Erst Corolla, dann Auris, nun wieder Corolla. Was bleibt, ist ein auch als Gebrauchtwagen recht zuverlässiges Modell von Toyota.
Über vier Jahrzehnte hörte das Kompaktwagenmodell im Toyota-Programm auf den Namen Corolla. Bis 2007 findige Marketingexperten im Konzern die Bezeichnung als zu bieder einstuften und die neue Generation des japanischen Kompakten in Europa Auris nannten.
Nun ja, die Begeisterung für die Namensänderung hielt sich bei den Kunden in Grenzen: Nach zwei Auris-Generationen kehrte 2019 der Name Corolla zurück. Wie sich die zweite Auris-Generation (E18, 2013 bis 2019) bei den Hauptuntersuchungen (HU) schlägt, weiß der TÜV.
Kleine Probleme mit den Bremsscheiben
Die Prüfpunkte Fahrwerk und Umwelt bereiten keine Probleme. Beim Bremsen-Check fallen die Auris-Modelle jedoch mit Bremsscheibenverschleiß und Problemen bei der Fußbremse negativ auf. Die Überprüfung der Lichtanlage gibt ebenfalls Anlass für viel Kritik. Ältere Jahrgänge des Auris II schneiden bei den TÜV-HU in der Kategorie „ohne Mängel“ besser ab als der Schnitt der untersuchten Fahrzeuge. Jüngere Jahrgänge meistern dagegen die HU schlechter als der Durchschnitt der geprüften Fahrzeuge.
Der nur noch als Fünftürer erhältliche Auris streckt sich auf eine Länge von 4,28 Metern, die erstmals angebotene Kombiversion (Touring Sports) auf 4,56 Meter. Beim Platzangebot bewegt sich der Japaner auf Klassenniveau. Das Kofferraumvolumen variiert beim Fünftürer je nach Sitzkonfiguration zwischen 360 und 1.200 Litern, beim Kombi sind es 530 bis1.658 Liter. Der Innenraum ist typisch Toyota solide verarbeitet, die Einrichtung ist aber eher nüchtern als stylisch. 2015 und 2017 erhielt der Auris kleinere optische Auffrischungen.
Basis hatte 99 PS
Basisbenziner war der 73 kW/99 PS starke 1,33-Liter, ein Vierzylinder ohne Turbounterstützung. Ebenfalls als Sauger agierte der 1,6-Liter mit 97 kW/132 PS. Im Schnitt benötigen die Vierzylinder 5,6 bis 6 Liter. Deutlich sparsamer ist der Vollhybrid. Der aus dem Prius bekannte Antrieb kommt auf eine Systemleistung von 100 kW/136 PS und begnügt sich durchschnittlich mit 3,5 bis 4 Litern. Im Zuge des Facelifts 2015 ersetzte Toyota den 1.6er durch einen 1,2-Liter-Turbo mit 85 kW/116 PS, der im Schnitt zwischen 4,6 und 5,1 Liter verbraucht. Wahlweise zum manuellen Sechsganggetriebe standen für 1.2er und 1.6er ein stufenloses CVT-Getriebe (Multidrive S) für die Kraftübertragung an die Vorderachse zur Wahl.
Zunächst hatten die Japaner einen Zweiliter-Diesel mit 91 kW/124 PS (bis 2015) und einen 1,4-Liter-Selbstzünder mit 66 kW/90 PS (bis 2017) im Angebot. Ein 1,6-Liter mit 83 kW/112 PS stand für Erstkäufer zwischen 2015 und 2018 zur Wahl. Mit Verbrauchswerten zwischen 4 und 4,3 Litern gaben sich die Selbstzünder recht sparsam. Sie wurden ausschließlich mit manuellen Sechsganggetrieben ausgeliefert.
Einstieg lag bei 16.000 Euro

Die namenslose Basisversion war eher dazu gedacht, den Einstiegspreis unter 16.000 Euro zu drücken als durch umfangreiche Komfortdetails von sich reden zu machen. So fehlte hier zum Beispiel eine Klimaanlage. Diese war Bestandteil der „Cool“-Version. Die Varianten „Life“ und „Life Plus“ sind ordentlich ausgestattet, bei „Executive“ werden Fans von Leder, schlüssellosem Zugang oder einer umfangreichen Sicherheitsausstattung fündig. Mit den Facelifts änderte Toyota die Bezeichnung der Komfortniveaus bzw. ergänzte sie um etwa „Design „Edition“ oder „Team Deutschland“. Allgemein verfügen die Modelle nach dem Facelift über eine verbesserte Infotainment-Generation, zudem legte Toyota bei den Sicherheitssystemen nach.
Der Toyota Auris II ist bei Länge, Platzangebot, Kofferraumvolumen und Motorenvielfalt ein typischer Vertreter seiner Klasse. Interessenten sollten ihr Wunschmodell besonders hinsichtlich der Bremsanlage fachkundig checken lassen. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 500 Toyota Auris der zweiten Generation auf dieser Plattform angeboten. Ab rund 4.000 Euro geht es los, die Hybrid-Modelle starten bei rund 10.000 Euro. (SP-X)



