Autofahren ist zu Christi Himmelfahrt besonders riskant. Am Vatertag ereignen sich dreimal mehr Unfälle wegen Alkohol als wie an anderen Tagen.
Christi Himmelfahrt bleibt der gefährlichste Tag des Jahres für Alkoholunfälle im Straßenverkehr. Nach neuen vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) registrierte die Polizei am sogenannten Vatertag 2025 bundesweit 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mitteilte.Damit ist das Risiko für Alkoholunfälle an Himmelfahrt etwa dreimal so hoch wie an einem durchschnittlichen Tag.
Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr (2024: 287 Alkoholunfälle) sieht der DVR keinen Anlass zur Entwarnung. Bei den Alkoholunfällen an Christi Himmelfahrt wurden 2025 insgesamt 64 Menschen schwer und 167 leicht verletzt. Todesopfer gab es in diesem Jahr zwar nicht, 2024 kam jedoch ein Mensch ums Leben. Im Vorjahr wurden zudem 58 Menschen schwer und 145 leicht verletzt. Mit Blick auf den bevorstehenden Feiertagppelliert der DVR an alle Verkehrsteilnehmenden, konsequent auf Alkohol im Straßenverkehr zu verzichten.
Alkohol als zentrales Risiko im Straßenverkehr
Der DVR ruft deshalb zur Vorsicht auf. „Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat auch an Feiertagen Vorrang vor jeder Trinktradition“, sagt DVR-Hauptgeschäftsführer Stefan Grieger. „Gerade an Himmelfahrt müssen wir uns unserer Verantwortung im Straßenverkehr bewusst werden – egal ob im Auto, auf dem Motorrad, dem E-Scooter oder Fahrrad. Ein einziger Fehler unter Alkoholeinfluss kann ein Leben zerstören. Wahre Stärke beweist nicht, wer am meisten trinkt, sondern wer sicher nach Hause kommt“, fügte er hinzu.
Die aktuellen Zahlen zeigen zugleich, dass Alkoholunfälle kein reines Feiertagsproblem sind. Nach Angaben von Destatis ereigneten sich im Jahr 2025 deutschlandweit insgesamt 34.269 Alkoholunfälle. Das entspricht zwar einem Rückgang um rund zwei Prozent gegenüber 2024 (etwa 35.100 Unfälle), dennoch kommt es statistisch weiterhin alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall.
Alkohl beeinträchtigt Reaktionsfähigkeit
166 Menschen verloren 2025 bei Alkoholunfällen ihr Leben, 3733 wurden schwer und 13.839 leicht verletzt. Rechnerisch stirbt damit etwa alle zwei Tage ein Mensch infolge eines Alkoholunfalls, etwa alle zwei Stunden wird eine Person schwer verletzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Todesopfer um rund 16 Prozent gesunken. Auch die Zahl der Schwerverletzten ging um etwa sieben Prozent zurück. Der DVR warnt jedoch davor, diese Entwicklung als Entwarnung zu verstehen.
„2025 sind deutlich weniger Menschen infolge von Alkoholunfällen ums Leben gekommen. Das ist eine gute Entwicklung. Doch wir dürfen nicht nachlassen“, betont Grieger und fügt hinzu: „Verkehrssicherheit braucht klare Regeln – und verständlich ist nur eine einzige: Kein Alkohol am Steuer oder auf dem Fahrrad – weder an Himmelfahrt, noch an einem anderen Tag des Jahres. Denn am Ende jedes Tages zählt nicht, wie ausgelassen wir gefeiert und getrunken haben, sondern dass wir alle unversehrt nach Hause zurückkehren.“
Alkoholkonsum selbst in geringen Mengen beeinträchtigt das Hör- und Sehvermögen sowie die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit deutlich. So werden unter Alkoholeinfluss nicht nur Geschwindigkeiten und Distanzen falsch eingeschätzt, sondern es sinkt auch die Gefahrenwahrnehmung – bei gleichzeitig steigender Risikobereitschaft. Laut Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verdoppelt sich schon ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration das Unfallrisiko am Steuer, bei 0,8 Promille ist es 4,5-mal so hoch und bei 1,5 Promille steigt es auf das 16-fache. „Unsere Botschaft ist klar: Wer trinkt, fährt nicht. Wer fährt, trinkt nicht“, so Grieger.




