Griffiths: Wir waren kühn genug, Risiken einzugehen

Cupra zeigt drei neue E-Modelle

Griffiths: Wir waren kühn genug, Risiken einzugehen
Cupra-Chef Wayne Griffths (r.) und Entwicklungsvorstand Werner Tietz präsentieren den Urban Rebel. © Cupra

Cupra ist gerade vier Jahre alt. Doch angesichts seines Absatzerfolges strotzt die Marke vor Selbstvertrauen. Nun präsentierten die Spanier gleich drei neue Modelle an einem Abend.

Dass der Modellausblick dabei bei einem großen Festakt in Terramar stattfand, ist kein Zufall. Hier in Sitges – auf der historischen Rennstrecke – nahm 2018 alles seinen Anfang, wie Wayne Griffiths sagt, der als Vorstandsvorsitzender Seat und Cupra verantwortet.


Dass Cupra und seine Macher anders sein wollen, zelebrieren sie auch in Terramar. Griffiths erscheint bei der Präsentation in einem extra für dieses Event aufgebauten riesigen Pavillon in schwarzer Lederjacke, Jeans und Turnschuhen. Die Inszenierung soll zeigen: Seht her, wir sind anders. Und anders als das, was man sonst aus dem VW-Konzern kennt, ist man bei Cupra in der Tat – und das nicht nur beim Outfit seiner Vorstände.

Marke muss nicht jedem gefallen

Man will anders denken – und kann dies auch leichter tun als eine Marke, die ihrer jahrzehntelangen Tradition verpflichtet ist. Damals, erinnert sich Griffiths, habe sich eine Gruppe von Leuten zusammengetan, um eine neue Marke zu gründen, die Autos anbieten wollte, die anders sein sollten als das, was bereits die Eltern gefahren sind. „Wir waren kühn genug, Risiken einzugehen“.

Dazu gehört auch, dass man zwar Autos für Autoliebhaber anbietet, aber dabei bewusst in Kauf nimmt, auch Kunden mit seinem Design zu verschrecken. Aber diese Progressivität in der Designsprache führt auch dazu, dass man deutlich jüngere Kunden für die Marke Cupra gewinnt. Sie sind zwischen 10 und 15 Jahre jünger als der VW-Kunde – und vor allem sind es zu zwei Drittel Neukunden.

Wichtiger deutscher Markt

Der Cupra Tavascan (l.), der Terramar (Mitte) und der Rebel. Foto: Cupra

Dass Griffiths nicht auf die Zweifler gehört hat, hat sich für die Spanier damit ausgezahlt. Seit Start des ersten Cupra Ateca im Jahr 2018, dann über den Leon bis hin zum Formentor wurden seither bereits 200.000 Autos abgesetzt. Dabei spielt auch der deutsche Markt eine wichtige Rolle.

Hier entfallen bereits heute 60 Prozent des Gesamtabsatzes auf Cupra-Modelle, wie Deutschland-Chef Bernhard Bauer zufrieden feststellte – der bereits Mitte des Jahres sagen kann, dass es mit Blick auf den Umsatz trotz Chipkrise und Teileproblemen wegen des Ukraine-Krieges das beste Jahr für die Marke Seat/Cupra geben wird.

Umsatz liegt bereits bei 2,2 Milliarden Euro

Auch wenn andere Märkte nicht auf einen derart hohen Cupra Anteil wie Deutschland kommen, nimmt die Bedeutung der Kernmarke Seat nach und nach ab. Der Name Seat jedenfalls fiel am Dienstagabend nicht ein einziges Mal.

Cupra jedenfalls entwickelt sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu einem wichtigen Umsatzbringer für den Konzern. Während 2018 der Umsatz noch bei 430 Millionen Euro lag, waren es 2021 bereits 2,2 Milliarden Euro. Dieser Trend soll mit neuen Modellen wie dem Terrarmar, Tavascan und Rebel fortgesetzt werden. Während die beiden erstgenannten Modelle im Laufe des Jahres 2024 kommen, feiert der Rebel seinen Marktstart erst 2025. Mit Modellen wie diesen will Cupra seinen Absatz mittelfristig auf jährlich 500.000 Einheiten steigern.

Neue Märkte erschließen

Zu Erreichung dieser Ziele sollen auch neue Märkte wie Australien beitragen, wo in Sydney demnächst eine weitere Cupra Garage entsteht. In diesen modernen Shops präsentiert sich die Marke im urbanen Umfeld seinen Kundinnen und Kunden. In Deutschland gibt es eine solche Garage bislang in München am Odeonsplatz. In Berlin wird es ab kommendem Jahr eine Cupra Garage in der Oranienburger Straße geben. Sie entsteht gerade an der Stelle des einstigen alternativen Kulturzentrum Tacheles an der Ecke zur Friedrichstraße.

Bei allen Plänen kommt der E-Mobilität bei Cupra dabei eine besondere Bedeutung zu. Nachdem Cupra mit dem Born bislang nur ein reines E-Auto im Angebot hat, setzt man seine Elektrifizierung zunächst mit dem Terramar fort, den es als Plug-in-Hybrid mit einer Reichweite von 100 Kilometer geben soll. Ihn wird es auch weiterhin mit Verbrennungsmotor geben.

Rebel hat besondere Bedeutung

Der Cupra Urban Rebel kommt 2025. Foto: Cupra

Kurz darauf folgt der rein elektrische Tavascan. Ein Jahr länger warten muss die Kundschaft noch auf den Urban Rebel – der als erstes Fahrzeug auf der so genannten „MEB Small-Plattform“ des VW-Konzern aufbaut und es auf eine Leistung von 226 PS und eine elektrische Reichweite von 440 Kilometer bringt. „Diese Auto fährt sich wie ein Go-Kart“, schwärmt Seat-Entwicklungschef Werner Tietz.

Für Seat spielt der Rebel dann auch eine herausgehobene Bedeutung. Er sei nicht nur der Schlüssel für die Transformation zu einer vollelektrischen Marke, sondern Seat wird alle sogenannten Small-BEVs für den gesamten VW-Konzern verantworten. Damit werde man die „die nachhaltige urbane Mobilität demokratisieren“, so Tietz.

Angesichts dieser Aussichten zeigt sich Griffiths ausgesprochen selbstbewusst. „Wir wissen genau, wo wir hinwollen, und ich kann Ihnen versprechen, dass die Zukunft nicht langweilig wird.“

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