Auf den Spuren der A-Klasse

Kangoo kommt ins Kippen

Auf den Spuren der A-Klasse
Der Renault Kangoo beim Ausweichtest © Foto: ADAC

Der Renault Kangoo hat bei einem Vergleichstest des ADAC deutliche Schwächen gezeigt. Mit einem Software-Update wollen die Franzosen die Kippgefahr bannen.

Der neue Renault Kangoo kann trotz ESP ins Kippen kommen. Bei einem Vergleichtest des ADAC zwischen dem Kangoo, dem Citroen Berlin und dem VW Caddy Life wies der Kangoo in Extremsituationen auch mit Schleuderblocker die Tendenz zum Fallen auf und und erinnerte dabei an den legendären Elchtest der A-Klasse von Mercedes. Der ADAC forderte Renault auf, für dieses Modell Nachbesserungen an der ESP-Abstimmung vorzunehmen. Renault wird ein Software-Update anbieten.

Testfahrer vermied Umfallen

Beim ADAC-Ausweichtest wird geprüft, wie sich Fahrzeuge verhalten, wenn der Fahrer plötzlich ausweichen muss, etwa wenn ihm ein Kind vor das Auto läuft. Der standardisierte Test wird von den meisten Autos mit ESP ohne größere Probleme bewältigt. Beim Renault waren die Fahrwerksreserven aufgebraucht. Trotz elektronischem Stabilitätsprogramm ESP kam der Kangoo 1.6 16V in Kippgefahr.

Das ESP konnte den Wagen beim Gegenlenken nicht ausreichend stabilisieren. Nur durch blitzschnelle Lenkkorrekturen vermied der Testfahrer, dass das Auto umfiel. Mit einer Dachlast - der Hersteller erlaubt 100 Kilogramm - oder ohne ESP könnte sich die Kipptendenz noch stärker auswirken.

Nachbesserungen in Sicht

Mit dem Testergebnis konfrontiert, versprach Renault Nachbesserungen an der ESP-Abstimmung vorzunehmen. Das Unternehmen wird das Software Update allen Kunden, die ab Verkaufsstart einen neuen Kangoo mit ESP gekauft haben, zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. In der Regel bedeutet dies, dass den Kunden im Rahmen der Garantie und nach Verfügbarkeit der neuen Software automatisch ein kostenloses Update bei einer der nächsten Inspektionen bereitgestellt wird.

Für Neufahrzeuge ist ein Update ebenfalls vorgesehen. Renault bietet in dem Modell für Familien und Freizeitsportler erstmals - bis jetzt nur gegen Aufpreis von 300 Euro - ein Stabilitätsprogramm an. Der ADAC fordert seit vielen Jahren die Automobilhersteller auf, ESP serienmäßig und bei allen Fahrzeugen anzubieten, um die Zahl der Unfälle weiter zu reduzieren. (AG)

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