VW in den USA im Rückwärtsgang

Minus 18 Prozent

VW in den USA im Rückwärtsgang
VW sackt in den USA weiter ab © VW

Während der US-Markt boomt, gerät VW immer mehr ins Hintertreffen. Der siebte Minus-Monat in Folge kann sich auch auf die großen Ziele des Konzerns auswirken.

Auf dem wichtigen US-Automarkt wird es für den europäischen Branchenprimus Volkswagen immer ungemütlicher. Im Oktober brachen die Verkäufe der Marke um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert ein. Es ist der siebte Monat in Folge, in dem die Wolfsburger zurückfallen. Dabei boomt der Gesamtmarkt.

Toyota und GM legen zu

VW will bis 2018 zur Nummer eins weltweit aufsteigen, die Vereinigten Staaten spielen dabei eine Schlüsselrolle. Ausgerechnet Toyota und General Motors, die Volkswagen beim Weg an die Spitze überholen muss, wurden in den USA aber deutlich mehr Autos los.

General Motors setzte 16 Prozent mehr Wagen ab, Toyota legte um neun Prozent zu. «Die Verkäufe haben wirklich an Fahrt gewonnen, nachdem der Verwaltungsstillstand beendet ist», erklärte General Motors' US-Vertriebschef Kurt McNeil am Freitag in Detroit. In der ersten Oktober-Hälfte hatten viele Regierungsangestellte wegen des politischen Zanks über den US-Staatshaushalt Zwangsurlaub gemacht.

VW weltweit auf Erfolgskurs

VW hatte seine US-Verkäufe von 2009 bis 2012 verdoppeln können, nachdem die Marke einen neuen Jetta und einen eigenen US-Passat herausgebracht hatte. Der gute Lauf endete jedoch im April. Der Verkaufsrückgang im Oktober ist der bislang größte.

Weltweit bleibt der Konzern mit seinen verschiedenen Marken aber auf Erfolgskurs: Im Oktober lieferte die VW-Gruppe insgesamt mehr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge aus als im Vorjahresmonat, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa in Hannover aus Unternehmenskreisen.

Neuer VW-SUV für US-Markt

Der VW CrossBlue soll in Chattanooga gebaut werden.
Der Crossblue ist der neue Hoffnungsträger für VW VW

In den USA haben die Wolfsburger dagegen das Problem, dass sie bei den beliebten Geländewagen relativ schwach aufgestellt und bei Pick-up-Trucks gar nicht vertreten sind. Diese machen etwa die Hälfte aller US-Verkäufe aus.

Um dem Abwärtstrend entgegenzusteuern, dürfte VW bis Ende des Jahres über einen neuen SUV für den US-Markt entscheiden. Schon im Januar hatte das Unternehmen seine Studie Crossblue auf der Automesse in Detroit vorgestellt. Rangeleien um eine Arbeitnehmervertretung im US-Werk Chattanooga (Tennessee) erschweren jedoch eine Entscheidung.

VW in den USA ein Zwerg

Volkswagen braucht nach Einschätzung von Branchenbeobachtern den Siebensitzer, um im US-Markt an Gewicht zu gewinnen. Die Marke setzte im Oktober 28.100 Wagen ab. Zusammen mit den gut laufenden Premiumschwestern Audi, Porsche, Bentley und Lamborghini waren es nach Berechnungen der Branchenzeitung «Automotive News» 45.100 - immer noch ein Rückgang um neun Prozent.

Mit dieser Stückzahl ist der VW-Konzern ein Zwerg auf dem US-Markt. Die Opel-Mutter General Motors kam auf 226.400 verkaufte Wagen, Toyota auf 169.000. Das Ziel der Wolfsburger Modelloffensive nach der Wirtschaftskrise war es, diesen Abstand zu verringen.

Daimler und BMW legen zu

Volkswagen ist die einzige deutsche Massenmarke in den USA. Bei den Oberklassewagen dagegen sind die Deutschen vorn: Daimler setzte im Oktober 32.600 Wagen und damit 22 Prozent mehr ab. BMW legte um drei Prozent auf 33.300 Wagen zu.

Eine Gesamtzahl für den Markt lag bis zuletzt noch nicht vor. In den USA berichtet jeder Autohersteller seine Verkaufszahlen einzeln. (dpa)

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Thomas Flehmer
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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