Kein Kleinstwagen von Audi

A1 nicht in die USA

Audi geht in den kleineren Segmenten einen eigenen Weg als die VW-Konzernstrategie vorsieht. Während ein Kleinstwagen kein Thema in Ingolstadt ist, wird die SUV-Palette nach unten abgerundet.

Die zum Volkswagen-Konzern gehörende Audi AG wird entgegen weit verbreiteten Spekulationen keine eigene Version des geplanten VW-Kleinstwagens Up entwickeln. "Ein neues Modell unterhalb des bisherigen Einstiegsmodells A1 kann ich mir derzeit nicht vorstellen" trat Audi-Vorstandschef Rupert Stadler im Gespräch mit der Fachzeitschrift "Automotive News Europe" Gerüchten um einen "Audi A0" entgegen.

Q-Familie mit Potenzial

Andere VW-Töchter wie Skoda werden auf der Basis des Up eigene Modelle auf den Markt bringen. Dagegen sieht Stadler nach dem Q5 sowie dem im Herbst folgenden Q3 noch Spielraum für ein Einstiegs-SUV, der nach Informationen von Automotive News Europe den Namen Q1 tragen könnte: "Die Q-Familie hat sicher noch Potenzial, sie ist noch nicht komplett." Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, betonte der Manager. Derzeit verfügt Audi über 37 Karosserievarianten, bis 2015 sollen es 42 sein.

Optimistisch stimmt Stadler die Nachfrage nach dem aktuellen Einstiegsmodell A1: "Wir werden die Produktionskapazitäten im Werk Brüssel von 120.000 Einheiten dieses Jahr voraussichtlich voll ausschöpfen." Er fügte hinzu, dies werde mit nur einer einzigen Karosserievariante, dem Zweitürer, geschehen. Eine Einführung des Kleinwagens in den Vereinigten Staaten schloss Stadler unter Hinweis auf andere Märkte aus: "Wir haben also gar nicht die Kapazitäten, um den A1 jetzt auch in den USA einzuführen, obwohl es durchaus Begehrlichkeiten von unseren Händlern gibt. Aber wir wollen lieber mit den bereits in den USA angebotenen Baureihen das Marktpotenzial voll ausschöpfen, bevor wir weitere Modelle bringen."

Hohe Nachfrage in den USA

Derzeit kann Audi nach eigenen Aussagen in den USA nicht so viele Autos verkaufen, wie es die Nachfrage verlangen würde; die Verfügbarkeit von Audi-Modellen liegt nur noch bei 14 statt bei 30 Tagen. Stadler: "Ja, das ist korrekt. Das ist aber nicht nur in den USA der Fall, sondern weltweit. Der Grund liegt bei unseren Zulieferern, die nicht alle so gut durch die Krise 2009 gekommen sind wie wir. Während wir bei Audi das Jahr 2009 mit Kurzarbeit überbrückt haben, kam es bei unseren Zulieferern teilweise zu Entlassungen und Produktionsengpässen. Jetzt müssen die Kapazitäten erst einmal wieder hochgefahren werden. Ich glaube, dass sich diese Lage in sechs bis neun Monaten wieder normalisiert." (dpa)

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Thomas Flehmer
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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