VDA erwartet sinkenden Autoabsatz

Für 2013

VDA erwartet sinkenden Autoabsatz
Europas Automarkt schwächelte auch im August. © dpa

Rund drei Millionen Neuwagen sollen laut Matthias Wissmann im kommenden Jahr einen Käufer finden. Trotzdem sieht der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie keine Gefahr für den Automobilstandort Deutschland.

Während der weltweite Pkw-Markt nach Meinung von Experten in den nächsten acht Jahren um gut ein Drittel auf über 90 Millionen Neuwagen explodieren dürfte, prognostiziert der Verband der Automobilindustrie (VDA) für Deutschland einen sinkenden Absatz. Anders als in den Jahren seit 2000, in denen sich die hiesigen Pkw-Neuzulassungszahlen zwischen 3,1 und 3,3 Millionen Einheiten bewegten, rechnet VDA-Präsident Matthias Wissmann für das nächste Jahrzehnt mit nur noch rund 3 Millionen Autos im Schnitt, wie er der "Börsen-Zeitung" sagte. Gleichwohl sollte der hohe Premium-Anteil der heimischen Industrie dafür sorgen, dass Deutschland auch in 20 Jahren noch ein starker Automobilstandort sein wird.

Deutscher Markt verliert an Boden

Zugleich sicherten Innovationen und anspruchsvolles Design den Exportabsatz in den dynamischen Exportländern: Wenn es eine Nachfrage in den großen aufstrebenden Schwellenländern gebe, dann die nach Markenprodukten, beteuerte Wissmann - "wir sind, im Grunde genommen, die Apples der Autowelt." Trotz der globalen Absatzerfolge bleibe der westeuropäische Markt 2013 schwierig - "der Gegenwind nimmt zu". In diesem Zusammenhang sei es umso wichtiger, dass sich die EU-Kommission intensiver für den Abbau von Handelshemmnissen einsetze, um den Industriestandort Europa zu stärken. Anzustreben sei ein gemeinsamer Markt EU-USA, der bei Light-Vehicles für rund 40 Prozent des Weltmarkts stehe. "Wenn wir hier gemeinsame Standards auch bei der Normung setzen könnten, hätte das eine enorme Wirkung auf den 'Rest der Welt'", sagte Wissmann.

Der deutsche Markt selbst wird in den kommenden Jahren international weiter an Boden verlieren. Laut einer Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen wird Deutschland den derzeit fünften Platz nicht halten können. Bis 2015 werden die aufstrebenden Märkte Russland und Indien am deutschen Markt vorbeiziehen. (AG/dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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