Neun-Euro-Ticket: So funktioniert es

Neun-Euro-Ticket: So funktioniert es
Dem ÖPNV kommt eine wichtige Bedeutung bei der Verkehrswende zu, © dpa

Die Politik will angesichts hoher Spritpreise mit dem Neun-Euro-Ticket vor allem Berufspendler entlasten. Doch für wen ist das Ticket wirklich interessant?

Ist es nur für Berufspendler relevant oder auch für andere Nutzergruppen? Derzeit bestehen mit Blick auf das Neun-Euro-Ticket noch eine Vielzahl von Ungewissheiten. Wir geben mehr Klarheit. Fünf Fragen und Antworten.


Wann und wo gibt es das Ticket?

Erhältlich ist das Neun-Euro-Ticket nach aktuellem Stand im Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August. Einige Stimmen fordern aber bereits eine Verlängerung. Die Gültigkeit des 9-Euro-Fahrscheins läuft immer vom ersten bis letzten Tag des jeweiligen Monats – unabhängig vom Tag des Kaufes.

Einen zusätzlichen Rabatt beim Kauf aller drei Monatstickets gibt es nicht. Erhältlich ist das Angebot in der „DB Navigator“-App der Bahn sowie über die Apps und Webseiten der regionalen Verkehrsunternehmen. Auch ein stationärer Verkauf über Automaten ist zumindest in verschiedenen Regionen angekündigt.

Wer kann das Ticket kaufen?

Beim Kreis der Käufer gibt es keine Einschränkungen. Das Neun-Euro-Angebot gilt sowohl für Neukunden als auch für Abonnenten, sowohl für Rentner, Schüler und Studenten als auch für Vollzahler. Auch Kinder über sechs Jahre erhalten das Ticket. Zusätzliche Rabatte sind nicht vorgesehen. Damit Abo-Inhaber nicht schlechter gestellt werden, soll automatisch eine Verrechnung der Differenz zum Neun-Euro-Ticket erfolgen. Eventuelle zeitliche Beschränkungen – etwa bei 9-Uhr-Tickets – dürften in vielen Fällen aufgehoben werden. Informationen finden sich beim jeweiligen Verkehrsverbund.

Wo gilt das Ticket?

Der günstige Fahrschein gilt nur für den Nah- und Regionalverkehr. Also in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalexpress-Zügen. Auch einzelne Fähren, etwa in Hamburg und Berlin, können genutzt werden. Die Fernzüge ICE, IC und EC sind hingegen ausgeschlossen. Wer also lange Strecken für kleines Geld zurücklegen will, muss die Reise sorgfältig Planen und viel Zeit mitbringen. Theoretisch lässt sich so die Republik für 9 Euro legal durchqueren. Sitzplatzreservierungen sind nicht möglich.

Darf ich Fahrrad, Hund und Kind mitnehmen?

Die Fahrradmitnahme wird vom Neun-Euro-Ticket nicht gedeckt. Wer das Bike in Bus oder Bahn transportieren will, muss gegebenenfalls einen Zusatz-Fahrschein lösen. Generell gelten hier die Regeln des jeweiligen Verkehrsverbunds. Gleiches gilt für die Mitnahme von Hunden. Nur wo diese generell erlaubt und kostenfrei ist, gilt dies auch in Verbindung mit dem Rabatt-Ticket. Kinder unter sechs Jahren fahren generell kostenfrei, ab sechs benötigen sie jedoch ein eigenes Neun-Euro-Ticket.

Wird es sehr voll?

Die Bahn rechnet generell mit vollen Zügen. Besonders zum Pfingstwochenende kurz nach dem Start der Aktion. Aber auch später dürfte es vor allem auf beliebten touristischen Strecken zu einem hohen Andrang kommen, nicht nur in den Abteilen, sondern bereits an den Bahnhöfen.

Zu den besonders belasteten Strecken dürften die zwischen Berlin und der Ostsee, Hamburg und Nordfriesland sowie zwischen München und den Alpen zählen. Inwieweit und in welchem Umfang Bahn und Verkehrsbetriebe mit der Bereitstellung zusätzlicher Züge reagieren können, bleibt abzuwarten. Prinzipiell sind Züge und Personal allerdings knapp. (SP-X)

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