ZF eTerradrive: Traktoren unter Strom

ZF eTerradrive: Traktoren unter Strom
ZF elektrifiziert mit eTerradrive auch Traktoren. © ZF

Der Technologiekonzern zeigt mit dem eTerradrive ein neues Antriebssystem für Traktoren. Es wird gerade auf der Landtechnikmesse Agritechnika vorgestellt.

Auf der Landtechnikmesse „Agritechnica 2025“ in Hannover zeigt der Automobilzulieferer ZF mit dem eTerradrive ein neu entwickeltes elektrisches Antriebssystem für Traktoren und Zugmaschinen. Das System wurde speziell für batterieelektrische Fahrzeugarchitekturen konzipiert. Das System kann aber dank seines modularen Aufbaus auch als Basis für die Elektrifizierung bestehender Antriebsplattformen dienen. Ziel ist es, landwirtschaftliche Maschinen auf eine klimafreundlichere Technik umzustellen.

Das Aggregat ist für konventionelle Traktoren im Leistungsbereich von 60 bis 100 kW ausgelegt. Neben dem Fahrantrieb vereint es auch alle für die Landwirtschaft wichtigen Nebenfunktionen wie Zapfwelle, Hydrauliksysteme und Hubwerk in einer kompakten Einheit. Zwei ölgekühlte Synchron-Elektromotoren übertragen ihre Leistung über ein Planetengetriebe bedarfsgerecht an die Räder.

Ausreichend großer Bauraum vorhanden

Dank kompakter Bauweise soll der Raum für Energiespeicher wie Batterien oder Wasserstofftanks groß genug für eine lange Einsatzdauer sein. Für die Elektrifizierung dieser Fahrzeugklasse ein nicht unwesentlicher Aspekt. Im Unterschied zu bisherigen elektrifizierten Traktorkonzepten, die häufig auf angepasste Verbrenner-Architekturen mit hoher mechanischer Komplexität setzen, handelt es sich beim eTerradrive um eine von Grund auf neu entwickelte Lösung.

Im Mittelpunkt der Entwicklung stand die vollständige Integration. Erstmals werden sämtliche Hauptfunktionen eines Traktors in einem rein elektrischen System zusammengeführt. Eine neu entwickelte Steuereinheit, die eDCU, koordiniert die Kommunikation mit den Fahrzeugkomponenten und erfüllt zugleich die Hochvolt-Sicherheitsanforderungen für den landwirtschaftlichen Einsatz.

Da das System mit bestehenden Anbaugeräten kompatibel ist, müssen Landwirte beim Umstieg keine Einschränkungen hinnehmen. Zapfwelle und Hydraulikfunktionen stehen elektrisch und mit voller Leistungsfähigkeit zur Verfügung, einschließlich der Möglichkeit zur Energierückgewinnung beim Bremsen. Zudem soll der eTerradrive die Elektrifizierung bestehender Maschinen erleichtern und neue Fahrzeugkonzepte für kommunale Anwendungen oder den Einsatz im Obst- und Weinbau ermöglichen. (SP-X)

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