VW fällt in USA weiter zurück

BMW überholt Daimler

VW fällt in USA weiter zurück
Der Macan sorgt bei Porsche für Zuwachs. © Porsche

Der US-Automarkt floriert auch im Mai. Während Kernmarke VW auch im fünften Monat des Jahres ein zweistelliges Minus hinnehmen musste, erzielen die Konzern-Töchter Rekordergebnisse.

Volkswagen verliert auf dem florierenden US-Automarkt weiter an Boden. Die Kernmarke des Wolfsburger Konzerns verkaufte im Mai etwa 15 Prozent weniger Wagen als ein Jahr zuvor. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Es ist der vierzehnte Rückgang in Folge. Seit Januar liegen die Verkäufe damit um fast 12 Prozent unter den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

Rekordverkäufe für Porsche und Audi

Der Rückgang ist umso schmerzhafter, als der US-Automarkt an sich boomt. Selbst Branchenprimus General Motors, der unter einer Serie an Rückrufen leidet, konnte seinen Absatz um annähernd 13 Prozent steigern. Glück im Unglück für den VW-Konzern: Die Premiumtochter Audi erzielte ein Rekordergebnis für die Jahreszeit dank der neuen A3-Limousine; bei Porsche schossen die Verkäufe wegen des neuen kompakten SUV Macan in bislang nie gesehene Höhen.

Bei der Kernmarke VW waren die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten zuletzt im März 2013 gestiegen. Konzernchef Martin Winterkorn hatte jüngst angekündigt, sich dem US-Markt stärker zu widmen. Allerdings gibt es nach wie vor keine Entscheidung, wo ein speziell für die USA entworfenes SUV-Modell gebaut werden soll, von dem sich Volkswagen die Trendwende erhofft.

Toyota und Hyundai/Kia erfolgreicher als VW

Der VW CrossBlue soll in Chattanooga gebaut werden.
Der Crossblue soll VW aus dem Dilemma helfen VW

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass er mit dem Konzern wieder über Subventionen für einen Ausbau des einzigen US-Werks Chattanooga verhandele. Dort wird bislang einzig der US-Passat gebaut. Als Alternative für die Produktion bietet sich Mexiko an. Der als Studie Crossblue bereits Anfang 2013 gezeigte Siebensitzer soll 2016 bei den Händlern stehen.

VW ist die einzige deutsche Massenmarke in den USA und hat seit jeher einen schweren Stand gegenüber den Platzhirschen General Motors, Ford und Chrysler sowie den starken Japanern mit Toyota an der Spitze. Auch die Südkoreaner Hyundai und Kia haben viele Kunden in den USA, dem zweitgrößten Automarkt nach China.

Auch Daimler erzielte Rekordverkäufe im Mai. Doch trotz 125.000 verkauften Einheiten nach fünf Monaten zog Rivale BMW vorbei. Die Münchner setzten noch 2000 Stück mehr ab. Daimler, das mit Smart und Sprinter im Mai auf 29.600 Verkäufe kam, wartet auf die Einführung der neuen C-Klasse, die in den USA noch nicht erfolgt ist.

Chrysler punktet mit Geländewagen und Pickups

Der Ford Fusion knöpft dem US-Passat Anteile ab Ford

Fiat-Tochter Chrysler konnte ihren guten Lauf im Mai fortsetzen und den Absatz um 17 Prozent steigern. Vor allem Jeep-Geländewagen und Pickup-Trucks von Ram verkauften sich besser. Ford verkaufte drei Prozent mehr Autos, wobei die neue Mittelklasse-Limousine Fusion weiterhin kräftig im Terrain des VW Passat wilderte. Toyota steigerte die Verkäufe um 17 Prozent. Gesamtdaten für den Markt lagen zuletzt noch nicht vor, weil jeder Hersteller seine Zahlen einzeln bekanntgibt.

Auffallend war der gute Lauf von General Motors mit seiner Hauptmarke Chevrolet. Mit 284.700 Stück waren es die besten Verkäufe seit dem Hochkochen der Finanzkrise Mitte 2008. Zum Vergleich: VW kommt samt Porsche und Audi auf knapp 53.400 verkaufte Wagen, wovon 32.200 Autos auf VW alleine entfallen.

GM trotz Rückrufen erfolgreich

Dabei hat General Motors in diesem Jahr rund 30 Rückrufe wegen diverser Mängel gestartet, wovon allein in den USA 13,8 Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Vor allem defekte Zündschlösser hatten Aufsehen erregt, weil bei Unfällen nach Firmenangaben mindestens 13 Menschen gestorben sind. Der Opel-Mutterkonzern hatte den Defekt lange ignoriert.

Die seit Jahresbeginn amtierende Konzernchefin Mary Barra hatte sich mehrfach entschuldigt und die Suche nach weiteren Problemen intensiviert. Sie krempelte das GM-Management um und verteilte die Verantwortlichkeiten neu. Zugleich erhielten betroffene Autobesitzer Sonderkonditionen für den Kauf eines neuen Wagens. (dpa)

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