Audi-Belegschaft fordert Perspektive für Werk in Brüssel

Audi-Belegschaft fordert Perspektive für Werk in Brüssel
Der Betriebsrat fordert eine Zukunft für das Audi-Werk und die 3000 Beschäftigten. © dpa

Der seit 2018 in Belgien gebaute Audi Q8 e-tron verkauft sich schlecht. Für die rund 3000 Beschäftigten sind die Aussichten trübe.

Audi hat die Belegschaft des E-Auto-Werks in Brüssel bei einer Mitarbeiterversammlung am Freitag über die Probleme des Standorts informiert. Die kleine Fabrik hat relativ hohe Produktionskosten und fertigt außerdem nur ein einziges, älteres Audi-Modell, dessen Verkaufszahlen eingebrochen sind.

Der Volkswagen-Konzern hat wegen der hohen Kosten einer Schließung oder alternativen Nutzung des Werks bereits seine Jahresprognose gesenkt. Der Betriebsrat fordert eine zukunftsfähige Perspektive für das Werk und die 3000 Beschäftigten.

Neuer Q8 e-tron wird wohl in Mexiko gebaut

Audi wollte den großen Elektro-SUV Q8 e-tron eigentlich noch länger bauen, aber die Nachfrage sinkt immer weiter, der Absatz ist deutlich niedriger als gedacht. Manager Thomas Kretz sagte, die Fabrik habe kein eigenes Presswerk. Die Lage zwischen einem Wohngebiet, Bahngleisen und Autobahn mache Erweiterungen schwierig. Die Logistikkosten seien deutlich höher als an anderen Standorten, weil nur wenige Zulieferer vor Ort seien. Der Nachfolger des Q8 e-tron werde nach aktuellem Stand in Mexiko gebaut.

Belgische Presseberichte, wonach im Oktober 1500 Mitarbeiter entlassen werden könnten und im Mai weitere 1100, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Der nach belgischem Recht vorgeschriebener Informations- und Konsultationsprozess mit den Sozialpartnern laufe, es würden konstruktive Lösungen gesucht. Entscheidungen dürfen erst danach getroffen werden. „Es gibt keine finale Entscheidung“, betonte Produktionsvorstand Walker in Brüssel. (dpa)

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