TÜV fordert Ausweitung der Partikelanzahlmessung

TÜV fordert Ausweitung der Partikelanzahlmessung
Vorgeschrieben ist die Messung der Partikelkonzentration aktuell nur für Diesel-Fahrzeuge der Norm Euro 6/VI. © ZDK

Drei von 100 Diesel-Fahrzeugen fallen bei der Partikelanzahlmessung im Rahmen der AU durch. Der TÜV will deshalb eine Ausweitung.

Die im Jahr 2023 eingeführte Partikelanzahlmessung (PN-Messung) bei der Abgasuntersuchung zeigt deutliche Wirkung. Wie der TÜV-Verband berichtet, ist im vergangenen Jahr rund jedes 33. moderne Dieselfahrzeug bei dieser Prüfung durchgefallen. Von den knapp 4,5 Millionen untersuchten Pkw und Lkw der Emissionsklassen Euro 6/VI wiesen rund 132.600 Fahrzeuge (3,0 Prozent) gravierende Mängel oder Manipulationen an der Abgasreinigung auf.

Die neue Messmethode, bei der die Partikelanzahl direkt am Auspuffendrohr bestimmt wird, deckt nach Einschätzung der Prüforganisationen zahlreiche Defekte auf, die zuvor unentdeckt blieben. Etwa zwei Drittel der erkannten Mängel wären mit der bisherigen On-Board-Diagnose (OBD) nicht identifizierbar gewesen. Aus Sicht des TÜV-Verbands bestätigt sich damit die PN-Messung als wirksames Mittel gegen sogenannte Großverschmutzer – Fahrzeuge, die trotz geringer Stückzahl überproportional viele Emissionen verursachen.

Der Verband spricht sich daher für eine Ausweitung der Partikelanzahlmessung auf ältere Diesel-Modelle aus, insbesondere auf Fahrzeuge der Euro-5b-Norm. Mit Blick auf das steigende Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in Deutschland (aktuell 10,6 Jahre) gewinnen regelmäßige Kontrollen an Bedeutung. Bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, liegt die Mängelquote der Abgasuntersuchung bereits bei über sechs Prozent. Die Zahlen stammen aus einer gemeinsamen Auswertung der TÜV-Prüforganisationen sowie der Partner Dekra, GTÜ, KÜS und anerkannter AU-Werkstätten. (SP-X)

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