Dodge: Kleine Ziele, große Hoffnungen

Dodge: Kleine Ziele, große Hoffnungen
Der Dodge Caliber © Foto: Werk

Ohne Druck will Dodge den Caliber auf dem Markt einführen. Zugleich lasten auf dem Fünftürer nicht nur in der hart umkämpften Golfklasse hohe Zukunftserwartungen der Amerikaner.

Von Thomas Flehmer

Dodge feiert seinen Einstieg in Europa gleich im schwersten Segment. Mit dem Caliber wollen sich die Amerikaner von den Mitbewerbern in der Golfklasse abheben und so für Verkaufszahlen sorgen. «Der Caliber ist ein Fahrzeug für Leute, die im täglichen Leben nach intelligenten Lösungen suchen», sagte Dodge-Marketing-Direktor Thomas Hausch bei der Präsentation auf Ibiza. Der durchschnittliche Käufer soll laut dem Unternehmen rund 35 Jahre alt sein, über ein Jahreseinkommen von 34.000 Euro verfügen und zumeist männlich sein - ein Markenzeichen, dass Dodge durch die Werbekampagnen im Internet stark gefördert hatte.

Mehr PS als Mitbewerber

Dabei setzen sich die Amerikaner mit ihrem Premierenmodell, dass in Deutschland am 10. Juni eingeführt wird, zunächst eher bescheidene Ziele. «20.000 Stück weltweit wollen wir im ersten Jahr verkaufen», so Hausch. Zum Anfang stehen dafür drei Benziner und ein Dieselmotor zur Verfügung. Das Verkaufsrezept basiert auf drei Grundsäulen: Der Caliber sticht durch sein Design aus der Menge der Golf, Astra und Co. heraus, er bietet mehr PS als seine Mitbewerber, dafür ist er um einiges billiger. Der Einstiegspreis für den 1.8 Benziner mit 110 kW/150 PS beträgt 14.990 Euro. «Wir bieten mehr PS pro Euro als die Mitbewerber», lautet die Devise von Fahrzeugentwickler Bill Lee.

Dass die Marke Dodge den Konzernschwestern Chrysler und Jeep Konkurrenz im eigenen Haus beschert und so den gerade wieder steigenden Absatz behindert, befürchtet Hausch nicht. «Als wir 2001 überlegten, ob wir Dodge nach Europa bringen, war das für uns kein Muss.» Besonders auf dem deutschen Markt - speziell in Ostdeutschland, wo Chrysler schon immer besser aufgestellt war - kommt auf den Fünftürer eine hohe Gewichtung zu. Hausch räumt Deutschland neben den heimischen USA und China die höchste Priorität ein. «Der Caliber wird unser Volumenmodell.»

Mittelfristiges Ziel: Umsatzverdopplung

So werden aus den formulierten kleinen Ziele große Hoffnungen. Von den 20.000 erwarteten Verkäufen weltweit werden in Deutschland nicht ganz 1000 Abnehmer gefunden werden müssen. Mittelfristig soll der Caliber, dem mit dem Nitro später ein Geländewagen folgen soll und im kommenden Jahr ein Fahrzeug aus dem D-Segment, dazu verhelfen, den Marktanteil der Chrysler Group von derzeit knapp 0,7 Prozent in Deutschland zu verdoppeln, hofft Hausch. «Wir haben mit dem Caliber ein Auto, mit dem wir sehr viel Geld verdienen werden.»

Ob das auch in Deutschland klappt, bleibt abzuwarten. Amerikanische Modelle hatten es in der Vergangenheit schwer. Doch Hausch geht noch einen Schritt weiter. Der Caliber soll nämlich zum ganz großen Vorreiter avancieren. «Dodge ist als Markenname in Deutschland nicht bekannt. Dass soll sich ändern.» Dem Marketing-Direktor schwebt vor, dass Dodge einmal in den Kreis der in Deutschland etablierten US-Marken aufsteigt. Irgendwann also soll der Markenname Dodge auf Augenhöhe mit McDonalds oder Coca Cola stehen.

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