAP-Crashtest mit 37 von 37 möglichen Punkten abschloss, Klimaanlage und Radio ebenso mit an Bord wie elektrische Fensterheber vorne und hinten sowie ein höhenverstellbarer Fahrersitz mit einstellbarer Lendenwirbelstütze und einer Dachreling.

Wer 1100 Euro mehr aufwendet, hat dann u.a. noch eine Einparkhilfe für hinten, sowie den Tempopiloten, Licht- und Regensensor und einen höhenverstellbaren Beifahrersitz mit an Bord. Erst in der Ausstattungsvariante Luxe steht z.B. das Radio mit Bluetooth-System zur Verfügung, das recht einfach gekoppelt werden kann. Gute und günstige Freisprechanlagen können natürlich auch an der Sonnenblende festgemacht werden.

Preisgünstige Alternative

Mit der dritten Generation des Renault Mégane steht eine gelungene und preisgünstige Alternative zur Auswahl, die sowohl für den Personen- als auch bis zu einem gewissen Maße als Gütertransporter geeignet ist. Von den vier Benzinern und sechs Dieselmotoren scheint der dCi 130 FAP eco2 die richtige Wahl zu sein.






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