Xpeng beschleunigt mit KI das autonome Fahren

Xpeng beschleunigt mit KI das autonome Fahren
Xpeng forciert das KI-basierte autonome Fahren. © Xpeng

Xpeng sieht sich beim Einsatz von KI in Elektrofahrzeugen in einer Führungsrolle. Nun bringen die Chinesen die zweite Generation ihres autonomen Fahrsystems Vision-Language-Action.

Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng treibt die Entwicklung des autonomen Fahrens weiter voran. Das Unternehmen kündigte an, die zweite Generation seines KI-basierten autonomen Fahrsystems Vision-Language-Action (VLA 2.0) im Jahr 2027 weltweit einzuführen.

Parallel dazu startet Xpeng in Europa ein neues Software-Update für bestehende Fahrzeuge – ein Signal dafür, dass nicht nur künftige Modellgenerationen, sondern auch aktuelle Kunden von den Fortschritten profitieren sollen. Xpeng verfolgt eine zweigleisige Strategie: Einerseits arbeitet der Hersteller an der nächsten Stufe des vollautonomen Fahrens auf Level 4, andererseits verbessert er die Software bereits ausgelieferter Fahrzeuge per Over-the-Air-Update. Ziel ist es, autonomes Fahren schrittweise und alltagstauglich in den Straßenverkehr zu integrieren.

Technologiewechsel im Kern des Systems

Im Mittelpunkt der Ankündigungen steht VLA 2.0, das Xpeng Anfang März auf der eigenen Technologieveranstaltung „The Future“ vorgestellt hat. Die neue Systemgeneration unterscheidet sich von bisherigen Ansätzen. Während klassische Fahrerassistenz- und VLA-Systeme Informationen in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten verarbeiten, setzt VLA 2.0 auf eine durchgängige End-to-End-Architektur: Visuelle Eindrücke werden direkt in Fahrentscheidungen übersetzt.

Dieser Ansatz reduziert die Abhängigkeit von hochauflösenden Karten und starren Regelwerken deutlich. Das System soll Verkehrssituationen schneller erfassen und flexibler reagieren können – ähnlich wie ein menschlicher Fahrer. Nach Angaben von XPENG zeigen erste Tests in komplexen urbanen Verkehrsszenarien eine um 23 Prozent gesteigerte Fahreffizienz. Auch ungewöhnliche Situationen wie Unfallstellen, enge Passagen oder nicht kartierte Straßenabschnitte sollen zuverlässig bewältigt werden.

„Die VLA 2.0 von Xpeng ist die erste Version, die konsequent auf vollständig autonomes Fahren ausgelegt ist und in beispiellosem Tempo weiterentwickelt wird. Wir sind überzeugt, dass vollständige Autonomie innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre Realität werden kann und autonomes Fahren zu einem natürlichen Bestandteil des Alltags wird“, so Xpeng-Chef He Xiaopeng.

Einsatz zunächst in China

Der praktische Einsatz von VLA 2.0 beginnt zunächst in China. Dort sind bereits erste Robotaxi-Fahrzeuge mit dem neuen System auf öffentlichen Straßen unterwegs, allerdings noch unter Aufsicht. Ein regulärer Testbetrieb soll im Laufe des Jahres folgen. Bemerkenswert ist zudem die angekündigte Zusammenarbeit mit Volkswagen: Der deutsche Automobilkonzern wird VLA 2.0 als erster externer Kunde und kommerzieller Partner im chinesischen Markt einsetzen.

Über den klassischen Pkw-Bereich hinaus verfolgt Xpeng weiterreichende Pläne. Das KI-Grundmodell hinter VLA 2.0 ist als skalierbare Plattform konzipiert, die auch in Robotaxi-Flotten, humanoiden Robotern oder modularen Flugfahrzeugen eingesetzt werden kann. Diese Projekte sind Teil einer umfassenden „Physical-AI“-Strategie, mit der der Hersteller eine einheitliche KI-Basis für verschiedenste intelligente Maschinen schaffen will.

Tests auch außerhalbs Europas

Noch vor der weltweiten Markteinführung will Xpeng VLA 2.0 auch außerhalb Chinas unter realen Verkehrsbedingungen testen. Der Fokus liegt dabei auf internationalen Märkten mit besonders anspruchsvollen Verkehrssituationen. Europäische Xpeng-Fahrer profitieren von einem neuen Betriebssystem-Update. Mit XOS 5.8.7, das ab März per Over-the-Air-Update verteilt wird, verbessert der Hersteller unter anderem den adaptiven Tempomaten, die Spurzentrierung und die allgemeine Systemstabilität. Auch die Konnektivität mit Apple CarPlay und Android Auto sowie die Benutzeroberflächen wurden optimiert. Schnellere Update-Prozesse sollen künftige Software-Aktualisierungen erleichtern.

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