Der von General Motors geplante Börsengang stößt bei Klaus Franz sauer auf. Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende würde erst die Restrukturierung abschließen wollen.
Der geplante Börsengang der US-Konzernmutter General Motors (GM) kommt aus Sicht des Opel-Betriebsrats zu früh. "GM hat zwar drei gute Quartale abgeliefert. Aber wir müssen auch in Europa erst einmal die Restrukturierung richtig abschließen, um potenziellen Investoren ein rundes Bild zu liefern", sagte der Opel-Gesamtbetriebsrats- Vorsitzende Klaus Franz "Focus Online". "Es wird für Opel schwieriger, wenn GM an die Börse geht. Der Druck wird dramatisch zunehmen", fügte er hinzu. Ein gutes Jahr nach der überstandenen Insolvenz wird GM voraussichtlich an diesem Donnerstag an die Börse zurückkehren.
Kein Grund zur Entwarnung
Bei Opel sei wegen der Insolvenz der Mutter vieles liegen geblieben, sagte Franz: "Deswegen stehen wir nicht so gut da, wie wir eigentlich könnten." Sowohl für Modelle wie das Astra-Cabrio als auch für neue Motoren hätten die Mittel gefehlt, die Projekte voranzutreiben. "Deswegen haben wir auf der Modellseite eine Lücke von zwei Jahren." Deshalb und wegen der laufenden Restrukturierung seien erst ab 2012 wieder Gewinne möglich.
Die Zusammenarbeit mit GM ist aus Franz' Sicht weiterhin bürokratisch und ineffizient. "Es gibt keinen Grund, Entwarnung für die Zukunft zu geben. Der Zentralismus von vor der Krise ist weiterhin sehr ausgeprägt."

