VW Touareg: Der Abschlepper

Voll digitalisiertes SUV

VW Touareg: Der Abschlepper
VW-Markenchef Herbert Diess präsentiert den neuen Touareg. © VW

Volkswagen bringt die dritte Generation des Touareg auf den Markt. Am Freitag feierte das große SUV der Wolfsburger seine Weltpremiere auf der Automesse in Peking.

Bei Volkswagen ist man selbstbewusst unterwegs. Die Verkaufs- und Umsatzzahlen des Autobauers zeigen ungeachtet des Diesel-Skandals, der bei den Wolfsburgern beschönigend als Dieselthema bezeichnet wird, nach oben. Entsprechend präsentiert man seine neuen Modelle auch mit breiter Brust.

So war es auch beim VW Touareg, der an diesem Freitag in Peking seine Weltpremiere feierte. Dass die chinesische Hauptstadt dafür ausgewählt wurde, liegt auf der Hand. China ist nicht nur für VW der weltweit wichtigste Einzelmarkt. Hier wurden im Vorjahr 3,2 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke an Kunden ausgeliefert. Und in China, wie auch in Europa, liegen SUVs im Trend.

Das weitere Wachstum von VW hängt wesentlich von diesem Segment ab. Allein bis 2020 werden 20 neue SUV-Modelle von VW auf den Markt gebracht. Nun kommt nach Tiguan, Tiguan Allspace und dem T-Roc also die dritte Generation des Premium-SUVs auf den Markt.

Im Touareg auf dem Landweg nach Peking

Der VW Touareg in Peking. Foto: VW
Der VW Touareg erreicht nach 16.000 Kilometern Fahrt die chinesische Hauptstadt.

Wie es sich für ein Premium-SUV gehört, hat man auch alles getan, die Aufmerksamkeit auf diese Weltpremiere zu lenken. Dazu gehörte nicht nur eine Pre-View des Touaregs von Anfang bis Mitte März in Hamburg, sondern auch eine Fahrt in einem noch getarnten Touareg von Bratislava (hier wird der Touareg gebaut) bis nach Peking. Nach 16.000 Kilometern und 21 Tagen kam Rainer Zieltlow pünktlich zur Premiere an.

Der Touareg sei dabei nicht weniger als der Standard für Qualität, wie VW sagt. „Unser Oberklasse-SUV gibt ein Statement ab bei Design und Technologie“, erklärt Stefan Gies, der bei VW die Produktlinie Mid- und Fullsize verantwortet. Zugleich sei der Touareg das am stärksten digitalisierte SUV, hob der Baureihenleiter bei einer Pre-View des Touaregs hervor.

VW Touareg voll digitalisiert

Das Cockpit des Touareg. Foto: VW
Digital läuft das Leben im Touareg ab. Foto: VW

Zu diesen Digitalisierungs-Features gehören neben den bekannten Fahrassistenzsystemen auch ein neuer Nachtsichtassistent (Night Vision). Eine Wärmebildkamera registriert dabei die von Lebewesen ausgehende Infrarotstrahlung. Erkannte Personen oder Tiere werden in einem Schwarz-Weiß-Bild je nach Risiko gelb oder rot markiert. Das Bild selbst wird in das digitale Cockpit übertragen.

Zudem gibt es ein komplett neu gestaltetes Infotainmentsystem mit einem 15 Zoll großen Touchscreen. Dabei lassen sich die verschiedenen Funktionalitäten ganz nach den Vorlieben des Fahrers auf dem Bildschirm anordnen. Ein mühseliges Suchen entfällt. Optisch und von seiner Bedienfreundlichkeit vermag das System dank seiner Touch- und Gestensteuerung zu überzeugen. Wie in allen neuen VW-Modellen ist auch ein Digital-Display fürs Cockpit bestellbar.

Eines hat der Touareg trotz aller Digitalisierung behalten: Den Lautstärkeknopf. Die Befragungen der Kunden hätten ergeben, dass sie darauf nicht verzichten wollen.
Glaubt man den Ausführungen von Gies, dann soll der neue Touareg auch bei der Fahrdynamik deutlich zugelegt haben. Dank eines elektrischen Wankstabilisators soll sich der Touareg auch in schneller gefahren Kurven souverän verhalten.

Ein SUV, das auch in der Stadt funktioniert

Das Heck des Touareg. Foto: VW
Der VW Touareg verfügt nun über ein geschärfteres Profil. Foto: VW

Vor allem aber soll der Touareg auch ein trotz seiner Größe für die Stadt geeignetes Auto sein, verspricht Gies. “Der Stadtverkehr ist für dieses Auto kein Problem. Auch in Parkhäusern lässt er sich gut bewegen.” Dank der Hinterachslenkung kommt der Touareg gerade einmal auf einen Wendekreis von 11,19 Metern.

Eines, auf das Kunden eines solchen SUVs besonderen Wert legen, ist die Anhängerlast. Und da setzt der Touareg mit 3,5 Tonnen ein Ausrufezeichen für die Kunden, die beispielsweise einen Pferdeanhänger hinter sich herziehen wollen. So nutzen 60 Prozent der Touareg-Kunden ihr Auto in Deutschland auch als Zugwagen, in Europa sind es 40 Prozent. Ein Trailer-Assist erleichtert dem Touareg-Fahrer dabei das Einparken mit Hänger. Im Vergleich zur Zugkraft des Touareg kommt ein Volvo XC90 auf gerade einmal 2,4 Tonnen.

Die Frage nach dem Motor stellt sich für dieses Klientel dabei nicht – es ist ein Diesel. In Europa startet er mit einem 3.0 V6 TDI mit einer Leistung von 231 PS und 286 PS. Das reicht, um dieses fast zwei Tonnen schwere Fahrzeug noch einigermaßen dynamisch bewegen zu können. Für einzelne Märkte stehen auch ein V6-Benziner mit 340 PS und ein V8-Diesel mit 421 PS zur Auswahl. Einen Plug-in-Hybrid wird es zunächst nur für den chinesischen Markt geben. Dabei handelt es sich um einen Vierzylinder. Ob auch ein Plug-in-Hybrid in Europa angeboten wird, ist noch nicht entschieden.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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