«Elektromobilität muss sich rechnen, nicht nur beim Kauf»

Aktuelle Umfrage des ZVEI

«Elektromobilität muss sich rechnen, nicht nur beim Kauf»
Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen. © dpa

Die hohen Anschaffungskosten und fehlende Lademöglichkeiten erschweren den Umstieg auf die Elektromobilität. Das ist eines der Ergebnisses einer aktuellen Umfrage.

Mit 51 Prozent sehen mehr als die Hälfte einer aktuellen Umfrage fehlende Lademöglichkeiten im Alltag als ein Hemmnis für den Umstieg auf die Elektromobilität an. Bei der von Civey im Auftrag des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) durchgeführten repräsentativen Befragung und Fahrerinnen und Fahrern von Verbrennern gaben zudem 64 Prozent die hohen Anschaffungskosten für ein E-Auto als Hürde an. Reichweitenangst nannten 51 Prozent der Befragten.

Das Erfahrungen mit der E-Mobilität Einfluss auf die Beantwortungen der Fragen hat, zeigt auch die Beantwortung nach der Frage mit der Zufriedenheit mit der Ladeinfrastruktur. Während E-Autofahrer angaben, zu rund 71 Prozent mit der Ladeinfrastruktur zufrieden zu sein, waren es bei den Fahrern eines Verbrenners nur 30 Prozent.

Wahrnehmung und Realität klaffen auseinander

Wie Azar Mottale sagte, würden dieses Ergebnis zeigen „wie stark Wahrnehmung und Realität auseinanderklaffen“, sagte die ZVEI-Bereichsleiterin Mobilität. „Verunsicherung, getrieben durch politische und ideologische Debatten, bremst den Umstieg aufs E-Auto. Mottale fügte zudem hinzu, dass die Sorge um die Reichweite unbegründet sei. „E-Fahrzeuge kommen heute im Schnitt rund 400 Kilometer weit. Niemand muss Sorge haben, liegen zu bleiben. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, Transparenz, etwa bei den Preisen an den Ladesäulen, und ein sichtbares Tempo beim bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur“, fügtze sie hinzu.

Aus der Umfrage geht zudem hervor, dass die Nutzerinnen und Nutzer ein E-Auto dort laden wollen, wo sie ohnehin sind (Destination Charging). Das gilt sowohl für die Fahrerinnen und Fahrer von Verbrennern als auch für die von E-Autos. Bevorzugt werden Ladeplätze beim Einkaufen (54 Prozent in der Verbrenner-Gruppe, 44 Prozent bei den E-Autos). Gewünscht werden zugleich Lademöglichkeiten auf öffentlichen Parkplätzen (49 Prozent bzw. 34 Prozent) und am Arbeitsplatz (43 Prozent/31 Prozent).

Laden im Mehrfamilienhaus

Unterschiede bestehen beim Laden auch zwischen Land und Stadt. Während im ländlichen Raum zumeist mit einer privaten Wallbox geladen wird, ist dies für Großstädter kaum möglich. Laut der Umfrage würde eund jeder zweite Befragte aus der Großstadt sein E-Auto gerne (häufiger) an einer Wallbox im Mehrparteienhaus laden. „Deshalb brauchen wir eine ambitionierte Umsetzung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes sowie funktionierende Förderprogramme. Der Ausbau kostengünstiger und leistungsfähiger Ladeoptionen in verdichteten Stadtquartieren muss verstärkt werden“, so Mottale.

Zudem müsse auch das öffentliche Ladeangebot verbessert werden. Hier wünschen sich knapp 60 Prozent der Befragten dauerhaft günstigere Stromkosten für den Betrieb eines E-Autos, nur 18 Prozent favorisieren eine einmalige Kaufprämie. „Elektromobilität muss sich rechnen – jeden Tag, nicht nur beim Kauf. Strom laden muss günstiger sein als Benzin tanken. Eine Senkung der Stromsteuer sowie weitere Entlastungen bei Abgaben und Umlagen zahlen darauf ein“, so Mottale.

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