Deutscher Automarkt geht im Februar zurück

Herber Dämpfer für VW

Deutscher Automarkt geht im Februar zurück
Auf den VW Passat gibt es hohe Rabatte. © VW

Die deutschen Autokäufer hielten sich im zweiten Monat des Jahres zurück. Besonders zu spüren bekam das VW. Und auch die Diskussion um den Dieselmotor wirkte sich auf das Kaufverhalten aus.

Der Auftrieb des Automarktes in Deutschland zu Beginn des Jahres wurde im Februar bereits gestoppt. 243.602 neu zugelassene Personenkraftwagen (Pkw) bedeuteten ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat oder rund 42.000 weniger zugelassene Neuwagen.

Besonders stark machten sich die Rückgänge bei VW bemerkbar. Die Kernmarke des Konzerns musste ein Minus von gleich 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat hinnehmen, der Marktanteil beträgt 17,5 Prozent. Mit insgesamt 92.092 Verkäufen nach zwei Monaten rutschte VW damit wieder unter die 20 Prozent Marktanteil und schaffte sogar noch gerade so die 19 Prozent. Trotzdem bleiben die Wolfsburger mit Abstand Marktführer. Als Grund für diesen massiven Einbruch nannte ein VW-Sprecher auf Anfrage der Autogazette zum einen den Modellwechsel beim Golf, wobei der Hauptgrund dafür in der Umstellung des Mitarbeiter-Leasings läge. So hat VW die Fahrzeughaltedauer beim Mitarbeiter-Leasing von sechs auf zwölf Monate verlängert. Wie der Sprecher sagte, kommen dadurch schnell einige Tausend Fahrzeug zusammen, die nun in der Zulassungsstatistik fehlen würden.

Audi schließt zu Mercedes auf

Zweistellig musste auch Smart Federn lassen. 2182 neue Kleinwagen bedeuteten ein Absatzminus über 21,6 Prozent. Von den deutschen Marken lagen lediglich Mini mit 15 Prozent, Audi mit 4,2 Prozent sowie Porsche mit 2,4 Prozent und Ford mit 0,5 Prozent übern Strich.

Durch den Zugewinn holte Audi im Kampf um die Premiumkrone mächtig auf. Nach zwei Monaten spürt Mercedes, das im Februar ein Minus über 2,1 Prozent notierte, ganz stark den Atem der VW-Tochter aus Ingolstadt. Mit jeweils 9,5 Prozent Marktanteil nach zwei Monaten lagen die Neuzulassungen der Stuttgarter bei 46.137 Pkw, bei Audi fanden 46.045 Fahrzeuge neue Abnehmer. BMW folgt mit einem Abstand bei 38.184 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 7,9 Prozent.

Totes Rennen zwischen Opel und Ford

Auch Ford und Opel lieferten sich im Februar ein fast totes Rennen. Die Kölner verzeichneten 17.934 Neuzulassungen, die Rüsselsheimer ganze 82 Fahrzeuge mehr. Nach zwei Monaten führt Opel mit einem Marktanteil von 7,3 Prozent und 35.503 Verkäufen vor Ford mit glatten sieben Prozent Marktanteil und 33.775 Neuzulassungen.

Bei den Importeuren behauptet Skoda weiter mit Abstand den Thron. Zwar musste die VW-Tochter aus Tschechien im Februar eine Delle von 4,1 Prozent bei 14.053 Verkäufen hinnehmen, liegt aber mit insgesamt 26.765 Verkäufen und einem Marktanteil von 5,5 Prozent souverän vor Renault mit 3,4 Prozent und insgesamt 16.616 Neuzulassungen. Auf Platz drei und vier folgen Hyundai und Seat mit 2,8 und 2,6 Prozent Marktanteil nach zwei Monaten.

Dieselquote stark rückläufig

Stark bemerkbar macht sich auch die aktuelle Diskussion über Dieselverbote in Innenstädten. Der Anteil der Selbstzünder ging im zweiten Monat um 3,8 Prozent zurück und beträgt 43,4 Prozent. Über zehn Prozent mehr liegt die Benziner-Quote.

Bei den Elektroautos gab es ein Plus von 105,9 Prozent bei 1546 Neuzulassungen. Hybride verzeichneten einen Zuwachs von 44 Prozent. Unter den 5082 Hybrid-Pkw befanden sich 1443 Plug-ins, die im Gegensatz von den normalen Hybriden mit 3000 Euro gefördert werden. Trotz der Zunahme der alternativen Antriebe stieg die durchschnittliche CO2-Emission um 0,2 Prozent auf 127,7 g/km. (AG/TF)

Keine Beiträge vorhanden