VW Polo: Als Gebrauchter nicht ohne Probleme

VW Polo: Als Gebrauchter nicht ohne Probleme
Der VW Polo GTI. © VW

Der VW Polo gehört zu den Bestsellern der Wolfsburger. Den Kleinwagen gibt es seit 1975 mittlerweile seit sechs Generationen.

Schon die fünfte Generation, die von 2009 bis 2017 angeboten wurde, stand dem kompakten Bestseller aus Wolfsburg, dem VW Golf, hinsichtlich Komfort und Leistung kaum nach.

Der als Dreitürer oder gegen Aufpreis als Fünftürer erhältliche Polo hat gegenüber seinem Vorgänger in der Länge ordentlich zugelegt und kratzt die 4-Meter-Marke an. Der Kofferraum des Steilheckmodells fasst 280 Liter, klappt man die Rückenlehnen um, sind bis zu 952 Liter Ladevolumen möglich. Im Innenraum bietet der Kleine vergleichsweise viel Platz, selbst im Fond können Erwachsene kommod sitzen. Die Sitze haben zudem ordentliche Beinauflagen. Das Interieur ist spätestens seit dem Facelift 2014 an dem des Golfs ausgerichtet, die Bedienelemente und -logik kennt man ebenfalls aus dem Kompakten. Der Polo punktet durch eine gute Dämmung, so dass die Geräuschkulisse im Innenraum klassenuntypisch leise ist.

Breites Motorenangebot

Interessenten finden von der Basisversion mit 60 PS bis zum Kracher R WRC mit 220 PS ein breit gefächertes Angebot von Benzinern- und Dieselaggregaten mit drei- oder vier Zylindern. Darunter befinden sich auch Spritsparmodelle („BlueMotion“).

Nicht ganz so exotisch wie der R WRC sind die Polo GTI-Modelle, die auf 180 PS kommen. Seit Anfang 2015 leistet der Polo GTI mit einem 1,8-Liter-Triebwerk 192 PS. Wahlweise steht für ihn ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bereit. Standardmäßig ist der Sportler an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Ein Siebengang-DSG ist auch für die 1,2-Liter-Turbos (TSI) erhältlich.

Der Vierzylinder ist in den Ausbaustufen mit 90 PS und 105 PS (seit 2014: 110 PS erhältlich. Der 1,4-TSI kommt auf 140 PS (seit 2014: 150 PS). Auf der Dieselseite spannt sich das Leistungsangebot von 75 PS bis 105 PS. Standardmäßig erfolgt die Kraftübertragung über ein manuelles Fünfganggetriebe. Wer weder Benzin noch Diesel tanken möchte, kann nach der Autogasvariante Ausschau halten. Der 63 kW/82 PS leistende Benziner verfügt als „Bi-Fuel“ zusätzlich zum Benzintank über einen 45 Liter fassenden Autogastank. Diese Variante war mit Unterbrechung bis zum Facelift im Angebot.

Komfort erst bei höherer Ausstattung

Das Basiskomfortniveau (Trendline) ist mager ausgestattet. Auf eine Klimaanlage muss man hier genauso verzichten wie auf ein Radio. 14-Zoll-Stahlräder sind Standard. Immerhin an Bord: ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Die Annehmlichkeiten werden nicht ganz überraschend mit den höheren Ausstattungslinien (Comfortline und Highline) besser.
Es gibt unter anderem elektrisch einstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie eine asymmetrisch geteilte Rücksitzbank.

Im höchsten Level fährt der Polo mit Alus und Nebelscheinwerfern vor, das Lenkrad und der Schalthebel sind aus Leder. In Punkto Sicherheit erreichte der Polo 2009 fünf Sterne beim NCAP-Crashtest. Seit 2014 ist die Einbindung von einigen Smartphone-Apps über den 12,7-Zentimeter-Touchscreen möglich. Seit dem Facelift war der Polo auch mit zahlreichen Assistenten zu haben, darunter dem Abstandstempomat ACC sowie das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“. Letzteres warnt den Polo-Lenker mit Bild, Ton und kurzem Bremsimpuls, wenn er sich zu schnell einem Hindernis nähert – und bremst den Polo selbsttätig ab. Eine City-Notbremsfunktion, die bis Tempo 30, selbständig bei Kollisionsgefahr auf die Bremse tritt, war ebenfalls im Angebot.

Probleme mit Bremsen

Das Cockpit des VW Polo. Foto: AG/Flehmer
Neue Assistenzsysteme zogen in den VW Polo ein. Foto: Flehmer

Hinsichtlich Zuverlässigkeit könnte der kleine Wolfburger besser sein. Die TÜV-Prüfer bemängeln Problem mit den Bremsen, die sich bereits bei vergleichsweise jungen Modellen zeigen. Außerdem neigt der Polo im Alter zu Ölverlust. Beim Fahrwerk fallen Federbrüche unangenehm auf. Der Kleine besteht die Hauptuntersuchung bis zum Alter von 9 Jahren etwas besser als der Schnitt der untersuchten Fahrzeuge, hinsichtlich der Laufleistung liegt er unter den durchschnittlich gefahrenen Kilometern. Bei den TSI-Motoren sollte man auf Problemen mit der Steuerkette achten.

Die Beliebtheit des kleinen VW spiegelt sich auch im großen Gebrauchtwagenangebot wider. Die Diesel-Fahrzeuge weisen oft eine hohe Fahrleistung auf, sind aber mit Preisen um 3000 Euro für neun Jahre alte Exemplare auch günstiger als gleichalte Benziner mit der Basismotorisierung. Wer einen TSI goutiert, muss mindestens 4000 Euro investieren. Für einen gebrauchten GTI werden mindestens 7000 Euro fällig. (SP-X)

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