VW-Konzern strukturiert China-Geschäft neu

Neuer Technikchef von Huawei

VW-Konzern strukturiert China-Geschäft neu
VW-Vorstand Ralf Brandstätter. © VW

China ist der größte Einzelmarkt für den VW-Konzern. Entsprechend kommt dem Land eine besondere Bedeutung zu. Jetzt strukturiert der Autobauer die Führungsstruktur neu.

In einem künftigen obersten Gremium will der Autobauer neben den verschiedenen Marken in der Volksrepublik auch Technik und Entwicklung stärker in Entscheidungen und Verantwortung einbinden.


„Mit der der neuen Struktur in China legen wir den Grundstein für eine starke, integrierte Steuerung unserer Konzernaktivitäten in enger Zusammenarbeit mit unseren Joint-Venture-Gesellschaften. Die Region China erhält deutlich mehr Entscheidungskompetenz und Eigenständigkeit. Damit richten wir unsere Dienstleistungen, Technologien und Produkte noch schneller und konsequenter auf die spezifischen Wünsche unserer Kundinnen und Kunden vor Ort aus“, sagte der designierte China-Chef Ralf Brandstätter am Freitag laut Mitteilung.

Dazu holt VW China den Manager Marcus Hafkemeyer vom chinesischen Technologieriesen Huawei als Technikchef in die Führungsspitze, der bisherige VW-Russland-Markenchef Stefan Mecha soll zudem die Kernmarke und den Konzernvertrieb im Land führen.

Brandstätter verantwortet komplettes China-Geschäft

Brandstätter, der bisher die VW-Kernmarke VW Pkw insgesamt leitet, wechselt wie bekannt von Wolfsburg nach Peking und übernimmt ab August die Gesamtleitung der wichtigen China-Sparte. Dazu rückt Brandstätter auch in den Konzernvorstand in Wolfsburg auf, bis dato ist dort Konzernchef Herbert Diess für das China-Ressort zuständig. Diess musste im Dezember im Streit mit den Arbeitnehmern die Verantwortung für China abgeben und konzentriert sich künftig vor allem auf die Softwarestrategie von VW.

Lange Jahre liefen die Geschäfte für Volkswagen in China blendend, VW ist Marktführer im größten Automarkt der Welt. Doch seit einiger Zeit hapert es: Vor allem die mangelnde Chipversorgung setzte dem Autobauer dort zu, insbesondere verlief der von Investoren scharf beäugte Hochlauf der batterieelektrischen Autos im Land zunächst nicht rund. Die Volksrepublik steht bei den Wolfsburgen typischerweise für rund 40 Prozent aller an Endkunden ausgelieferten Autos.

In China gilt als Schlüssel bei den Kunden, sie mit eigens für den Markt entwickelten Produkten und stark digitalisierten Angeboten zu gewinnen. Damit hat VW noch so seine Probleme, wie Diess des Öfteren einräumte. Die Entwicklung in der Region soll nun stärker markenübergreifend aufgestellt und beschleunigt werden. Dazu soll auch mehr Personal beschäftigt werden. Hafkemeyer arbeitete vor Huawei bereits bei Audi und BMW und ist seit einigen Jahren in China tätig. (dpa)

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