VW ist mit seiner ID-Baureihe schleppend in die E-Mobilität gestartet. Mittlerweile kommen die E-Modelle immer besser an. Nun wurde das 1,5-millionste Fahrzeug an einen Kunden übergeben.
Volkswagens Start in die Elektromobilität verlief holprig. Das erste Modell der ID-Baureihe, der ID.3, musste sich wegen seines Designs und wegen Qualitäts- und Bediendefiziten arge Kritik gefallen lassen. Darauf hat das Team um Markenchef Thomas Schäfer reagiert und dem ID.3 bereits vor dem geplanten Facelift ein Update verpasst. Nachdem Vertriebschef Martin Sander zudem die Preise reduzierte, erfreut sich das Modell zunehmender Beliebtheit.
Die Modelle kommen bei den Käuferinnen und Käufern immer besser an. Nun wurde im VW-Werk in Emden das weltweit 1,5-millionste Fahrzeug der ID.-Baureihe, einem schwarzen ID.7 Tourer Pro, an einen Kunden aus dem niedersächsischen Vechta übergeben. Dass das auch für VW ein besonderer Tag war, lässt sich daran ablesen, dass zur Übergabe des Fahrzeugs neben Entwicklungschef Kai Grünitz und Vertriebsvorstand Martin Sander auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) bei der Übergabe des ID.7 dabei waren.
VW sieht sich als Vorreiter
„1,5 Millionen ausgelieferte ID. Modelle – das zeigt klar: Volkswagen ist Vorreiter der Elektromobilität“, sagte Sander. Der Vertriebschef kann sich darüber freuen, dass VW mit seinen Modellen die Zulassungsstatistik in Deutschland und Europa im Elektro-Segment bestimmt. „Das bestätigt uns, dass wir die passenden Fahrzeuge für unsere Kunden im Angebot haben. Wir sind als Unternehmen auf dem richtigen Weg. Volkswagen bleibt Taktgeber beim Hochlauf der Elektromobilität“, so Sander weiter.
Ministerpräsident Olaf Lies, zugleich Mitglied des VW-Aufsichtsrats, bezeichnete den ID.7 als „ein starkes Stück Niedersachsen“ und als einen „Beweis für die Transformationsfähigkeit des Landes“. Lies selbst hatte zu seiner Zeit als Wirtschaftsminister des Landes ebenfalls einen ID.7 als Dienstwagen gefahren.
Neben dem im Jahr 2020 gestartetem ID.3 umfasst die ID-Baureihe zudem das SUV ID.4 (Start 2021) sowie dessen Coupé-Version ID.5 und den Elektrobus ID. Buzz im Jahr darauf. Der ID.7 und der ID.7 Tourer kamen im Vorjahr auf den Markt, Dabei erfreut sich insbesondere der Tourer großer Beliebtheit. Er war im ersten Halbjahr das meistzugelassene E-Fahrzeig in Deutschland. „Auf diesen Erfolg darf das gesamte Volkswagen-Team stolz sein“, so Lies.
Staatliche Fördermaßnahmen gefordert
Am Rande der Fahrzeugübergabe forderte Sander von der Politik weitere Maßnahmen zur Förderung des Markthochlaufs der E-Mobilität. „Wir brauchen ein klares Signal und gezielte staatliche Fördermaßnahmen, um die Skepsis privater Käuferinnen und Käufer abzubauen und die Nachfrage in dieser Gruppe anzukurbeln.” Das Gros der Neuzulassungen entfällt derzeit auf gewerbliche Kunden, die von steuerlichen Vorteilen profitieren: Sie müssen bei der Nutzung eines Stromers den geldwerten Vorteil nur mit 0,25 Prozent statt mit 1 Prozent wie bei einem Verbrenner versteuern.
Die neue Bundesregierung hat gerade einen so genannten Innovationsbooster auf den Weg gebracht, der es Kunden ermöglicht, bereits im ersten Jahr 75 Prozent des Anschaffungspreise steuerlich abzusetzen. Diese Regelung gilt für neue und betrieblich genutzte Elektro-Neufahrzeuge, die zwischen dem 30. Juni 2025 und 1. Januar 2028 angeschafft werden. Privatkunden und Leasingnehmen gehen indes leer aus.
Neben den bisherigen Modellen hat VW indes keinen elektrischen Kleinwagen im Angebot. Der wird erst voraussichtlich Ende 2026 für einen Preis von unter 25.000 Euro auf den Martk kommen. Ein Jahr später folgt die Serienversion des ID. Every 1 für rund 20.000 Euro. „Das Ziel ist klar: Volkswagen will Elektromobilität für alle ermöglichen – bezahlbar, zuverlässig und nachhaltig.“ Dass VW Modelle wie den ID.2 bzw. ID.1 erst so spät bringt, stößt indes auf Kritik. Denn die Konkurrenz hat solche Modelle bereits im Angebot: bei Citroen gibt es den e-C3 und bei Renault den R5.



