Autofahren wird immer teurer. Das sieht man an der Kfz-Versicherung. Zwar fragen die Versicherer nach Wohneigentum oder einen Garagenplatz. Viel sparen lässt sich bei der Bejahung indes nicht.
Wohneigentum, verschließbare Garage oder Fahrsicherheitstraining – all das kann beim Abschluss einer Kfz-Versicherung einen Einfluss auf die Prämienhöhe haben. Allerdings ist dieser meist minimal und beträgt nur wenige Euro im Jahr, wie das Vergleichsportal Verivox bei einem Vergleich von 400 Vollkaskotarifen ermittelt hat. Das echte Sparpotenzial liegt woanders.
So fragen Versicherer beim Neuabschluss oder Wechsel häufig nach selbstgenutztem Wohneigentum. Das klingt nach einem soliden Bonus, macht im Durchschnitt aber nur rund zwei Prozent Ersparnis aus. Im von Verivox berechneten Beispiel entspricht das etwa 20 Euro pro Jahr. Auch der Garagenstellplatz spart meist nur wenig Geld: Obwohl das Auto witterungsgeschützter und oft diebstahlsicherer steht, liegt der Nachlass im Schnitt nur bei einem Prozent.
Mehrere Versicherungen als Kostensenker
Ernüchternd fällt auch der Blick auf Familien aus. Die verbreitete Annahme, Eltern mit minderjährigen Kindern zahlten weniger, weil sie vorsichtiger fahren, bestätigt sich in der Modellrechnung nicht. Im Durchschnitt entsteht kein Preisvorteil. Nur einzelne Versicherer gewährten in Ausnahmen bis zu fünf Prozent – das wären im Beispiel rund 77 Euro. Selbst mehr Fahrpraxis durch die Nutzung eines weiteren Autos wirkt sich nicht groß auf den Beitrag aus. Und auch Eigeninitiative lohnt sich selten: Ein Fahrsicherheitstraining wird nur von einem einzigen der untersuchten Versicherer honoriert – dann allerdings mit zehn Prozent Rabatt beziehungsweise rund 159 Euro im Jahr.
Größere Rabatte kann es geben, wenn man mehrere Versicherungen bei einem Unternehmen abschließt. Allerdings lohnt sich genaues Nachrechnen – in vielen Fällen dürfte der Abschluss einzelner, besonders günstiger Versicherungen unterm Strich billiger kommen. Wer tatsächlich sparen will, sollte nach Verivox weniger auf solche Kombirabatte oder Kleinstmerkmale setzen, sondern die großen Stellschrauben prüfen: realistische Jahresfahrleistung angeben, eine Werkstattbindung prüfen und regelmäßig jedes Jahr die aktuellen Angebote verschiedener Versicherer vergleichen. (SP-X)


