E-Bike-Fahrer mit erhöhtem Risiko im Straßenverkehr

Umfrage von Bosch

E-Bike-Fahrer mit erhöhtem Risiko im Straßenverkehr
Das S-Pedelec Stromer ST3. © Stromer

Fahrer eines Pedelecs sitzen häufiger und länger im Sattel als Radfahrer ohne E-Unterstützung. In der Folge haben sie auch ein höheres Risiko im Verkehr.

So zeigt sich beim Blick auf die Unfallstatistiken der vergangenen Jahre ein auffällig starker Anstieg der Unfälle mit Pedelec-Beteiligung. Wie eine in Europa und USA durchgeführten Umfrage von Bosch zeigt, könnte ein wesentlicher Treiber für steigende Pedelec-Unfallzahlen im Nutzerverhalten liegen.


Demnach sitzen E-Biker 50 Prozent häufiger im Sattel als Radfahrer ohne E-Unterstützung und legen dabei außerdem im Schnitt um 60 Prozent längere Strecken zurück. Zudem seien, so ein weiteres Ergebnis, die E-Biker witterungsunabhängiger unterwegs und somit stärker typischen Risikofaktoren ausgesetzt.

Bessere Infrastruktur gefordert

Damit das Unfallrisiko für Pedelec-Nutzer wie für klassische Radfahrer künftig sinkt, plädieren die Autoren der Studie unter anderem für eine fahrradfreundlichere Infrastruktur. Wie die Autoren feststellten, sein für e-Bike-Nutzer die „Risikovermeidung durch die gewählte Strecke, die Wetterbedingungen oder die Tageszeit der Fahrt zudem seltener möglich als für Fahrradfahrer ohne Antrieb. Es wird also deutlich, dass eBiker noch stärker auf sichere Radwege angewiesen sind“.

Bei der Planung der Radverkehrsnetze müsse deshalb nicht nur die unterschiedliche Nutzung von Fahrrad und eBike mitgedacht werden, sondern auch bei der Analyse der aktuellen Verkehrssicherheit auf einem eBike.

Niederländer fühlen sich sicherer

Wie die Umfrage ergab, fühlen sich in den Niederlanden Radfahrer vergleichsweise sicher, was dem besonders fahrradfreundlichen Verkehrskonzept der Holländer geschuldet sein dürfte. Dort schätzen 42 Prozent der Befragten ihr Unfallrisiko als gering ein, während dies unter allen Befragten auf nur etwa 20 Prozent zutrifft. Speziell den Nutzern von E-Bikes empfiehlt Bosch, ihr Risiko- und Sicherheitsbewusstsein zu schärfen. Dazu gehören eine rücksichtsvollere Fahrweise, die Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings, eine gute Ausrüstung sowie regelmäßige technische Wartung der Räder. Technisch kann zudem ein E-Bike-ABS die Unfallrisiken für Pedelec-Nutzer verringern. Bosch hat beispielsweise 2018 das erste serienreife ABS für Pedelecs auf den Markt gebracht.

Wie aus einer Studie der Bosch-Unfallforschung hervorgeht, könnten bis zu 29 Prozent aller Pedelec-Unfälle durch das Bosch eBike ABS verhindert werden, etwa in Gefahrensituationen auf nasser Fahrbahn. (mit SP-X)

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