Der schwedische Elektroautobauer Polestar hat einen neuen Deutschlandchef: Jan Grindemann löst Willem Baudewijns ab. Grindemann soll die Marke heraus der Nische führen.
Jan Grindemann ist neuer Deutschlandchef von Polestar. Der Manager folgt auf Willem Baudewijns, der seit Mai 2022 diese Position ausübte und parallel den niederländischen Markt verantwortete. Zukünftig wird Baudewijns nur noch für die Niederlande verantwortlich sein.
Grindemann war zuletzt Chef von Chevrolet Europe. Davor war er seit September 2022 zunächst Chief Operating Officer bei der Hedin Group, ehe er dort zum CEO aufstieg. In dieser Zeit baute er unter anderem den Vertrieb für BYD Deutschland auf. Grindemann bringt laut einer Pressemitteilung von Polestar eine über 14-jährige internationale Erfahrung in der Automobilindustrie mit.
Rolle von Polestar in Deutschland stärken
„Mit Jan Grindemann holen wir einen erfahrenen Automobilmanager, der sowohl die traditionelle Seite der Automobilbranche als auch die Welt der Elektroautomobilität kennt und auch im Start-up Umfeld zu Hause ist“, so Polestar-CEO Michael Lohscheller. Lohscheller dankte zugleich Baudewijns für seinen Einsatz. Er hätte mit der Positionierung der Modelle Polestar 3 und Polestar 4 und der Ausweitung des Vertriebsnetzes „in Deutschland die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt“.
Von Grindemann wird erwartet, dass er Polestar angesichts überschaubarer Absatzzahlen zu stärkerem Wachstum führt. Auf den neuen Deutschlandchef wartet eine herausfordernde Aufgabe. Zwar wies die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zuletzt hohe Wachstumsraten für Polestar aus, doch in absoluten Zahlen sind die Neuzulassungen überschaubar. Im Juli kam die Marke zwar auf ein Plus von rund 59 Prozent, doch das entspricht gerade einmal 670 Fahrzeugen. In den ersten sieben Monaten weist die KBA-Statistik 2585 Neuzulassungen (+28,8 Prozent) auf. Der Marktanteil liegt bei gerade einmal 0,2 Prozent. Im Jahr 2024 kam Polestar in Deutschland auf 3181 Neuzulassungen.
„Deutschland gilt in der Autobranche zurecht als anspruchsvoller Schlüsselmarkt und nimmt daher auch eine wichtige strategische Bedeutung für Polestars Expansionspläne ein“, so Grindemann. Polestar hatte erst im März seinen Vertrieb umgestellt, um so den aktiven Verkauf durch eine stärkere Einbindung der Handelspartner zu fördern.


